Speck [Spöckh], Hans Christoph von

Speck [Spöckh], Hans Christoph von; Kriegskommissar [ – ] Speck amtierte als kurbayerischer und kaiserlicher Kriegskommissar.

Der Hildesheimer[1] Chronist Dr. Jordan berichtet unter 26.12.1633: „Um 11 Uhr Mittages ward vom Commendanten C. Speck, Obr.-Wacht: Kelli, D. Buchholz, Herr Melscheden, D: Stein der Bürgerschafft vorgehalten, sie mügten an den Obristen [Thilo Albrecht von; BW] Ußlar schreiben, dass Er von der Belagerung abstünde oder die Bürger müssten zue andern Mitteln greiffen, ward von der Bürgerschaft ad referendum angenommen“.[2]

„Die kaiserliche Armee marschierte [1634; BW] zunächst über Neuwied[3] und Montabaur[4] in Richtung Wetzlar.[5] Überall wurden Lieferungen zwangsweise eingetrieben. Bönninghausens Kavallerie stieß nur auf schwache schwedische Kräfte, die überall zurückwichen. Weilburg,[6] Greifenstein,[7] Braunfels[8] und Wetzlar wurden eingenommen. Als in Diez[9] der kaiserliche Kriegskommissar von Speck durch eine schwedische Streifpartei aufgehoben worden war, erschien Bönninghausen mit einigen Regimentern, vertrieb die Schweden und überlieferte die Stadt seinen Söldnern zur Plünderung. Bürger und Beamte, die im Verdacht standen, den Schwe-den Vorschub geleistet zu haben, wurden als Gefangene fortgeführt“.[10]

„Der Ligistische Rittmeister Karpe drang auf der Aar weiter herauf, nahm das Schloß Hohlenfels[11] ein, aber große Beute wird er da nicht gemacht haben, denn nach einer vorliegenden Nachricht hatte Hartmuth von Cronenberg den Amtmann zu Botzheim zu Burgschwalbach[12] gebeten, bei ‚jetziger geschwinder Läuft ihm ein Paar Kisten mit seinen Mobilien in die Burg aufzunehmen’. Doch die Schweden rückten plötzlich von Walsdorf[13] aus wieder vor, um die Kaiserlichen abzuschneiden und mit knapper Mühe konnten sich dieselben von Hohlenfels[14] und Diez her über die Lahnbrücke auf und davon machen. In Diez wurden von den Schweden die Pfortenaufgehauen oder mit Feuer zerstört; der Kaiserliche Generalproviantmeister [Hans Christoph; BW] von Speck und Commissär Niedegger gefangen genommen und nach Mainz[15] abgeführt“.[16]

„Eine kaiserliche Armee unter dem Befehl des Grafen [Philipp v.; BW] Mansfeld hatte sich den Lahngegenden genähert. Das hatte zur Folge, daß Gräfin Sophie Hedwig noch im November seitens der kaiserlichen Kriegskommissare Speck und von Nidegg aufgefordert wurde, für die Mansfeldischen Truppen außer den üblichen Geldkontributionen 32 000 Pfund Brot, 32 Rinder, 32 Malter Hafer und einige Fuder Bier bereitstellen zu lassen. Um den sicheren Eingang dieser Forderungen zu gewährleisten, hatten sich die beiden Kommissare persönlich nach Diez begeben und mit ihrem Begleitkommando Quartier in der Stadt bezogen. – Auf irgendeine Weise hatten die Schweden von diesem Aufenthalt Wind bekommen und von Idstein[17] aus ein Kommando nach Diez beordert, das die Kommissare nebst dem zu ihrem Schutz abgestellten Kommando samt dessen Führer, dem Rittmeister Karpe, aushob und davonführte. – Graf Mansfeld, über diesen Verrat erbittert, hielt das Ganze für einen Verrat der Gräfin, ihrer Beamten oder der Bürgerschaft und entsandte sofort den Generalmajor von Bönninghausen mit einem Truppenkontingent nach Diez, um die Stadt zur Rechenschaft zu ziehen. Nur dem glücklichen Umstand, daß zur gleichen Zeit der Graf [Egon VII.; BW] von Fürstenberg in Diez eingetroffen war, und auf dem Diezer Schloß gastliche Aufnahme gefunden hatte, war es zu verdanken, daß eine Brandschatzung verhindert wurde. Fürstenbergs Eingreifen bewog den General, von seinem Vorhaben abzustehen. Er konnte jedoch nicht verhindern, daß Bönninghausen den Amtmann Naurath, den Hofmeister der Gräfin, von Hohenfeld, den Landhauptmann Kreusler und drei Diezer Bürger mitnahm. Diese wurden zunächst nach Vilmar,[18] später nach Büdingen[19] gebracht und strengen Verhören unterzogen. Erst nachdem die Schweden ihre Gefangenen freigegeben hatten und die Angelegenheit zur Zufriedenheit Mansfelds bereinigt worden war, wurden Naurath und seine Begleiter in Freiheit gesetzt und konnten bis auf einen der Diezer Bürger, der inzwischen in Büdingen gestorben war, die Heimreise antreten, nachdem schon einige Zeit vorher der bevorzugt freigegebene Hofmeister von Hohenfeld entlassen worden war“.[20]

Im Dezember 1640 weilte Speck in Friedberg,[21] als es um Zahlungen an die Grafschaft Nassau-Siegen ging.[22]

Im März 1641 ging es in der Korrespondenz mit Melchior von Hatzfeldt um die Zugehörigkeit der nassauischen Grafen zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.[23] Im Dezember erfolgte die Einsetzung einer kaiserlichen Kommission unter Speck und dem kurkölnischen Rat Dr. Stein wegen der Streitigkeiten um die Festung Ehrenbreitstein[24] und um Engers,[25] wobei Hatzfeldt bereits 1640 im Auftrag des Kaisers ein Gutachten über die Versorgung von Ehrenbreitstein erstellt hatte.[26]

Speck weilte im Februar 1642 in Mainz,[27] um sich um die Versorgung der bei Kempen[28] geschlagenen Truppen Lamboys zu kümmern.[29] Im August ging es um die Ablösung des Obristleutnants Johann Winter von Gültenbronn in Friedberg durch Obristleutnant Johann Jakob von Tullian.[30] In diesem Jahr beschwerte sich Elisabeth Gräfin von Solms-Hungen bei Hatzfeldt über die zu leistenden Kontributionszahlungen an die Friedberger Garnison auf Grund der Befehle des Oberkommissars Peyerle von Perleberg und des Kommissars Speck.[31]

Eine Visitation der Garnison Friedberg durch ihn erfolgte im Oktober 1643.[32]

Im Januar 1645 wandte sich Georg II. von Hessen-Darmstadt an Speck und bat um Verschonung seines Landes von der Einquartierung des Regiments Asmus von Mandelslohs.[33]

Der Friedberger Chronist Dr. Johannes Volhard erinnert sich: „Den 23. huius [Juni 1646] schickte der Commissarius [in Frankfurt, Joh. Christoph] Speck Ordinanz anhero, daß Burg und Stadt die ordinari Garnison, weil itzo kein ander Mittel ufm Land zu ergreifen wären, zur Hälft jedes Teil verpflegen solten. Diweil aber den selbigen Tag der Obrist Wachtmeister Plöß [Plesse] mit 250 Pferden abermals alhier ankame, welche die Bürger einnehmen und verpflegen mußten, ist die Speckische Ordre der Garnison halber zu keinem Effekt kommen, sondern Tullian hat ihnen vor wie nach Kommiß geben“.[34]

„Den 24. als folgenden Tag kamen noch 50 Reuter, Rittmeister und 2 Leutnants an, so gleichfalls einquartirt und gespeist werden müssen. Demnach nun erzählter Maßen die Beschwerden ganz überhand genommen und die armen Bürger mit Speisung der Völker, auch Hingebung Korns vor die Pferde, so hart gepreßt worden, hat man solcher Sachen halben an den Erzherzog Leopold Wilhelm, wie auch sonst an alle Herren Generals Hatzfeld, Melander [Holzappel], Blumenthal und Saradetzky [Zahradetzky] geschrieben und um Gottes Willen gebeten, uns diese Last abzunehmen. Daruf kam den 28. Juni von der Generalität die Order an, daß die Burg die Garnison oder Tullians Kompagni allein, die Stadt aber die Reuter [von Plöß] unterhalten solte.

Den 30. Juni [1646] ließe mich Nachmittag umb 2 Uhr Tullian rufen und zeigte mir ein Schreiben vom Erzherzog, darinnen ihm Order gegeben ward, weil die Franzosen den Rhein hinauf zögen und allem Vermuthen nach Höchst[35] attaquiren möchten, so solte er sobald seine Fußvölker nacher Höchst schicken zur Stärkung und Defension selbigen Orts; aber aber solle vor seine Person alhier bleiben, das Kommando behalten und 200 Mann zu Fuß von de Gil de Hasischen [de Haes; BW] gewertig sein. Sobald dieselbigen ankämen, sollt er seine Völker nach Höchst marschiren lassen.

[Tullian] bate mich, solches dem Commissario Specken auch zu berichten, daß er es doch dahin richten möge, weil es besser vor die Stadt sei, daß seine Völker alhier blieben, die fremden aber dorthin ziehen möchten. Ich aber sagte, daß es schwerlich angehe, referirt [berichtete] solches beiden Consulibus [Bürgermeistern], Herrn Geißen und Riunkeln. Die hielten nicht vor rathsam, daß deswegen geschrieben werden solte, weil man gern sehen mochte, daß die Kompagni [Tullians] einmahl abziehen thäte“.[36]

„Den 20. Sept. [1646] wolte der Herr Oberst Reifenberg vermög seiner Ordre die 120 Mann verspeist haben. Die Stadt aber bate davor mit Vorwenden, die Ordre sei  nunmehr selbsten cessirt [hinfällig] oder erloschen, weil die Winterische, nunmehr seine Kompagni hier bliebe, weil die Ursach, so darin angedeutet, weil wir nemlich durch den Abzug der Winterischen Kompagni einer großen Last enthoben würden, nunmehr cessirte. … Baten unser damit zu verschonen; erboten uns doch, ihme mit 100 Achtel Korn und 100 Thaler Gelts semel pro semper [ein für alle mal] behülflich zu erscheinen.

Er aber hat solches zumal nit annehmen, sondern kurzumb die Kost haben wöllen, worüber man in langewierige Disputat kommen, endlich dahin erboten, Herr Commissarius Speck als Generalkommissar-Verwalter solte uns entscheiden; was der sprechen würd, dem wolten wir nach Möglichkeit nachkommen. Er aber hat nit darin willigen wollen, sondern gesagt: Kein Mensch auf dieser Welt, ohn sein Herr, der Erzherzog, könne diese Ordinanz aufheben.

Als wir aber vor Gewalt gebeten (denn er die Kompagni selbst einlogiren wollen) und voriges Erbieten repetirten, hat er endlich sein Leutnant Weingärtner (dahin Herr Runkel der Stadt wegen gleichfalls geraten) nach Frankfurt[37] zu Specken geschickt, welcher nach vielem Unterhandeln, endlich es dahin vermittelt, daß die Stadt monatlich 25 Achtel Korns oder anderthalb Pfund Brot auf 120 Köpf, welche den Herrn Obristen gefallen würd, neben 100 fl. Gelts auf ein paar Monat erlegen solte, bis verhoffentlich ander Ordinanz vom Erzherzoge erfolge. [Die Verhandlungen führen zu keinem festen Ergebnis. Die Stadt bleibt auf ihrem Standpunkt] … könnte nicht alles geben, müßten der Leut [die Burg] auch dazu helfen“.[38]

[1] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[2] SCHLOTTER, Acta, S. 115.

[3] Neuwied; HHSD V, S. 260.

[4] Montabaur [Unterwesterwaldkr.]; HHSD V, S. 239f.

[5] Wetzlar; HHSD IV, S. 461ff.

[6] Weilburg [Oberlahnkr.]; HHSD IV, S. 452f.

[7] Greifenstein [Kr. Wetzlar]; HHSD IV, S. 182f.

[8] Braunfels [Kr. Wetzlar]; HHSD IV, S. 59f.

[9] Diez [Unterlahnkr.], HHSD V, S. 75f.

[10] LAHRKAMP, Bönninghausen, S. 307f.

[11] Hohlenfels [Rhein-Lahn-Kreis].

[12] Burgschwalbach [Rhein-Lahn-Kreis].

[13] Walsdorf, heute Stadtteil von Idstein [Rheingau-Taunus-Kreis].

[14] Hohlenfels [Rhein-Lahn-Kreis].

[15] Mainz; HHSD V, S. 214ff.

[16] KELLER, Drangsale, S. 226.

[17] Idstein [Untertaunuskr.]; HHSD IV, S. 241f.

[18] Villmar [Oberlahnkr.]; HHSD IV, S. 439.

[19] Büdingen; HHSD IV, S. 66f.

[20] HECK, Naurath, S. 116f.

[21] Friedberg; HHSD IV, S. 145ff.

[22] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 373.

[23] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 373.

[24] Ehrenbreitstein [Stadt Koblenz]; HHSD V, S. 86f.

[25] Engers [Kr. Neuwied]; HHSD V, S. 92.

[26] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 103.

[27] Mainz; HHSD V, S. 214ff.

[28] Kempen [LK Kempen-Krefeld]; HHSD III, S. 384ff.

[29] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 373.

[30] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 373.

[31] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 610.

[32] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 373.

[33] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 237.

[34] WAAS, Chroniken, S. 206ff.

[35] Höchst [Stadt Frankfurt/M.]; HHSD IV, S. 226ff.

[36] WAAS, Chroniken, S. 211f.

[37] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.

[38] WAAS, Chroniken, S. 224f.

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