Ruthven [Ruthwen, Rutwen, Ruthuen, Rudtwein, Redwen, Retwin, Rittwein, Rudven, Rödwijn, Rödven, Rödwen, Rutwein, Rüttwein, „Pater Rotwein“], Patrick [Patricius, Peter, Padruig, Patkell], 1st Earl of Forth and Brentfort

Ruthven [Ruthwen, Rutwen, Ruthuen, Rudtwein, Redwen, Retwin, Rittwein, Rudven, Rödwijn, Rödven, Rödwen, Rutwein, Rüttwein, „Pater Rotwein“], Patrick [Patricius, Peter, Padruig, Patkell], 1st Earl of Forth and Brentfort; Feldmarschall [ca. 1572 -24.1.1652 in oder bei Buxtehude]

NPG D27080; Patrick Ruthven, Earl of Brentford by P. or S. Paul (Samuel de Wilde?)(c) Bodleian Libraries; Supplied by The Public Catalogue Foundation

Ruthven.Patrick Patrick Ruthven, Earl of Forth and Brentfort,[1] Feldmarschall [ca. 1572 in Ballindean (Schottland) – 24.1.1652 in oder bei Buxtehude (1573-1651,[2] ca. 1572 ?-1650[3] oder 2.2.1651] Herr zu Brevik[4] und Ljungbyholm[5] in Schweden, stand von 1608 bis 1637 als Obrist bzw. Generalmajor (1632) und Feldmarschall in schwedischen Diensten.[6]

In Ulm,[7] wo er ab Dezember 1631 als Gouverneur amtierte, später oft wegen seines übermäßigen Alkoholgenusses als „Oberst Rotwein“ apostrophiert, „renownd as the heaviest drinker in Swedish service and earned the sobiquet ‚Pater Rotwein’“,[8] warb er schon 1615, begleitet von Torsten Stålhandske, Schotten für Gustav II. Adolfs Krieg in Russland an. An dem Schwedischen Krieg in Deutschland nahm er ebenfalls teil.

In der Schlacht bei Breitenfeld[9] führte er im II. Treffen ein Regiment Infanterie (8 Kompanien mit 512 Mann).[10]

Der Schmalkaldener[11] Chronist Johann Georg Pforr [1612 -1687] hält fest: „Mit dem andern theill der armee ist der General Wolff Heinrich Baudiß über[n] walt uff Schmalkalden gangen und den 27. Septembr: [1631 a. St.; BW] alhier ankommen und sich mit 9 regiment zu fueß und 16 stück geschütz in die statt geleget, welche 9 regimenter in 14000 bewehrter mann bestanden, welche durch nachfolgende obristen commdirt worden, als nemblich[en der junge Graff von Thurm,[12] Oberst Hebron,[13] Obrist Vitzthum,[14] Obrist Rehn,[15] ein Schott, Obrist Marquai,[16] auch ein Schott, Obrist Hall,[17] Obrist Redewin,[18] Obrist Willenstein.[19] Uff den dorffschafften haben gelegen 39 cornet reutter. Den 29. dito sint berührte völcker wiederumb aufgebrochen und auch nach Francken gezogen. Diese Schwedische völcker haben sich bey den bürgern gar feindlich gehaltten, außgenommen die Keyserliche gefangene soldaten, haben die bürger ihrer gewohnheit nach tribuliret“.[20]

„Die Besetzung Oberschwabens, des damals von Vorderösterreich und Tirol kontrollierten so genannten schwäbischen Oberlandes und der katholischen freien Reichsstädte auf dem Gebiet des heutigen Landes Württemberg und des bayerischen Schwaben, durch die schwedisch-protestantische Armee begann im Prinzip mit dem 24. Februar 1632. An diesem Tag zog der schwedische Generalmajor Patrick Ruthven mit einer nur kleinen Entourage von 6 Pferden in der protestantischen freien Reichsstadt Ulm[21] ein, übernahm als Gubernator im Namen des Schwedenkönigs Gustav Adolf das Kommando über die militärischen Angelegenheiten der Stadt und begann sofort mit umfangreichen Werbungen. Bereits Ende März hatte er ein komplettes Infanterieregiment mit 1200 Mann in 8 Kompanien und 2 Kompanien Reiterei aufgestellt. Mit diesen Truppen machte sich Ruthven ohne Verzögerung an die Eroberung der katholischen Territorien zwischen Iller und Bodensee. Mit seinem Regiment, unterstützt durch die Ulmer Garnison, nahm Ruthven am 10. April das feste Schloss Erbach[22] ein, am 14. April wurde Weißenhorn[23] besetzt [Schilling, S. 146].

Inzwischen hatte Gustav Adolf, der mit dem schwedischen Hauptheer von Nürnberg[24] an die Donau gezogen war, am 6. April Donauwörth[25] eingenommen [Journal, S. 46]. Der König selbst hatte in dem Dorf Nordheim[26] Quartier genommen. Auf Bitten der Ulmer Delegierten bewilligte Gustav Adolf ein Kontingent Dragoner unter Georg Christoph von Taupadel und eine Esquadron Reiter, wodurch Ruthvens Korps auf ca. 3000 Mann verstärkt wurde.

„Zu diesem Zeitpunkt war Ernst Graf von Montecuccoli Oberbefehlshaber über die kaiserlichen Truppen am Oberrhein, im Elsass und in Oberschwaben. Als dessen Vertreter und Kommandeur der oberschwäbischen Truppen fungierte der kaiserliche Generalkommissar Wolfgang Rudolph von Ossa, welcher von einigen Regimentern des Erzherzogs Leopold von Tirol unterstützt wurde, Das strategische Ziel Gustav Adolfs war zunächst einmal die Einnahme der festen Orte und Pässe Oberschwabens sowie die Kontrolle der Aktivitäten der tirolischen Truppen Erzherzogs Leopolds und der des Generalkommissärs Ossa an der Grenze zu Vorderösterreich. Am 15. April rückte Ruthvens Korps in Oberschwaben ein und nahm innerhalb von 16 Tagen das ganze Oberland, mit Ausnahme der Stadt Lindau[27] (dem kaiserlichen Hauptstützpunkt für diese Region) in Besitz. Bereits am 16. April besetzte ein Teil seiner Truppen, 1000 Mann zu Fuß unter Oberstleutnant William Gunn und eine Kompanie Reiter, die Stadt Memmingen.[28] [Schilling, S. 146f., Löffler, S. 164].

Oberst Taupadel wurde mit seinen Dragonern als Avantgarde nach Leutkirch[29] kommandiert. Dazu brach er mit 800 Dragonern am 17. April abends gegen 4 Uhr in Memmingen auf. Als die kaiserliche Besatzung Leutkirchs, darunter die Leibkompanie Ossas unter Rittmeister von Rehmingen, die Annäherung der Schweden bemerkte, wollte sie über einen einvernehmlichen Akkord verhandeln, was die Schweden jedoch ablehnten. Leutkirch wurde am 18. April eingenommen, dabei die Leibkompanie Ossas komplett gefangen genommen, die Stadt mit einer Kontribution von 20.000 Gulden belegt. ‚Als dieser Verlauf dem Ossa vorkommen, vnnd der kayerl. Commissarius Fuchs, als wann er besagte Leib Compagny den schwedischen verrathen hette, bezüchiget worden, hat er ihn deswegen lebendig spießen lassen’. [Theatrum Europ., Bd. 2, S. 560]. Die Reiterkompanie [Augustin; BW] Vitzthum, die sich in der Nähe Leutkirchs aufgehalten hatte, zog sich auf Nachricht von der Einnahme der Stadt in Richtung Lindau zurück, wo sich Ossa mit 1100 Soldaten verschanzt hatte.

In Leutkirch traf am folgenden Tag Ruthven mit 1500 Mann ein, wandte sich weiter nach Wurzach,[30] von wo er Kontributionsverhandlungen mit der Stadt Waldsee[31] in die Wege leitete. Am 20. April zog er weiter nach Biberach,[32] welches ohne Widerstand besetzt wurde und am 25. dieses Monats den Huldigungseid für den Schwedenkönig leisten musste. Währenddessen waren die Dragoner und die Reiterei unter Taupadel weiter nach Wangen[33] im Allgäu gezogen und hatten dieses am 22. April eingenommen. Die Stadt musste ihre gesamte Bewaffnung, darunter 12 Geschütze und ein Mörser, nach Memmingen liefern. Am 26. April rückten Taupadels Dragoner schließlich in Ravensburg[34] ein.

Während Ruthven die wichtigen Plätze Oberschwabens in Besitz nahm, waren die kaiserlichen Truppen nicht untätig geblieben. Unter Führung des kaiserlichen Obersten und Generalkommissars Wolf Rudolf von Ossa wurden von Lindau 2000 Soldaten mobilisiert und mit etlichen tausend Mann Allgäuer Landvolk verstärkt. Unter dieser Bedrohung sah sich die schwedische Besatzung von Wangen gezwungen, dieses wieder zu quittieren. Nach einem verlorenen Rückzugsgefecht an der Brücke am 8. Mai, zogen sie nach Leutkirch und, nachdem sie die Illerbrücke bei Aitrach[35] niedergebrannt hatten, weiter nach Memmingen zurück.

Auch Taupadels Dragoner in Ravensburg konnten ihre Stellung nicht halten. Generalmajor Ruthven, der sich für eine Belagerung Lindaus zu schwach fühlte, hatte sich in Richtung Biberach gewandt und auch Taupadel zum Rückzug angewiesen. Landvolk unter Führung des Grafen Jakob von Waldburg-Zeil griff die Taupadel’schen Truppen in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai bei dem Kloster Weingarten[36] an. Die Dragoner mussten sich Hals über Kopf nach Biberach zurückziehen und verloren 32 Bagagewägen, darunter den Reisewagen Taupadels“.[37]

Der schottische Söldner Robert Monro[38] hielt in seinen Erinnerungen fest: „Am 16. April [1632; BW] brach S. M. mit der Armee von Augsburg[39] auf und marschierte nach Ingolstadt,[40] in der Absicht, den Herzog von Bayern dort herauszujagen. Wir hatten viele Soldaten unserer Armee als Besatzung in Landsberg,[41] Mindelheim,[42] Füssen,[43] Schongau[44] und in verschiedenen anderen Orten Schwabens zurückgelassen, wo Generalmajor Ruthven, damals Gouverneur von Ulm, mit seinen Streitkräften, die uns auch den Rücken deckten, alle Papistenstädte zwischen Ulm und Lindau sowie den größten Teil Schwabens durch Akkord unter die Herrschaft S. M. von Schweden und zu Geldzahlungen gebracht hatte. Für diesen Dienst gab ihm der König mit Unterschrift und Siegel die Grafschaft Kirchberg,[45] die in der Nähe von Ulm liegt und den Fuggern von Augsburg gehörte.[46] Der Kaiser hatte sie in den Grafenstand erhoben, und nun waren sie aus Kaufleuten Soldaten geworden und dienten S. M. dem Kaiser. Diese Grafschaft warf jährlich neben den Kriegskontributionen 10.000 Reichstaler ab“.[47] Der Salemer[48] Mönch Sebastian Bürster [? -1649] schrieb in seiner Chronik über den Versuch, sein Kloster niederzubrennen: „Den 26. Aprilis [1632] allhier geht der Bock an. Auf diesen Tag seien die Schwedischen, ein große Truppen, von Ravensburg[49] aus auf das Kloster, solches zu verbrennen und in die Asche zu legen, abgefertigt. Eben wollten wir zu Nacht essen und seien zu der Tafel zu Hof gesessen, als seien sie bei dem Untertor herein. Sobald sie aber in das Kloster gekommen, haben sie 8 oder 9 Geistliche ertappt samt etlichen Pferden und hangenden Wagen oder Gaudtschen, in welche alle einsitzen müssen, gefänglich nach Ravensburg geführt, alldort so lang behalten, bis man ihnen die Ranzion oder Brandschatzung, 6000 Taler, erlegt. Als aber nun der Obrist dieser brennerischen Truppe, dann sie also genannt und ihr officium, bei der großen Unterkirchentür stund und hineingehen wollte, das schöne, heroische Gewölb, Gebäu und Altar ansichtig worden, ist ihm, wie er selbst bekennt, ein solcher Greuel, Schrecken und Zittern angekommen, daß er gleichsam ertattert, hat also nit können und mögen seinem anbefohlenen Befehl nachzukommen und ins Werk zu setzen. Damit dieser Obrist Brenner aber (dann ihm das Leben darauf gestanden, daß er brennen solle) seinem Obrist Major Rudtwein ein Genügen und doch etwas täte, dann neben dem Gotteshaus Befehl gewesen, 3 oder 4 nächste Flecken samt demselben abzubrennen, hat er im Hinwiederziehen den Flecken zu Neufra[50] angezündt und, so ers nit getan und gar nichts brennt hätte, hätte er müssen hangen, seien also 26 First abgebrennt und zu Asche gemacht und auf die 75 Stück Ross und Vieh. Ist auch unser Lustgärtner verstochen und auch 3 Personen verbrennt worden. Den 28. Aprilis aber seien die 6000 Taler erlegt, die Geistlichen wieder ledig gelassen, denen oft gedräut, wann das Geld nicht folge, würden sie hangen müssen. Haben auch von diesem Tag an täglich nach Ravensburg 400 Kommißbrote, jedes 2 Pfund, Hafer 15 Scheffel, 2 Ochsen, Stroh und Heu, jedesteils ein Fuder, müssen schicken, bis auf den 6, Mai. Den 7. Mai haben sie Ravensburg verlassen und fliehen müssen“.[51]

Monro schreibt weiter: „Am 1. Juni brach unsere Armee von München in Bayern nach Donauwörth[52] auf, nachdem wir in Schwaben eine 8 000 Mann starke Abteilung zurückgelassen hatten, die von Herzog Bernhard von [Sachsen-; BW] Weimar und Generalmajor Ruthven befehligt wurde. Sie hatte den Auftrag, auf Oberst Ossa aufzupassen“.[53] […] „Nachdem er sich von der ganzen Armee verabschiedet hatte, kehrte der König nach Donauwörth zurück, wo die Königin ihn schon erwartete und wo er sich für den Marsch nach Sachsen fertigmachte. Sobald der König in Donauwörth zusammen mit der Königin gespeist hatte, ging er zu seiner Kutsche. Da nahm ich in Anwesenheit von General Baner, Pfalzgraf Christian [von Birkenfeld; BW], Sir Patrick Ruthven und verschiedener anderer Edelleute Abschied vom König und der Königin. Es war der schmerzvollste Abschied, den ich je erlebt habe, denn ich und unser Regiment waren bei allen wichtigen Ereignissen immer um den König gewesen, von dem Zeitpunkt an, als er in Stettin zu seinem Feldzug aufgebrochen war, bis zu unserem Abschied in Donauwörth am 11. Oktober“.[54]

Ruthven war auch bei der Einnahme von Landsberg am Lech[55] [27.10.1632] beteiligt. „Am 26. Oktober 1632 kam folglich der schwedische General Pfalzgraf Christian von Birkenfeld vor der Stadt an und forderte sie zur Übergabe auf. Die Besatzung unter dem Kommando des Obristen Juritsch leistete tapferen Widerstand, übergab jedoch auf inständiges Bitten der Bürger, welche bei längerem Widerstand Angst hatten, alle Grausamkeiten vom Feind auszustehen, die Stadt unter vorteilhaften Bedingungen an die Schweden. Diese hielten aber, sobald sie von Landsberg Besitz genommen hatten, die ausgehandelten Bedingungen nicht ein. Sie machten es weit ärger als zuvor und verdoppelten alle Gewalttätigkeiten, Erpressungen und andere unausstehliche Bedrängnis sowohl gegen die Bürger als gegen das ganze Landgericht“.[56]

Monro erinnert sich an den Entsatz von Rain am Lech[57]: „Pfalzgraf Christian war von S. M. eingesetzt worden, die Armee in Bayern zu führen. Nachdem er in Rain am Lech vier Kompanien Schweden unter Oberst Werbran zurückgelassen hatte, brach er mit der Armee nach Aichach[58] auf, und als er die Stadt durch Akkord eingenommen hatte, setzte er seinen Marsch nach Landsberg am Lech fort. Wir näherten uns der Stadt bis auf eine halbe Meile[59] und schlugen für eine Nacht ein Lager, bis die Vorbereitungen bezüglich der Lebensmittel und der Ausrüstung getroffen waren, die wir zu einer Belagerung benötigten. Als das getan war, marschierten wir am nächsten Tag in Schlachtordnung auf die Stadt zu. Wir stellten uns in Kanonenschußweite vor ihren Wällen in den sichersten Abschnitten auf, und während sie mit Kanonen unter uns hineinfeuerten, teilten wir unser Fußvolk in Brigaden auf und schickten diese in die jeweiligen Stellungen. Die Reiterei wurde ebenfalls aufgeteilt. Einige Reiter wurden abkommandiert (II, 171), das Gelände auf der Seite zu erkunden, wo der Feind herkommen könnte, andere erhielten den Auftrag, neben der Infanterie zu bleiben, damit sie bei einem Ausfall gegen Soldaten beistünden, oder gegen Entsatztruppen, falls diese zur Stadt kämen. Der Rest unserer Reiterei wurde in Quartiere eingewiesen, aber Meldereiter blieben zur Nachrichtenübermittlung zurück. Die Stadt wurde nun von allen Seiten her belagert. Wir bauten eine Brücke über den Fluß und schickten eine starke Wache zu Fuß und zu Pferd dorthin, die verhindern sollte, daß der Feind von dieser Seite Nachschub bekäme oder dort entweichen könnte. Zugleich begannen wir die Arbeit an den Annäherungsgräben, und Befehle wurden gegeben, in aller Eile Batteriestellungen zu errichten. Sowohl die Kanonen als auch die Schanzarbeiter in den Gräben bekamen Schutzwachen, während die Obristen die Wälle vor ihren Abschnitten erkundeten. Dabei erhielt als erster Oberst Fowle einen Musketenschuß durch den Schenkel. Er wurde sofort zur Behandlung nach Augsburg[60] gebracht. Noch vor der Nacht schickten wir eine zweite Reiterabteilung zur Erkundung los, damit nicht ein Mißgeschick über die erste käme, aber auch damit wir nicht vom Feind überrascht würden, der bei München in großer Stärke zusammengekommen war.

Spences Regiment und meines wurden beauftragt, sich für den General bei seinem Quartier zur Verfügung zu halten, mein Oberstleutnant befehligte die Wachen bei den Batteriestellungen und den Gräben in unserem Abschnitt, und Generalmajor Ruthvens Brigade hatte den nächsten Abschnitt nahe beim Fluß inne. Unter den Offizieren der beiden Brigaden entstand nun ein Tüchtigkeitswettstreit, wer zuerst mit seinen Annäherungsgräben den Wall erreiche, aber die Leute von Ruthvens Brigade mußten uns trotz ihres Fleißes den Vortritt lassen, da wir eben ältere Burschen waren als sie, denn in der Tat waren wir, was die Disziplin anging, ihre Lehrmeister, und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als das anzuerkennen.

Dieser Wettstreit unter uns förderte den Sieg, so daß vor dem nächsten Morgen unsere Batterie, in der Sinclair das Kommando führte, eine Bresche in eine außerhalb der Stadt liegende Schanze schoß. Im Abschnitt des Generalmajors wurden zwei feindliche Offiziere auf dem Wall getötet und die Geschütze aus den Bettungen gerissen, dazu schoß man eine große Bresche in den Wall. Als der Feind sah, daß er zwei große Breschen zu verteidigen hatte, rührte er die Trommel und wünschte zu verhandeln. Das wurde ihm gewährt, der Akkord kam voran, und den Feinden wurde es erlaubt, ohne Waffen herauszumarschieren, denn der General hatte Nachricht, daß eine feindliche Armee käme, sie zu befreien. So war er froh, daß er ihnen diese Bedingungen gewähren konnte, bevor er vom Feind, der zu ihrer Hilfe schon nahe herangekommen war, gezwungen würde, die Belagerung der Stadt aufzuheben. Als der Feind herausmarschiert und mit einem Geleit weggebracht worden war, schickte der General den Generalmajor Ruthven mit einer starken Abteilung Infanterie in die Stadt, damit er alle Stellen besetze und dann auf die Vorräte und Waren aufpasse, die sich in der Stadt befanden, Getreide, Wein, Geschütze, Munition, Pferde und andere Waren aller Art, die sie zu ihrem Vergnügen gebrauchen konnten. Als das getan war, wurde die Infanterie in ihre früheren Quartiere zurückgeschickt, um sich dort auszuruhen, bis weitere Befehle erteilt würden (II, 172).

Die Reiterei schickte man ebenfalls in die Quartiere in der Stadt, ebenso für die Obersten der Reiterei und der Infanterie für die Zeit, in der der General sich voraussichtlich dort vergnügte. Verschiedene unserer Infanteristen, die in den Batteriestellungen und Gräben verwundet worden waren, erhielten Quartiere in der Stadt, und es wurde ihnen erlaubt, Chirurgen beizuziehen, die sie kurieren sollten. Die Stadt wurde sofort wieder mit vier Kompanien aus Oberst Hugh Hamiltons Regiment besetzt, neu ausgehobenen Leuten aus der Schweiz, die sein Major, ein Ire (wahrscheinlich Christian Selle; BW], kommandierte. Ein anderer deutscher Major namens Montagne [Mortaigne; BW] wurde eingesetzt, die Garnison zu befehligen. Diejenigen, die zuerst in die Stadt hineinkamen, machten gute Beute an Pferden und an anderen Waren. Aber das meiste wurde von den Generalspersonen beschlagnahmt, die den Gewinn an sich rafften, obwohl sie keine Mühen dafür ertragen hatten. Zum erstenmal vermißten wir dabei unseren früheren Führer, den unbesiegbaren Gustav, der bei solchen Gelegenheiten nicht nur die Verdienste der Kavaliere anerkannte, sondern auch bereit war, sie durch seine Geschenke zu belohnen und ihnen Gnadengeschenke gewährte, so wie er es gegenüber Generalleutnant Gunne getan hatte.

Am nächsten Tag wurde eine Abteilung von 1 000 Reitern und 800 Musketieren in Richtung München hinausgeschickt, die Nachrichten darüber einholen sollte, was der Feind beabsichtige. Sie hatten auch den Befehl erhalten, die Feinde in ihren Quartieren anzugreifen, wenn sich eine passende Gelegenheit dazu ergäbe. Aber entgegen ihrer Erwartung war der Feind in einem Wald in Bereitschaft beisammen geblieben, so daß unsere Abteilung unvermutet mit ihm in Kampfberührung kam. Nachdem sie unter schwierigen Umständen Verluste durch Gefangennahme erlitten hatte, wurde sie gezwungen, sich zurückzuziehen. Der Feind, der Nachricht erhalten hatte, daß die Stadt Landsberg übergeben worden sei, setzte seinen Marsch nach Rain am Lech fort, um uns zuvorzukommen und die Stadt als Gegenleistung für den Verlust von Landsberg einzunehmen. Als unsere Abteilung sich zurückgezogen hatte und der General erkannte, daß die Armee des Herzogs von Bayern nach Rain marschiert war, brach er mit unserer Armee auf und marschierte auf dem anderen Lechufer nach Augsburg. Da er befürchtete, die Schanze bei Rain und die Brücke könnten vom Feind eingenommen werden, schickte er Hauptmann James Lyell mit 200 Musketieren in die Schanze. Dieser hatte den Befehl, dort bei seiner Ankunft das Kommando zu übernehmen.

Als er hinkam, den Oberst Werbran vorfand und ihm seinen Befehl vorzeigte, hieß ihn der Oberst willkommen, weil er vom Feind hart bedrängt wurde, aber auch, weil ihm bange war, so daß der Hauptmann keine Schwierigkeiten hatte, das Kommando zu übernehmen, was er auch freudig tat, denn Lyell war mehr auf Ansehen als auf Gewinn bedacht, ganz im Gegensatz zur Art des Obersts. Die Armee war rechtzeitig zu Hilfe gekommen. Unsere Reiter blieben auf der anderen Seite des Flusses in Richtung Donauwörth,[61] ausgenommen das Regiment meines Vetters Monro of Fowlis, das mit der Infanterie über die Brücke marschierte, denn es hatte den Befehl, in den ersten Nachtwachen den Fußtruppen beizustehen. Unmittelbar nachdem wir hinübergegangen waren, wurden ungeachtet der Armee des Herzogs von Bayern 500 Musketiere zur Verstärkung in die Stadt geschickt. Dann begannen wir mit dem Bau unserer Batteriestellungen, und wir trieben unsere Annäherungsgräben gegen die Stadt vor. Mit dem Vorrücken verlegten wir auch unsere Batterien und Schanzen immer weiter nach vorn. Als in der zweiten Nacht unsere Batterien fertig waren, begann zwischen uns und dem Feind ein gegenseitiges Hin- und Herschießen mit den Kanonen, wobei Fähnrich Murray von einer Kanonenkugel totgeschossen wurde. Sein Schenkelknochen war ihm zerschmettert worden. Er wurde sehr beklagt, denn er war ein ungewöhnlich guter und erfahrener Soldat, voller Tapferkeit bis zu seiner letzten Stunde.

Als der Feind am Sonntagnachmittag den Tod Seiner Majestät des Königs von Schweden mit Gewißheit erfahren hatte (II, 173), marschierte er mit der ganzen Armee, den Reitern, dem Fußvolk und der Artillerie vor der Stadt auf, und aus Freude über diese Nachricht gab er drei Salven mit Kanonen, Musketen und Pistolen ab, was uns umso mehr wunderte, weil wir nicht verstanden, warum sie es taten. Aus diesem Grund beschloß der General, am nächsten Morgen einen Ausfall zu machen, um von ihnen einige Gefangene in die Hand zu bekommen. Um ihn durchzuführen, wurden 500 abkommandierte Musketiere unter dem Befehl von Oberstleutnant Lesly [George Leslie; BW] bereitgestellt, die den Auftrag hatte, noch vor Tagesanbruch einen Ausfall gegen den Feind zu unternehmen. Das führte Lesly aus, und indem man die Feinde aus ihren Stellungen zurücktrieb, wurden über 60 getötet und 30 gefangengenommen. Die Gefangenen enthüllten uns den Grund für ihr Salvenschießen. Durch sie erfuhren wir auch, daß die Armee um Mitternacht aufgebrochen war und die Donau auf einer Schiffsbrücke überquert hatte. Sie beabsichtigte, in Eile nach Sachsen zu marschieren, um die Kaiserlichen zu verstärken, die sich nach ihrer Niederlage bei Lützen[62] nach Böhmen zurückzogen.

Ungeachtet des Vorteils, den wir über einen Feind hatten, der noch durch den Fluß geteilt war, wollte ihn unser General nicht angreifen lassen, obwohl sich Generalmajor Ruthven und alle Offiziere anboten sich einzusetzen. Der General befürchtete, die Feinde könnten dazu kommen, aus Verzweiflung zu kämpfen, so daß er nicht erlaubte, auf sie einzudringen, sondern sich dafür entschied, eine einmalige Gelegenheit fahren zu lassen. Danach marschierten wir innerhalb von drei Tagen nach Augsburg, wo wir zwei Monate bei strengem Frost ohne den Schutz von Häusern oder Gärten auf freiem Feld lagen. Das brachte die Armee herunter, die ohne den Einsatz gegen den Feind faul wurde, so daß damit unsere Generale dem Feind Zeit ließen, Kraft zu sammeln, uns wieder aus dem Land zu werfen, was wir früher durch die Tapferkeit S. M. und seine gute Führung unterworfen hatten“.[63]

„In einer Zeit, in der blutigste Kämpfe, boshafte Intrigen und raffinierte Liebesabenteuer die erstrebenswertesten Lebenziele bildeten, durfte auch das Duell nicht fehlen. Aus Sperreuters Leben finden wir nur eins berichtet, obwohl es gewiß nicht das einzige gewesen ist. Sperreuter war am 7.2. mit 1000 Pferden in Ulm[64] eingetroffen. v. Soden berichtet weiter: ‚Als Sperreuth im Februar 1633 in Ulm garnisonierte, geriet er in Händel mit dem Generalmajor Rittwein, weil dieser einen von jenem ausgerissenen Cornet bei sich behielt, hegte und nicht nach Kriegsbrauch dem Regiment überlassen wollte. Hierüber fielen ehrenrührige Reden, die nur mit dem Degen ‚sustalirt’ werden konnten. Am 9./19. Februar 1633 kam es vor Ulm zwischen beiden zum ‚Duell zu Fuß’. Sperreuter wurde durch einen Stoß auf die rechte Brust schwer verwundet und zur Heilung in die Stadt gebracht. Ärzte und Wundärzte gaben zur vollständigen Heilung wenig Hoffnung. Deshalb genoß Sperreuter noch am Nachmittag des nämlichen Tages das heilige Abendmahl, ordnete durch Testament seine Angelegenheiten und stellte alles dem lieben Gott anheim. Aber nach einigen Tagen war er … so weit hergestellt, daß man keine Lebensgefahr mehr bei ihm fürchtete’. Doch hörte man einige Zeit nichts mehr von ihm“.[65]

1633 erstürmte Torstensson Landsberg am Lech.[66] Dabei waren auch Truppen Ruthvens.

„Während Bernhard und Horn an der Amper standen, war der schwedische Artillerie-General Lennart Torstensson, der gerade erst gegen den Grafen Otto Friedrich von Harrach, Sohn des kaiserlichen Hofrats Karl von Harrach und Schwager Wallensteins, ausgewechselt worden war, mit einem Teil der Augsburger Garnison aus den Regimentern Ruthven, Schlammersdorff und Liebenstein (600 Mann zu Fuß) sowie Houwald und Degenfeld (250 zu Pferd) auf Anordnung Bernhards gegen Landshut am Lech gerückt, wo er seit 10. April die Stadt belagerte. Während der Belagerung waren die Landsberger in eine Verschanzung des Obersten Thomas Sigmund von Schlammersdorff ausgefallen und hatten dort viele Belagerer niedergemacht sowie einen Wacht-meister und 2 schwedische Edelleute in die Stadt geführt. Die schwedisch-protestantischen Belagerungstruppen waren durch die hohen Verluste von mehr als 300 Mann äußerst verbittert. Während die Stadt durch ihren verwundeten Kommandanten noch Ver-handlungen führte, erstiegen die Belagerer in der Nacht vom 19. auf den 20. April 1633 die Stadtmauern [Chemnitz verlegt die Erstürmung auf den 23. April). Das folgende Blutbad unter der Bevölkerung erregte sogar in der damaligen Zeit besonderes Aufsehen, weil während der viertätigen Plünderung 37 Bürger, 300 Soldaten, 81 Bauern und 36 Frauen und Mädchen getötet wurden. Etliche Frauen retteten sich der Überlieferung nach in einen Turm der Stadtbefestigung (heute Jungfernsprung genannt), von wo sie sich in die Tiefe stürzten, um ihren Verfolgern zu entgehen. (Chemnitz II, S. 400; Heilmann II, S. 412; Soden II, S. 71). Diese Belagerung wirft ein schlechtes Bild auf Torstensson als späterer Feldmarschall, welcher jedoch im Vergleich zu seinem Nachfolger Karl Gustav Wrangel als geradezu human bezeichnet werden kann“.[67]

„Im Frühjahr 1633 wendete sich Bernhard von Weimar,[68] der inzwischen mit dem ‚Herzogtum Franken‘ belohnt und belehnt wor- den war, im Auftrag des schwedischen Kanzlers wieder gegen Bayern. Bald überschritt er auch die Grenzen des Fürstbistums Eichstätt. Der Rebdorfer[69] Propst Gabriel Reb schreibt in sein ‚Calendarium‘ zum 26. April: ‚Abends ist ein Trometer vom Herzog Weimar von Neuburg[70] für (vor) Eichstätt[71] mit einem Absageschreiben gekommen, und (hat) Contribution begehret‘. Und zum 28. April: ‚Seyend Schreiben nacher Neuburg geschickt worden einen Accord zu treffen‘. Im sogenannten ‚Kriegsregister‘ […] heißt es zum 1. Mai weiter: ‚Herzog Bernhard (ist) Abends zwischen 5 und 6 Uhr auf dem Petersberg gekommen mit seiner Armee, (hat) das Schloß (Willibaldsburg) belagert bis auf den 11. May, an welchem Tag es zwischen 11 und 12 Uhr aufgegeben worden. Man mußte aber ihnen dazumal an baaren Geld, und Silbergeschänken 1800 fl. geben‘.

Gabriel Reb trägt zum 4. Mai weiterhin ein: ‚Seyend die Herren nacher Neuburg zu Herzog Weimar, haben accordirt pro 1200 Taler; ist er mit ihnen, und seinem Volk abends zu E i c h s t ä t t angekommen; andern Tags das Schloß anfangen zu beschiesen. Ist ein gar ernstliche Belagerung gewesen, und harten Widerstand, weil aber wider alles Verhoffen, und Versprechen kein Entsatz, so doch um Ingolstadt[72] gewesen, erfolget, haben sie aufgegeben, und seyend mit Sack und Pack abgezogen. Der Feind hat etlich 100 Mann verloren, darunter ein Oberster Leutnant, der Erste Constabel, und etliche andere Officier. Entzwischen seyend unsere beiden Klöster (Rebdorf und Mariastein) von Grund aus geplündert worden; alle Altäre (und) Sepulchra (Gräber) eröffnet; alles verruiniert, zerschlagen, alles Viehe Getraidt, Bier, Zinn, Kupfer usw. hinweg. Die Unsern (die Rebdorfer Chorherren) seyend im Schloß bis auf den 20. May aufgehalten (worden); hernach nach Erlegung 300 Taler Ranzion (Lösegeld) ins Prediger (Dominikaner) Klöster mit ihrem Sack und Pack gelassen worden; dergleichen die von Mariastein ohn Ranzion nach St. Walburg‘.

Am 13. Mai ließ Bernhard von Weimar die  f ü r s t b i s c h ö f l i c h e  R e s i d e n z  von Oberst Klaus von Rasch besetzen. Dieser Westfale diente im Regiment des Obersten Klaus Dietrich von Sperreut. Der eichstättische Burgkommandant Kaspar von Blarer von Wartensee konnte nach vorläufigen Verhandlungen ungehindert abziehen. Der ‚accord‘ wird vierzehn Tage später ratifiziert. Den Vertrag unterzeichnen für die Schweden Klaus Dietrich von Sperreut und zwei weitere Offiziere. Für den Fürstbischof von Eichstätt [Johann Christoph v. Westerstetten; BW] unterfertigen der Statthalter Georg von Riedheim, der Hofmeister Hans Jakob von Sirgenstein, der Kommandant Kaspar von Blarer, sowie zwei Hofräte. Der Wortlaut dieses Vertragswerkes findet sich in der historisch-topographischen Beschreibung Eichstätts von Andreas Kraus.

Priorin Klara [Staiger; BW] berichtet sehr ausführlich über die Einnahme Eichstätts durch die Schweden. Die Mariasteinerinnen, die auf die Burg geflohen waren, können von dort aus die Geschehnisse gut beobachten und verfolgen. So müssen sie auch am 4. Mai [1633; BW] voller Entsetzen der P l ü n d e r u n g  i h r e s  K l o s t e r s zusehen. Sir Patrick Ruthwen, ein schottischer Generalmajor, soll Anführer der plündernden Soldaten gewesen sein. Wunibald Hueber, Augustiner-Chorherr zu Rebdorf, notiert in seinem kurzen Bericht ‚Wer dises lesen wirt‘ […], daß auch die Rebdorfer 400 Gulden Lösegeld an diesen ‚General maior Rüthwen‘ zahlen mußten. Am 22. Mai dürfen die Mariasteiner Schwestern die Burg wieder verlassen und werden in der Abtei St. Walburg freundlich aufgenommen. Die folgenden Monate bleiben verhältnismäßig ruhig“.[73] Im September 1633 nahm er an der Belagerung von Konstanz teil.[74]

Am 11.8.1635 ist er unter den ranghohen Offizieren aufgeführt, die nach dem Prager Frieden[75] mit Axel Oxenstierna[76] und Johan Banér in Magdeburg[77] eine gegenseitige Treueverpflichtung[78] unterzeichneten. Allerdings war er nicht persönlich anwesend.

Im September 1635 soll er mit 8 Kompanien vor Magdeburg[79] gelegen haben.[80]

„Die Kaiserlichen waren noch fern, aber der Kurfürst Johann Georg von Sachsen bewährte sich als neuer treuer Bundesgenosse und überschritt mit einem stattlichen Heere Mecklenburgs Grenzen. Sein General Baudissin lagerte sich mit 7000 Mann Infanterie Ende November 1635 vor Dömitz,[81] der schwedische Festungskommandant Jeßvitzky[82] ließ zu besserer Vertheidigung die Stadt in Brand stecken. Banèr aber sandte seinen General Ruthven, einen Schotten, mit 4000 Reitern und 800 Musketieren, die sich auf die Sachsen warfen, während gleichzeitig Jeßvitzky aus der Festung einen Ausfall machte; die Hälfte wurde getödtet, der Rest gefangen und den Schweden eingereihet; Baudissin selbst konnte sich nur schwimmend über die Elbe retten. Merkwürdiger Weise schreibt Herzog Adolph Friedrich schon 4 Wochen früher, Ende Oktober, in seinem Tagebuche von einem schwedischen Siege bei Dömitz, der damals nicht stattgefunden hat und nur auf einem bloßen Gerücht beruhen konnte“.[83]

„Banér verfolgte des Kurfürsten Marsch mit großer Unruhe. Wollte der Kurfürst nur die Besetzung Berlins durch die Schweden verhindern oder wollte er gar dem nach Pommern abkommandierten [Carl Gustav v.; BW] Wrangel in den Rücken fallen ? Banér berief daher Torstenson und den schwedischen Obristen Ruthven am 8. Januar nach Neuruppin[84] zu einer Aussprache über die Kriegslage.

Da die schwedische Armee dringend neue Quartiere brauchte, wenn sie nicht an Hunger zugrundegehen wollte, beschlossen die drei Feldherrn im Einvernehmen mit dem schwedischen Reichskanzler, den Kriegsschauplatz in die Länder des Kurfürsten von Sachsen zu verlegen. Schon am Abend des 8. Januar erging Banérs Befehl an sämtliche Truppen, am folgenden Morgen ihre Quartiere zu verlassen und so schnell wie möglich gegen die Elbe vorzurücken. Die Sachsen, die einen ähnlichen Entschluß von Banér erwartet haben mochten, schickten noch am selben Tage drei Kompanien Dragoner unterm Obl. Haubigen auf den Weg nach Brandenburg, auf des Feindes Actiones Achtung zu geben. Als sich die Gerüchte vom Abmarsch der Schweden bestätigten, gaben die Sachsen den weiteren Vormarsch auf und traten den Rückzug an.

Die schwedische Hauptarmee stand gerade an der Elbe, als die von Banér an der Oberhavel und am Rhin zurückgelassenen Besatzungstruppen meldeten, daß sie soeben einige Trupps sächsischer und morzinscher Soldaten von Ruppin[85] nach Fehrbellin[86] zurückgeworfen hätten. Die Sachsen mussten also, nachdem ihnen der Marsch über Fehrbellin mißglückt war, über Spandau[87] ziehen. Banér erkannte seinen Vorteil in diesem Wettlauf nach Sachsen. Er ließ sein schwedisches Expeditionskorps, unter Ruthven im Elb-Havel-Winkel, blitzschnell nach Magdeburg vorstoßen. Er selbst marschierte so schnell er konnte, nach Süden“.[88]

„Anfang 1636 lag die weiterhin von Johann Georg I. geführte sächsische Armee[89] um Bernau.[90] Aus seinem Hauptquartier bei Templin[91] beorderte der Kurfürst Morzin nach Berlin, um Baner näher zu sein. Der Feldmarschall rückte überraschend am 21. Januar mit seiner Armee auf Havelberg[92] und Werben[93] vor. Die meiste Reiterei ließ er unter [Patrick; BW] Ruthven und Lilie über die Havel zur Brücke bei Magdeburg[94] vorausgehen. Von hier beorderten sie Hans Wachtmeister nach Mansleben,[95] wo er Dehn-Rothfelsers Regiment schlug und in die Flucht trieb. Mit einem Teil der Besatzung Magdeburgs zogen Lilie und Ruthven dann nach Barby.[96] Da Mitzlaff der Aufforderung, die Stadt zu übergeben, nicht nachkam, ließen sie einige Reiterei zurück und gingen nach Bernburg.[97]

Nunmehr kam Baner nach Barby vor. Doch auch seiner Aufforderung zur Übergabe stand Oberst Mitzlaff ablehnend gegenüber. Deshalb befahl er zwei Tage später die Erstürmung der Stadt. Mitzlaff wurde gefangen genommen und nach Stralsund[98] gebracht, von wo aus ihn der Reichskanzler[99] zur Haft nach Schweden überführen ließ. Durch Bestechung der Wachen gelang es dem Dänen, wenig später zu fliehen.

Als Johann Georg I. vom Anmarsch der Schweden an die Elbe erfuhr, brach er mit der ganzen Armee nach Wittenberg[100] auf. Nach ihrem Eintreffen am 30. Januar wollten sich die Sachsen mit Proviant und Geschützen aus Leipzig[101] verstärken. Da aber die Schweden vor ihm da waren, fiel ihnen das meiste in die Hände. Ungeachtet dessen rückte Johann Georg I. zur Entsetzung der Moritzburg nach Halle.[102]

Baner hatte am 3. Februar das von den Verbündeten verlassene Halle eingenommen, in dem Fabian von Ponickau die Moritzburg verteidigte. Als der Kurfürst heranrückte, zogen sich die Schweden über die Saale zurück und verbrannten hinter sich die Brücke. Sie nahmen Naumburg[103] ein und zerstörten die Brücken von Merseburg[104] und Weißenfels[105] durch Feuer“.[106]

Im Februar 1636 war Ruthven in Schaafstedt[107] einquartiert.

„Unsere arme Stadt [Bad Langensalza;[108] BW] wurde dem Generallieutenant Rutwein zu Unterhaltung seiner Truppen zugewiesen. Dieser ließ am 28. Februar 1636 den hiesigen Stadtrath nach Schaafstedt entbieten, um sich mit demselben wegen der monatlichen Contributionen zu vergleichen. Von dem Vergleiche selbst und von der Leistung der Kriegssteuer ist nichts aufgezeichnet; die Truppen waren zu dem neuen Feldzuge viel zu sehr in Bewegung, als daß sie zu weiterer Verfolgung ihrer Erpressungen viel Zeit behalten hätten“.[109] Der schwarzburg-sondershausische Hofrat Volkmar Happe[110] erinnert sich in seiner „Thüringischen Chronik“: „Eodem Die [19./29.2.; BW] abends umb 8 Uhr sind zweyhundert schwedische Reuter von des Obristen Retwins Volcken und dem churländischen Regiment zu Greußen[111] in die Neustadt gewaltsamer Weise eingefallen, die Thore aufgehauen, sich in die Heuser quartiret und alle Thore mit Wachen besetzet und haben von der Stadt eintausend Ducaten begehret, entlichen aber ist mit ihnen auf 150 rh und 2 Pferde accordiret worden. Haben sonsten keinem Menschen kein Leid gethan, sondern sind des folgenden Tages frühe umb 8 Uhr wieder friedlich abgezogen“.[112]

Der hessen-kasselische Lokalpatriot Geyso schreibt über Ruthven: „Als Landgraf Wilhelm Ende Dezember [1636; BW] nach Kassel[113] zurückkehrte, war er, wie wir hörten, der Ansicht, daß sein Platz bei der Armee Baners sei. Nur mit schwedischer Hülfe konnte Hessen gesichert und sein ‚westfälischer Staat‘ wiederhergestellt werden, und bei Baner befand sich ein ansehnlicher Teil seiner Truppen, den er sich nicht entgleiten lassen wollte. Als durch das Vorrücken von Hatzfeldt, Götz, Geleen und Gallas die Lage bedrohlicher wurde, bat er Baner und Leslie wiederholt, Sorge zu tragen, daß die Verbindung mit Hessen über Erfurt[114] erhalten bliebe. Die feindliche Übermacht war jedoch zu groß. Baner von drei Seiten bedroht, mußte Ende Februar die Belagerung von Leipzig[115] aufgeben und sich zwischen Torgau[116] und Wittenberg[117] verschanzen. Die Verbindung mit Hessen war unterbrochen, das hessische Korps blieb weiter an die Armee Baners gefesselt: Den Wünschen des Landgrafen trug dieser jedoch nach Möglichkeit Rechnung. Das Reiterkorps des General King sollte versuchen sich durchs Braunschweigische zum Landgrafen durchzuschlagen, und der General Ruthwen wurde abgesandt, um alle in den festen Plätzen Mecklenburgs und Niedersachsens abkömmlichen schwedischen Truppen zu sammeln und weseraufwärts zu führen. Der Landgraf rechnete um diese Zeit noch bestimmt auf das Vorgehen des Herzogs Bernhard. Eine Offensive auf Erfurt, um seine bei Torgau liegenden Truppen wieder in die Hand zu bekommen, hat Anfang März seinem Geiste vorgeschwebt und veranlaßte ihn, den Oberst Geyso zu sich nach Kassel zu beordern. King, mit dem der Landgraf nur über Minden durch den Oberst Wolf von Lüdinghausen sich in Verbindung setzen konnte, war zu weiten Umwegen genötigt. Ende März befand er sich in der Gegend von Helmstedt,[118] am 3. April war er in Stadthagen,[119] am 8. in Minden,[120] am 11. in Salzuffeln.[121] Es glückte ihm, unangefochten von den Wahlschen Truppen, die im Stift Paderborn lagen, über Trendelburg[122] sich mit hessischen Truppen nördlich Kassel zu vereinigen. Er brachte 5 Regt. z. Pf., ein Regt. z. F. und ein Regt. Dragoner mit, die zusammen 1000 M. stark waren. Ruthwen war noch in der Gegend von Nienburg[123] mit dem Sammeln von Truppen beschäftigt. – Die Lage Hessens war inzwischen immer bedrohlicher geworden. Geleen[124] war aus der Grafschaft Henneberg[125] über Eisenach[126] auf Kreuzburg a. W.[127] vormarschiert, Isolani hatte sich an ihn herangezogen, im Paderbornschen[128] setzte sich der Feldzeugmeister Graf von der Wahl, der das Oberkommando in den westfälischen Stiftern hatte, in Bewegung. Reisende, die aus Frankfurt[129] nach Kassel kamen, berichteten, Joh. v. Werth sei mit 2000 Pf. und 1000 Dragonern bei Gießen[130] angelangt. Landgraf Georg habe ihn begleitet. Wahl und Geleen würden zu einer Besprechung erwartet. Die von der österreich-spanischen Partei seit fast zwei Jahren verfolgte Absicht, das niederhessische Fürstentum als selbständiges Staatswesen zu vernichten, schien ihrer Erfüllung entgegenzugehen.

Es war nur der im Lande zurückgebliebene Bodensatz der verschiedensten Regimenter, die der Landgraf den anrückenden Feinden entgegensetzen konnte. Seine Absicht, Verstärkungen aus dem Münsterlande heranzuziehen, scheiterte an den bekannten Schwierigkeiten. Melander [Holzappel; BW] war im März wieder ‚in privatis‘ nach den Niederlanden gereist und kehrte erst Anfang Mai auf seinen Posten zurück. Wann und wo die Befehle, die der Landgraf an Malsburg sandte und von diesem am 4., 6. und 8. April weitergegeben wurden, ihn erreichten, ist nicht sicher. Ausgeführt sind sie nicht. Die Aufklärung und Sicherung gegen Geleen und Isolani lag dem Obristen J. Ungefugk [Ungefüg; BW] in Spangenberg[131] ob. Günterode war nach Kassel zurückgekehrt. Landgraf Wilhelm, der den Oberst Joh. Geyso Mitte April an die Werra gesandt hatte, folgte ihm, sobald die Kingschen Truppen zur Stelle waren. Mit ihnen und den Geysoschen Truppen ging er um den 22. April gegen die Feinde in Allendorf[132] und Eschwege[133] vor. Sie leisteten keinen Widerstand, steckten aber beide Städte vor ihrem Abzuge an; Eschwege brannte bis auf das Schloß ab; bei Allendorf ging das kostbare Salzwerk in Flammen auf. Nach diesen Heldentaten verschanzten sie sich bei Wahnfried.[134] Am 21. April schreibt der Landgraf aus Allendorf an den nach Wesel[135] entsandten Vultejus: ‚Wir liegen durch die Werra getrennt uns gegenüber, es sind 11 Regimenter Kroaten, 2500 Mann z. Pf. und einige tausend z. F., schlecht Volk, zusammengerafftes Gesindel. Es wird fortgesetzt scharmuzirt. Mann kann nichts Rechtes mit diesem Gesindel anfangen, wir müssen daher anderes unternehmen. Veranlaßt den Generalleutnant und Malsburg mit den westfälischen Truppen – inmaßen wir schon zu öfteren geschrieben – auf Minden zu avanciren. Vor Wahl und Lutterheim [Leittersam; BW] soll er sich in Acht nehmen‘ „.[136]

Ruthven nahm an der Schlacht bei Wittstock[137] [24.9./4.10.1636] teil.

Er war 1637/38 schwedischer Kommandant in Osnabrück.[138]

1638 kehrte er nach Schottland zurück. Er trat in englische Dienste, wurde Oberbefehlshaber der Royal Army, 1639 Lord of Ettrick, 1642 Earl of Forth und 1644 Earl of Brentford.

Um weitere Hinweise unter Bernd.Warlich@gmx.de wird gebeten !

[1] Bei SCHRÖER, Havelland, S. 293: Earl of Bramford, da er mit Klara „Berner of Bramford“, einer Angehörigen des mecklenburgischen Adelsgeschlecht von Barner, verheiratet war, als Lebensdaten hier 1573 – 24.2.1652.
[2] SMITH, Characters, S. 125.
[3] MURDOCH, SSNE: ID 3413.
[4] Brevik [Jonköping län].
[5] Ljungbyholm, zugehörig zu Kalmar [Gemeinde in der schwedischen Provinz Kalmar län und der historischen Provinz Småland].
[6] Vgl. MURDOCH, SSNE ID: 3413; MANNING, An Apprenticeship in Arms, S. 84; SCHUCHARD, Restoring the Temple of Visions, S. 397; MURDOCH, Network North, S. 101; GRANT, Scottish soldiers of fortune.
[7] Ulm; HHSD VI, S. 808ff.
[8] McAndrew, Scotland’s Historic Heraldry, S. 513.
[9] Breitenfeld [Kr. Leipzig]; HHSD VIII, S. 38f. Schlacht bei Breitenfeld (nahe Leipzig) am 17.9.1631, in der das Heer der katholischen Liga unter Tilly durch die Schweden unter Gustav II. Adolf und die mit diesen vereinigte sächsische Armee unter Kurfürst Johann Georg I. eine vernichtende Niederlage erlitt. HAPPES Zahlen (vgl. mdsz.thulb.uni-jena.de) liegen deutlich zu hoch: Auf kaiserlich-ligistischer Seite dürfte von 8.000 Toten, 6.000 Verwundeten, 3.000 Gefangenen und 3.000 auf der Flucht Umgekommenen auszugehen sein, auf der Gegenseite waren 3.000 Sachsen und 2.000 Schweden ums Leben gekommen. RUDERT, Kämpfe, S. 49ff.; WALZ, Der Tod, S. 51ff.
[10] RUDERT, Kämpfe, S. 55.
[11] Schmalkalden [Kr. Schmalkalden]; HHSD IX, S. 387ff.
[12] Johann Jakob Graf von Thurn.
[13] John Hepburn.
[14] Johann Vitzthum von Eckstädt.
[15] Johann Jost von Rehn.
[16] Robert Monro.
[17] Hans Wilhelm von Efferen, genannt Hall; Obrist.
[18] Patrick Ruthven.
[19] Georg Wulf von Wildenstein.
[20] WAGNER, Pforr, S. 108.
[21] Ulm; HHSD VI, S. 808ff.
[22] Erbach [Alb-Donau-Kr.]; HHSD VI, S. 185f.
[23] Weißenhorn [LK Neu-Ulm]; HHSD VII, S. 801f.
[24] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.
[25] Donauwörth [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 147ff.
[26] Nordheim [LK Heilbronn].
[27] Lindau (Bodensee); HHSD VII, S. 414ff.
[28] Memmingen; HHSD VII, S. 439ff.
[29] Leutkirch im Allgäu [LK Ravensburg]; HHSD VI, S. 466ff.
[30] Wurzach, Bad [LK Ravensburg]. Im Jahr 1637 lebten durch die Einwirkungen des Dreißigjährigen Kriegs und Seuchen nur noch 19 Bürger in Wurzach.
[31] (Bad) Waldsee (LK Ravensburg]; HHSD VI, S. 49ff.
[32] Biberach an der Riß [LK Biberach]; HHSD VI, S. 80ff.
[33] Wangen im Allgäu; HHSD VI, S. 854ff.
[34] Ravensburg [LK Ravensburg]; HHSD VI, S. 644ff.
[35] Aitrach [LK Ravensburg].
[36] Weingarten [LK Ravensburg]; HHSD VI, S.  867ff.
[37] ENGERISSER; HRNČIŘÍK, Nördlingen, S. 38f. (die umfassendste und detaillierteste Darstellung der Schlacht).
[38] Vgl. generalrobertmonro.com [in Bearbeitung].
[39] Augsburg; HHSD VII, S. 44ff.
[40] Ingolstadt; HHSD VII, S. 326ff.
[41] Landsberg a. Lech; HHSD VII, S. 385f.
[42] Mindelheim LK Unterallgäu]; HHSD VII, S. 450ff.
[43] Füssen [LK Ostallgäu]; HHSD VII, S. 222f.
[44] Schongau [LK Weilheim-Schongau]; HHSD VII, S. 675f.
[45] Kirchberg an der Jagst [LK Schwäbisch Hall]; HHSD VI, S. 400f.
[46] 1507 von Jakob Fugger dem Reichen erworben.
[47] MAHR, Monro, S. 170f. Monro datiert nach dem a. St.
[48] Salem [Bodenseekr.]; HHSD VI, S. 684f.
[49] Ravensburg [LK Ravensburg]; HHSD VI, S. 644ff.
[50] Neufra [Riedlingen, LK Biberach]; HHSD VI, S. 566.
[51] JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 290.
[52] Donauwörth [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 147ff.
[53] MAHR, Monro, S. 176.
[54] MAHR, Monro, S. 194.
[55] Landsberg a. Lech; HHSD VII, S. 385f.
[56] BUCHNER; BUCHNER, Bayern, S. 145f.
[57] Rain am Lech [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 599f.
[58] Aichach [LK Aichach-Friedberg]; HHSD VII, S. 3.
[59] 1 Meile = 7, 420 km.
[60] Augsburg; HHSD VII, S. 44ff.
[61] Donauwörth [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 147ff.
[62] Lützen [Kr. Merseburg/Weißenfels]; HHSD XI, S. 286f.
[63] MAHR, Monro, S. 195ff.
[64] Ulm; HHSD VI, S. 808ff.
[65] LEISTIKOW, Sperreuth, S. 27 (nach SODEN, Gustav Adolph Bd. 3, S. 481); KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 20.
[66] Landsberg a. Lech; HHSD VII, S. 385f.
[67] ENGERISSER, Von Kronach, S. 152f.; die derzeit beste Darstellung der Geschehnisse.
[68] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.
[69] Rebdorf [LK Eichstätt]; HHSD VII, S. 604.
[70] Neuburg a. d. Donau [LK Neuburg-Schrobenhausen]; HHSD VII, S. 497ff.
[71] Eichstätt [LK Eichstätt]; HHSD VII, S. 160ff.
[72] Ingolstadt; HHSD VII, S. 326ff.
[73] FINA, Staiger, S. 52f.
[74] BEYERLE, Konstanz, S. 61; Konstanz [LK Konstanz]; HHSD VI, S. 419ff.
[75] Der in Folge der schwedischen Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen (5./6.9.1634) vereinbarte Prager Frieden zwischen Johann Georg von Sachsen und Kaiser Ferdinand II. wurde am 30.5.1635 unterzeichnet. Bei diesem Friedensschluss, dem fast alle protestantischen Reichsstände beitraten, verzichtete der Kaiser auf seinen Anspruch, den Augsburger Religionsfrieden von 1555 allein zu interpretieren und damit das Restitutionsedikt von 1629 durchzuführen (vgl. s. v. „Religionsedikt“); Ergebnis war eine begrenzte Festschreibung des konfessionellen Status quo. Weitere Ergebnisse waren: die Festschreibung der Translation der pfälzischen Kurwürde auf Bayern, der Ansprüche Sachsens auf die Lausitz und die Bildung eines Reichsheers (wobei Johann Georg von Sachsen und Maximilian I. von Bayern eigene Korps führen ließen, die als Teil der Reichsarmee galten), die bestehenden Bündnisse waren aufzulösen, fremde Mächte sollten den Reichsboden verlassen, etwaige Ansprüche auf den Ersatz der Kriegskosten seit 1630 wurden aufgehoben, eine allgemeine Amnestie sollte in Kraft treten. Zudem kann der Prager Frieden als einer der letzten kaiserlichen Versuche betrachtet werden, ein monarchisches System im Reich durchzusetzen. Maßgebliches Mittel dazu war die so genannte Prager Heeresreform, mit der der Kaiser den Versuch unternahm, nahezu alle reichsständischen Truppen unter seinen Oberbefehl zu stellen und zugleich den Ständen die Finanzierung dieses Reichsheeres aufzuerlegen. Diese Vorstellungen ließen sich ebenso wenig verwirklichen wie das Ziel, durch die Vertreibung der ausländischen Mächte Frankreich und Schweden zu einem Frieden im Heiligen Römischen Reich zu gelangen. HAPPE schätzte den Prager Frieden zu Recht als trügerisch ein; Happe I 396 v – 397r, mdsz.thulb.uni-jena.de; vgl. auch LEHMANN, Kriegschronik, S. 87. Zur Forschungslage vgl. KAISER, Prager Frieden.
[76] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.
[77] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.
[78] Quelle 20: Übereinkunft zwischen Axel Oxenstierna, Johan Banér und den Obristen im schwedischen Heer nach dem Prager Frieden, Magdeburg, 11.8.1635.
[79] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.
[80] KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 35.
[81] Dömitz [Kr. Ludwigslust]; HHSD XII, S. 21ff.
[82] Iltzwitzky [Jesuwitzky, Jewitzky, Iruschwitz, Jeßvitzky, Jitzwitzki], Matthias von.
[83] BALCK, Mecklenburg, S. 96. Zur Datierung vgl. JESSE, Mecklenburg und der Prager Friede 1635, S. 267, Anm. 273: „Baner an Oxenstierna d. d. Artlenburg, 23. Okt. 1635 Oxenstiernas Skrifter VI S. 230 ff. – Zur Berichtigung von Balck, M. Jbb. 68 S. 96, und nach ihm Schnell, S. 173 Anm. 38 sei gesagt, daß umgekehrt die Eintragung Adolf Friedrichs zum 22. Nov. irrtümlich ist und zum 22. Okt. gehört, während die zum 24. Okt unverständlich ist. Vielleicht ist das Treffen bei Lenzen vom 24./25. Okt. gemeint. Vergl. Baner an Oxenstierna d. d. Grabow, 6. Okt. Oxenstierna Skrifter VI S. 234 ff. und Tagebuch des Oberst Vitzthum von Eckstädt, Märkische Forschungen Bd. 16 S. 319 ff.“
[84] Neuruppin [LK Ostpriegnitz-Neuruppin].
[85] Ruppin [Land u. Kr.]; HHSD X, S. 343f.
[86] Fehrbellin [Kr. Osthavelland/Neuruppin]; HHSD X, S. 172.
[87] Berlin-Spandau; HHSD X, S. 97ff.
[88] SCHRÖER, Havelland, S. 83f.
[89] Vgl. SENNEWALD, Das Kursächsische Heer (ab Dezember 2012).
[90] Bernau [LK Barnim]; HHSD X, S. 125f.
[91] Templin [Kr. Templin]; HHSD X, S. 375f.
[92] Havelberg [Kr. Westprignitz/Havelberg]; HHSD X, S. 217ff.
[93] Werben (Elbe) [LK Stendal].
[94] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.
[95] Mansleben: nicht identifiziert.
[96] Barby [Kr. Calbe/Schönebeck]; HHSD XI, S. 31ff.
[97] Bernburg [Kr. Bernburg]; HHSD XI, S. 37ff.
[98] Stralsund [Kr. Stralsund]; HHSD XII, S. 292ff.
[99] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.
[100] Wittenberg [Kr. Wittenberg]; HHSD XI, S. 504ff.
[101] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.
[102] Halle a. d. Saale [Kr. Halle]; HHSD XI, S. 177ff.
[103] Naumburg [Burgenlandkreis]; HHSD XI, S. 341ff.
[104] Merseburg [Kr. Merseburg]; HHSD XI, S. 322ff.
[105] Weißenfels [Kr. Weißenfels]; HHSD XI, S. 487ff. Vgl. REICHEL, Weißenfels.
[106] KUNATH, Kursachsen, S. 204f.
[107] GOESCHEL, Chronik Bd. 3, S. 56.
[108] Bad Langensalza [Kr. Langensalza]; HHSD IX, S. 33ff.
[109] GÖSCHEL, Langensalza III, S. 56.
[110] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 111f.
[111] Greußen [Kyffhäuserkreis]; HHSD IX, S. 170f.
[112] HAPPE II 452 r – 452 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.
[113] Kassel; HHSD IV, S. 252ff.
[114] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.
[115] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.
[116] Torgau [Kr. Torgau]; HHSD XI, S. 467ff.
[117] Wittenberg; HHSD XI, S. 504ff.
[118] Helmstedt; HHSD II, S. 219ff.
[119] Stadthagen [Kr. Schaumburg-Lippe]; HHSD II, S. 435f.
[120] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.
[121] [Bad] Salzuflen [LK Lemgo]; HHSD III, S. 48.
[122] Trendelburg [Kr. Hofgeismar]; HHSD IV, S. 433f.
[123] Nienburg/Weser; HHSD II, S. 346f.
[124] Vgl. SCHRIJNEMAKERS; CORSTJENS, Graaf Godfried Huyn van Geleen (in der deutschen Fachliteratur kaum beachtete Biographie).
[125] Die Grafschaft Henneberg-Schleusingen wurde nach dem Tod des letzten Grafen auf Grund der Erbverbrüderung von 1554 (de facto seit 1583) von den beiden wettinischen Linien, den sächsischen Albertinern und den thüringischen Ernestinern, bis 1660 gemeinsam verwaltet. Die Grafschaft Henneberg gehörte 1631 zu den von den Truppendurchzügen und Einquartierungen am schlimmsten betroffenen Territorien. An das Aufbringen der Kontribution nach Erfurt war kaum zu denken, das Rentamt in Schleusingen verfügte über keine Mittel. Die Landstände wurden bewogen, innerhalb der nächsten zwei Monate 2.500 Rt. aufbringen zu wollen. Ein weiterer schwerer Schlag wurde nach dem Bericht des kursächsischen Oberaufsehers Marschalk der Grafschaft im Oktober 1634 durch den Einbruch der Truppen Piccolominis versetzt. Vgl. HEIM, Leiden; HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 255; KÖBLER, Lexikon, S. 247f.
[126] Eisenach [Kr. Eisenach]; HHSD IX, S. 88ff.
[127] Creuzburg a. d. Werra [Kr. Eisenach]; HHSD IX, S. 70ff.
[128] Paderborn; HHSD III, S. 601ff.
[129] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.
[130] Gießen; HHSD IV, S. 172ff.
[131] Spangenberg [Kr. Melsungen]; HHSD IV, S. 417f.
[132] Allendorf; HHSD IV, S. 33f. [unter Bad Sooden-Allendorf (Kr. Witzenhausen)].
[133] Eschwege; HHSD IV, S. 114ff.
[134] Wahnfried [Kr. Eschwege]; HHSD IV, S. 449.
[135] Wesel [LK Rees]; HHSD III, S. 773ff.
[136] GEYSO, Beiträge III, S. 123ff.
[137] Wittstock [Kr. Ostprignitz/Wittstock]; HHSD X, S. 394ff.
[138] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.
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