Spiegel zum Diesenberg, Friedrich Konrad; Obrist [ - 11.10.1642] Spiegel[1] zum Diesenberg [Desenberg][2] stand als Obristleutnant bzw. Obrist in kaiserlichen Diensten.
Am 9.4.1636 wird er noch als Obristleutnant erwähnt: „So hetten auch deß Herrn Veldtmarschalcken Grafen [Melchior; BW] Zu Hatzfeldt Compagnie die Grafschafft Seÿn schon beZogen, und geben sich noch 3. etwas abgangene Regimenter ahn, so auch quartir uf die gantze Graffschafft und diesem Ampt quartir praetendirten unterm Comando Herrn Obristen Leutenants Spiegels undt täglich darin quartir nehmen würden“.[3]
„Im Januar 1639 rückte Banner [Banér; BW] gegen die in der Mark Brandenburg gelagerte kaiserliche Armee. Er hatte es, wie er am 6/16. Februar Oxenstierna[4] mitteilte, in erster Linie auf die sieben Regimenter abgesehen, welche unter ‘’Hans Wolf v.; BW] Salis Commando auffm Eichsfeld[5] commoriren sollen’ und die er ‚nach gelegenheit der occasionen … aufzuheben’ vorhabe. Gallas[6] sei ‚dergestalt zugerichtet, daß er vor dießmal vor keinen feindt, so schaden thun kann, zu achten’. In einem Postscriptum desselben Schreibens berichtet Banner, Salis sei mit den sieben Regimentern, ‚mit welchen er bis dato in und bei Mühlhausen[7] (an der Unstrut) gelegen, nach Franckenhausen[8] (in Schwarzburg-Rudolstadt[9]) gerückt und von dannen auch, wie jedermann sagte, über die Unstrut forgegangen’, und werde ‚vielleicht zu Torgau[10] seinen übergang nehmen’. Banner’s Anschlag auf Salis’ Heer sollte nur zu gut gelingen. Gallas, dessen Truppen sich nur noch auf 8000 Mann belaufen haben sollen, wich mehr und mehr durch die Lausitz und Schlesien nach Böhmen zurück – ihm nach Salis. Letzterer war noch in Kursachsen, aber schon nahe an der böhmischen Grenze, als sein Verhängnis über ihn hereinbrach.
Es war am Abend des 2. März (1639) acht Uhr, als der zu Eger[11] anwesende kurbayrische Oberst Moser dem uns schon bekannten früheren Kommandanten des Regiments Salis in bayrischen Diensten Obersten Schütz ‚in großer Eil’ die Nachricht zugehen ließ, ‚daß der Feindt 7 Meilen von hier (Eger) Herrn General Feldtzeugmeister Salys angetroffen’ und demselben ein Treffen geliefert habe; ‚wie es abgegangen’ wisse man noch nicht, allein Salis habe die Seinigen ‚mit aller sach alhero nach Eger geschickt; ‚ist bey ihnen große forcht, … es möchte in zwei Tagen auf das lengst Freund und Feindt hiero bey uns sein’. [...] Und nun folgen sich rasch hinter einander eine ganze Reihe nach und nach bestimmter auftretender und eingehender Nachrichten, welche, zum größtern Teil in den Münchener Akten des 30jährigen Krieges aufbewahrt, einen ziemlich klaren Einblick in den Verlauf dieses verhängnisvollen Ereignisses gestatten.
Bürgermeister und Rat der Stadt Eger melden am 3. März dem kurbayrischen Rat und Pfleger zu Tirschenreuth an der Waldnaab[12] (bayr. Oberpfalz), Johann Ulrich von Burhus auf Ottengrün, der sich um nähere Details erkundigt hatte: gestern (den 2. März) Abends zwischen 6 und 7 Uhr sei des ‚Herrn Veldtzeugmeisters Hans Wolf Freyherrn von Salis sein Leibwagen und Canzley … mit einer Convoi und Roß’ angelangt; dessen ‚Leute und Offiziere’ berichteten, ‚daß Er’ (Salis) mit 6 und zwar zimblich schwachen Regimentern hernach komme; daß der Feind gestern frühe 8 Meyl von hier zu Rumpersgrün (recte Ruppertsgrün[13]) bei Plauen[14] im Voigtland dieselben mit 12 Regimentern hat wollen überfallen; weil aber Herr General Wachtmeister (sic) al Erto gewesen und sich nicht mit manir (hat) retiriren können, hete Er mit seinem Volgkh sich alda entgegen gesetzt und weren darauf an einander kommen. Und sonderlich sol Herr Obrist Wambold entweder Todt oder doch tödtlich verwund sein’. Heute, am 3. März, seien weitere ‚avisen’ eingelangt: Salis sei mit sechs Regimentern, ‚zwei zu Fueß und vier zu Roß’ von 12 feindlichen Regimentern, ‚so General Slang und Pfuel Commandiren’, überfallen worden; ‚die Reutterey sol alsobalden in Ein Confusion gerathen sein. Weßen dann (diese) theils mit der pagagy anheut über die Eger gangen (sind) und sich am Böhmer Waldt umb Königswarth[15] logiren; die übrigen haben mit Herrn General (Salis) gegen Hoff sich gewendet und werden heunt oder Morgen auch anhero kommen. Das Fueßvolkh, so bey 1000 Mann gewesen sein soll, hat nicht ausreißen können, dahero (es) sich in den Kirchhoff im Dorf reterirt und eine Zeit lang gewöhret (hat); und geben die marchitender vor, daß es sehr soll eingebüßt haben’. Wie ein vom Feinde wieder entkommener Soldat angebe, habe Feldmarschall ‚Pannier’ (Banner) 35 Regimenter zu Roß unter sich, auch sei Wrangel mit einem starken Regiment zu ihm gestoßen, sodaß der Feind also ‚36 Regimenter zu Pferdt und 14 precaden (Brigaden) zu Fueß, eine Jedliche uff 5: oder 600 Mann stark’, beisammen habe. Die Schweden hätten alle ihre alten Quartiere in Meißen und Thüringen wieder bezogen, wohin aber ihr Marsch gehen möchte, könne man nicht wissen. [...]
Ein anderer Bericht vom Abend desselben Tages (3. März), der dem Obersten Andreas Kolb von Reindorff zu Weiden[16] in der Oberpfalz – es ist nicht ersichtlich von wem – zukam, meldet, daß ‚gestern (2. März) Abends Truppen, geschlagene Reuther ohngefähr bei 300 Pferdt, eilendt’ angelangt seien, ‘denen zur nacht immer zue mehr und mehr gefolgt, die mit Stifel und Sporen zue Fueß gegangen und uff Eger geeilet’ (sind). Diese Flüchtlinge sagen ungefähr das nämliche aus. Die ‚Schwedische Parthey’ habe etwa ‚2000 oder 1500 Pferdt’ betragen; die Salissche Reiterei, ‚deren 3 Regimenter gewesen’, seien ‚zerstreut und in die Flucht geschlagen, das Fußvolkh aber, welches in dem Dorf (Ruppertsgrün) gelegen und sich in das Schloß und (auf) den Kirchhoff retirirt und gewehret, … meist nieder gemacht und die übrigen gefangen genommen (worden), alßo daß von Inen gar wenig entkommen (sind) und (haben) ausreißen können, wie dann Herr General Salis und Obrist Spiegel mit (dem) Obrist Leutenant, Obrist Wachtmeister und vielen Rittmeistern neben andern officiren gefangen worden und auff Reichenbach[17] (bei Zwickau) geführt worden. Den Flüchtigen haben die schwedischen biß auff plauen nachgesetzt, also daß sie von früem morgen (des 2. März) vor 8 Uhren, in der sich der Scharmützel angefangen, den ganz tag und nacht (d. h. Abend) gelauffen (sind) und nicht (haben) ruhen dörffen’. Schleitz[18] sei vom Feinde genommen, ebenso Neustadt[19] bei Zwickau samt andern Orten; in Eger herrsche große Panik”.[20]
Der Chronist und Bürgermeister Georg Leopold [1603 – 1676][21] aus dem von Eger abhängigen Marktredwitz[22] erinnert sich an den Februar 1639: „Den 20. Febr[uar] ist ein Geschrei allhier ein[ge]kommen, [dar]ob, [daß] die schwedische Armee, [die] unter dem Feldmarschall Banner um Altenburg[23] [gelegen], ankomme. [Sie soll auf] die Kaiser. Völker bei Zwickau eingefallen sein, etliche Regimenter ruiniert und sie bis nach Ölsnitz[24] und Adorf[25] verfolgt [haben]. Daher [war] um uns ein großer Schrecken; wie denn auch das Volk so im Markgrafentum gelegen, aus Furcht auf[ge]brochen [ist] und sich nach der Stadt Kronach[26] retiriert [hat]. Es ist hernach Bericht eingelangt, daß dieser schwedische Anfall zu Rupertsgrün bei Plauen geschehen ist. [Dabei sind] worden: der Kaiser. Feldzeugmeister Freiherr von Salis, der Gen[eral]quartiermeister Mannslohe [Hermann Christoph v. Mandelslohe; BW], Oberl[eutnant] Barre [Borri; BW], Oberl[eutnant] Spiegel und fast alles Fußvolk; welches denn bei den Kaiser[ischen] auch großen Schrecken verursachte“.[27]
„An demselben Tage [5.3.] meldet Oberst Kolb zu Weiden seinem ‚hochgeehrten Herrn Schwagern’, dem Rentmeister N. zu Amberg,[28] er habe in Erfahrung gebracht, General Salis sei mit den 3 Kavallerie-Regimentern Coloredo, Salis und [Gayling v.; BW] Altheim und mit 2 Regimentern zu Fuß, deren Namen der Kundschafter ‚nicht behalten’, bei Plauen auf die Schweden gestoßen, ‘deren 8 Regimenter, 600 Tragoner und 6 Veldtstuckh unter dem Commando Frangels und Schlangs’ standen. Das Regiment Salis habe 5 Standarten verloren. Von Salis selbst habe noch nicht in Erfahrung gebracht werden können, ‚ob er gesundt, Gefangen, bey leben oder Todt’ sei; die ‚bagagi von disen 5 Salischen Regimentern’ habe bei dem raschen Vordringen des Feindes zurückgelassen werden müssen und sei ‚in der Voidtländischen Bauern Handt verblieben’.[29]
Der Kriegsteilnehmer und spätere Kommandant von Weiden,[30] Augustin von Fritsch [1599 - 1662],[31] hat das Treffen zwischen Erzherzog Leopold Wilhelm[32] und August d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel[33] 1641 festgehalten: [...] „ist vnser Armee vor Wolfenbitl vgebrochen, vnnd nacher Gantersleben[34] marchirt, da dann wider etliche frische Regimenter zu vnß khommen, alß wür etlich tag alda still gelegen, sein wür nach solchen wider mit ganzer macht vf Wolfenbitl zuegezogen, solches zuentsezen, vnnd mit den Feindt zu schlagen, alß nun der Feindt vnser macht Vernommen, vnd Vermerckht daß wür die Statt mit gewalt begehrn, zuentsetzen, alß hat er sich nach etlichen tagen seine Armee von Vnserer seitten hinweckh vnnd yber den Damb gefürth selbigen hernacher durchstochen, vnnd dauon marchirt, vnnd ist yber den greulichen Wasser daß der Damb durchstochen worden, in Praunschweig[35] Vmb Vill thünnen Goldts, schadten geschechen, daß auch die Bürger darinnen so schwierig worden, daß sie vor deß herzogs von Praunschweig, welcher sich dißmahl darinnen vfgehalten, sein losamment geloffen, mit steinen in die Fenster geworffen, vnnd wann Burgermaister vnd Rhat nicht sobalden darzue khommen weren, hetten sie den gueten herzog Augustum Wohl Todt schlagen dörffen, alß Wie Vorgedacht der Feindt abgezogen, haben Ir Fürstl. Gnaden mit dem Erzherzog Conferenz zu halten begeerth, da Im dann solches Verwilliget worden, darauf dann der Obrist Spiegl mit 1000. pferdten, den herzog zu confoyrn, gegen Praunschweig geschickht worden, vnnd ist Im der Erzherzog mit 2000. Pferdten vf ein halbe Meil, sambt den maisten officirn, dann man vnß den Abent zuuor ansagen lassen, welcher mit auß dem haubtquartir mit Ir Erzfürstl. Durchl. Reütten will, soll sich deß morgens früe darinnen einfindig machen, wie dann sich die maisten, ingleichen ich auch darbey befunden, welches nun auß der massen lusstig zu sehen gewesen, deßgleichen ich in ganzen Krieg souil officier, da einer schöner alß der ander gekhlait gewesen, auch ein Jeder sein schönstes vnd besstes Pferdt, wie leichtlich zuerachten, geritten, niemahls beyeinander gesehen, nach dem nun der alte ganz weiß an haar vnnd Barth, Herzog geritten khommen, ist Im der Erzherzog ein wenig mit seinem außerlesenen Comitat entgegen geritten, da sie dann alsobalden von den Pferdten abgestigen, zusammengangen, vnd ganz freündtlich aneinander empfangen, nach ablegung aller Complementen, sein sye wider zu Pferdt nacher dem haubtquartir geritten, da dann der herzog von Praunschweig, alß ein Gasst die rechte handt gehaltee, doch wider seinen willen, da er sich solches zuthun sich mächtig lang gewägert, nach dem man nun zur Tafel gangen, ist ieder officier in sein Quartier geritten“.[36]
Der Kriegskommissar Matthias Franzin schrieb am 22.3.1641 aus Regensburg[37] an W. E. von Lobkowitz: Der in Neunburg vorm Wald[38] eingeschlossene Slange habe sich zusammen mit dem jungen Markgraf Karl Magnus von Baden-Durlach und 2.000 Reitern Erzherzog Leopold Wilhelm ergeben, sei hierher gebracht und kurz darauf nach Wien überführt worden. Jene Reiterei bildete angeblich den Kern von Banérs Kavallerie und bestehe größtenteils aus Finnen. Banér sei am vorigen Montag durch Cham[39] gekommen und jetzt nach Böhmen unterwegs, ihm folge General Geber auf dem Fuße; es bestehe die Hoffnung, daß er ihn völlig zerstreut und vernichtet. Der Erzherzog habe Hilfstruppen an Geber abkommandiert; überdies auch Spiegel, der Banér zuvorkommen und ihm den Weg nach Eger abschneiden soll. Banér werde sich für diesen Fehler bei seiner Krone schwerlich verantworten können. Nun bleibe abzuwarten, was Braunschweig-Lüneburg und Hessen-Kassel daraus für Lehren ziehen.[40]
Im Frühling und Sommer 1641 nahm Spiegel an der Belagerung und Eroberung Zwickaus[41] teil, wie der Erzgebirgschronist Christian Lehmann [11.11.1611 - 11.12.1688] berichtet: „Uber der Schwedenflucht wahr große freude in Böhmen und in Meißen, daß der Churfürst den 27. Martii zue Dresden[42] ein Freudenfest hielte und die stucke ließ losbrennen und praeparatoria machen, die Schweden auß Zwicka zue jagen, Wie den auch von keyßerlichen Sich der Obrist Spiegel mit 5 Regiementern, Nicolaischen und [Hans Abraham v.; BW] Gersdorfischen trouppen erst darfür geleget, die umb Werda[43] an der Pleiß logirten und Zwicka von ferne blocquirten. Die Schwedische besazung in der Stadt achtete des nichts, sondern fiel den 12. April in Glauche,[44] plünderten des Nachts 3 stunden lang auß und nahmen weg Pferde, viehe, gedreit, Victualien und, was Sie kunten fortbringen, kahmen darmit Sicher den 13. April früe ein. Den 11./12. Maii kam darfür General-Wachmeister Alexander Freyherr von Borri mit etlichen Regiementern zue Roß und Fuß, ein Regiement de Sove [Soye; BW], 1 regiement des Nicolai [Montard de Noyrel; BW], 4 Compagnien de [Rudolf v.; BW] Coloredo, 1 Compagnie des [Maximilian v.; BW] Wallensteins, 1 Compagnie von Borri, 300 Pferde von Buchheim [Hans Christoph III. Puchheim; BW] und Mißlich [Mislík; BW], 300 Trajoner von Gallas und Geleen, 300 Pferde Saxische. Das stellete er nach-Mittag umb 5 Uhr in Bataglia vor Zwicke und schlag das lager an dem ort, wo der Unger vorn jahr gelegen. Des abendts branden die Schweden die Lerchenmühl ab. Mann sahe auch mehr feuer. Den 16. Mai brandte Oberhohndorf[45] ab, am 18. huius halb Planitz;[46] an den tag kahmen 4 halbe Carthaunen an von Dresden mit einer Compagnie Trajoner von Grosenhain.[47] Den 19. folgten 4 falconen mit 1 Compagnie Pferde von Radeberg,[48] an den tag machten die keyßerlichen 3 schantzen vor der Statt, eine vorn Frauenthor, die andere Osterstein[49] gegenüber, die 3. uff den Holzanger. Den 22. Maji kahmen die 2 Freyfehnlein von Chemnitz[50] und den 25. huius 8 Compagnien von Schleinizischen [Joachim v. Schleinitz; BW] darüber. Den 24. Maji branden die Schweden die Schneide- und Pulvermühle weg und hieben alle beume umb vor der Stadt. Den 1. Junii steckten Sie an die Walck-Mittelmühle und die heußer auf den graben an. So lange aber die Schweden die Schloßmühle, die 9 gänge hat, behielten, kunten Sie der Statt nichts anhaben, welche die belägerer den 2. (12.) Junii mit sturm wegnahmen. Den 28. Maii hatten Sie von Dresden mehr stücke bracht, 2 gantze und 4 halbe Carthaunen, 6 flacianer, 3 Feuermorsel, viel Munition; darauß schoßen Sie auf einen tag binnen 4 stunden 232 mahl auf die stadt, daß mans hier allezeit bobern gehöret. Es kahmen auch mehr völcker darfür, Ertzherzogliche, Beyerische und Saxische, von Duc de Savelli und Grafen von Suys, daß Sie vor der stat starck lagen 5000 zue fuß und 3000 zue roß. Die machten 20 000 schantzkorbe und So viel faschinen. Den 6. Junii wurde hefftig geschoßen, 3 Minen gemacht und der Statt so hefftig zuegesezt, daß die Schweden den 7. Junii parlirten, und muste sich die besatzung auf discretion ergeben, des Obristen Johann Beers Reuter absitzen, Standarten, Pferd und Obergewehr zuerücklaßen, des Obristen Hans Heinrich von Schlieben regiement zue fuß aber nur die fehnlein von sich geben, zogen den 9. Junii auß und wurden nach ihrer Armee convoirt: Die Stat aber mit den 2 Freyfehnlein zue fuß untter des Obrist-Leutenandt [Daniel v.; BW] Schliebens (s. o.) commando besezet, und das hauß Wiesenburg[51] ihnen darzue anvertrauet. Zwicke muste den Borri geben 4000 thl., denen Artollerey verwanden 550 thl. vor die glocken“.[52] Aus Dessau[53] wird berichtet: „Den 5. April 1641 wurde Martin Grußlers Mutter aus Thurland,[54] 70 Jahre alt, von einem Reiter des Obersten Spiegel auf freier Straße ergriffen, zu Tode geschleppt und gemartert. Am andern Tage ist es einem jungen Mädchen ‚heimlich’ ähnlich ergangen“.[55] Am 4.3.1642 lag Spiegels Regiment wieder in Dessau.[56]
Am 6.6.1642 ist Spiegels Regiment nach den Erinnerungen Leopolds in Marktredwitz aufgetaucht, um dann am dritten Tag weiter nach Eger zu ziehen.[57]
Nach Aussage Piccolominis gegenüber Melchior von Hatzfeldt ist er im Oktober 1642 nach einem gemeinsamen Offiziersessen verstorben.[58]
[1] Vgl. die Erwähnungen bei HARRACH, Tagebücher.
[2] Diesenberg bei Warburg [LK Warburg]; HHSD III, S. 752ff.
[3] Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 30, Nr. 2977: Memorial der Gräfin Loysa Juliana zu Sayn und Wittgenstein für Anton Jäger den Verwalter des Amtes Freusburg, 9.4.1636, S. 80.
[4] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.
[5] Goldene Mark (Kr. Duderstadt); HHSD II, S. 172f.
[6] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.
[7] Mühlhausen [Unstrut-Hainich-Kreis]; HHSD IX, S. 286ff.
[8] [Bad] Frankenhausen [Kyffhäuserkreis]; HHSD IX, S. 29ff.
[9] Schwarzburg [Kreis Saalfeld-Rudolstadt]; HHSD IX, S. 395ff.; Rudolstadt [Kreis Saalfeld-Rudolstadt]; HHSD IX, S. 360ff.
[10] Torgau [Kr. Torgau]; HHSD XI, S. 467ff.
[11] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.
[12] Tirschenreuth; HHSD VII, S. 747f.
[13] Ruppertsgrün, heute Ortsteil von Pöhl [Vogtlandkr.].
[14] Plauen [Vogtland]; HHSD VIII, S. 279ff.
[15] Bad Königswart [Lázně Kynžvart, Bez. Eger]; HHSBöhm, S. 20f.
[16] Weiden; HHSD VII, S. 794ff.
[17] Reichenbach; HHSD VIII, S. 298f.
[18] Schleiz [Kr. Schleiz]; HHSD IX, S. 380ff.
[19] Neustädtel bei Schneeberg; HHSD VIII, S. 248.
[20] SALIS-SOGLIO, Hans Wolf von Salis, S. 89ff.
[21] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 151f.
[22] Marktredwitz [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 429f.
[23] Altenburg [Kr. Altenburg]; HHSD IX, S. 6ff.
[24] Oelsnitz [Kr. Stollberg]; HHSD VIII, S. 263f.
[25] Adorf [Kr. Oelsnitz]; HHSD VIII, S. 1f.
[26] Kronach [LK Kronach]; HHSD VII, S. 375f.
[27] BRAUN, Marktredwitz, S. 100.
[28] Amberg; HHSD VII, S. 20ff.
[29] SALIS-SOGLIO, Hans Wolf von Salis, S. 92.
[30] Weiden; HHSD VII, S. 794ff.
[31] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 92f.
[32] Vgl. SCHREIBER, Leopold Wilhelm; BRANDHUBER, Leopold Wilhelm; DEMEL, Leopold Wilhelm.
[33] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.
[34] Gatersleben [Kr. Quedlinburg/Aschersleben]; HHSD XI, S. 132f.
[35] Braunschweig; HHSD II, S. 63ff.
[36] FRITSCH, Tagbuch, S. 183f.
[37] Regensburg; HHSD VII, S. 605ff.
[38] Neunburg vorm Wald [LK Schwandorf]; HHSD VII, S. 507f.
[39] Cham [LK Cham]; HHSD VII, S. 124ff.
[40] BADURA; KOČĺ, Der große Kampf, Nr. 1176.
[41] Zwickau; HHSD VIII, S. 380ff.
[42] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.
[43] Werdau; HHSD VIII, S. 357f.
[44] Glauchau; HHSD VIII, S. 116f.
[45] Oberhohndorf, heute Stadtteil von Zwickau.
[46] Planitz [Stadtkr. Zwickau]; HHSD VIII, S. 279.
[47] Großenhain; HHSD VIII, S. 135f.
[48] Radeberg [Kr. Dresden]; HHSD VIII, S. 292f.
[49] Osterstein, Schloss von Zwickau.
[50] Chemnitz; HHSD VIII, S. 43ff.
[51] Wiesenburg [Kr. Zwickau]; HHSD VIII, S. 360.
[52] LEHMANN, Kriegschronik, S. 134f. Lehmann datiert nach dem alten Stil.
[53] Dessau-Roßlau [Stadtkr. Dessau]; HHSD XI, S. 77ff.
[54] Thurland, heute Ortsteil von Raguhn-Jeßnitz [LK Anhalt-Bitterfeld].
[55] WÜRDIG; HEESE, Dessauer Chronik, S. 223.
[56] WÜRDIG; HEESE, Dessauer Chronik, S. 223.
[57] BRAUN, Marktredwitz, S. 162. Braun datiert nach dem alten Stil.
[58] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 133.