Švamberka [Schwanberg, von; Schwanenberg], N Freiherr ze

Švamberka [Schwanberg, von; Schwanenberg], N Freiherr ze, „Aventurier“ [ - 10.4.1635 Leipzig] Švamberka war nach eigenem Bekunden ‘Schwedischer Avanturier und Freireiter von Schwanberg’.

Im April 1635 war Ernst Georg Graf von Sparr 1635 in ein Duell mit dem böhmischen Freiherrn ze Šwamberka verwickelt.[1] “Am Osterdienstag (10.4.) des Jahres 1635 wird von einem Duell berichtet, das der den Lesern des ersten Teils dieses Buches näher bekannte Ernst Georg von Sparr zu Trampe, der gewesene Generalfeldmarschall Wallensteins, mit dem Böhmischen Freiherren von Schwanberg (z Swamberka bzw. Švamberk) austrug. Beide waren in Leipzig bei dem sächsischen Generaladjutanten Fischer zum Essen eingeladen, wo sie in Streit gerieten und sich für den folgenden Tag zum Duell verabredeten. Dabei verletzte Sparr den Švamberk tödlich, wobei ‘Schwanenberg zween Stöß, einen in Arm, den andern ins Herz bekommen, daß er also bald todt geblieben’. (Theatr. Europ. III, S. 449). Švamberk, der wegen seiner Verwicklung in den Böhmischen Aufstand 1620 nach Sachsen emigrieren mußte, war ein Nachkomme des Petr von Švamberk, einem der 30 Direktoren des Herrenstandes und Obersten Hofrichter der böhmischen Ständeregierung. Letzterer, Beisitzer der Herrschaft Wittingau (Třeboň)[2] und ehemals einer der reichsten Adeligen Böhmens, war der Verfolgung und Verurteilung der kaiserlichen Richter nur durch seinen vorzeitigen Tod entkommen. Der junge Švamberk scheint überhaupt als notorischer Duellant verrufen gewesen zu sein, denn bereits Mitte August 1632 wird von einem Zwischenfall aus Nürnberg berichtete, als ein böhmischer Edelmann, der sich als ‘Schwedischer Avanturier und Freireiter von Schwanberg’ ausgab, ohne offiziellen Paß Einlaß in die Stadt begehrte. Der wachhabende Offizier, Hans Wilhelm Kreß (von Kressenstein, ein Nürnberger Patrizier und Mitglied des Rates), ließ diesen daraufhin festnehmen, entwaffnen und ohne Hut und Degen vor die Kriegsstube führen, woraufhin Švamberk von Kreß Genugtuung verlangte (Soden I, S. 363). Zum Duell scheint es jedoch nicht gekommen zu sein”.[3] Im Mai 1635 saß Sparr in Regensburg[4] ein und versicherte Melchior von Hatzfeldt seine Schuldlosigkeit an dieser Affäre.[5] Er wurde noch vor Ende 1635 nach Polen freigelassen.

[1] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3, S. 449.

[2] Wittingau [Třeboň, Bez. Neuhaus] HHSBöhm, S. 666ff.

[3] ENGERISSER, Von Kronach, S. 525f.

[4] Regensburg; HHSD VII, S. 605ff.

[5] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 139.

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October 24, 2010 in Miniaturen
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