Manteuffel [Manndeiffl, Mandeuffel, Mann Teuffel, Menteuffel], Julius Eberhard Zoege von; Obrist [1590 - 1637] Julius Eberhard Zoege von Manteuffel, ein Verwandter des in kurbayerischen Diensten stehenden Eberhard Zoege von Manteuffel, führte das ehemalige Fußregiment des bei Breitenfeld[1] gefallenen Herzogs Adolf von Holstein-Gottorp. Er war Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ als „der Sauerliche“.
Vom Thomastag (21. Dezember) bis Weihnachten 1633 war er in Wolfratshausen[2] einquartiert: „Welche Ansprüche er machte, geht aus der Gemeinderechnung von 1633 hervor: ›Herrn Oberst Manndeiffl 1 Faß Bier, 5 1/2 Eimer ins Quartier überführt, 13 Gulden 45 Kreuzer. Herrn Oberst 2 Kalb und 2 Lampl macht 5 Gulden. Herrn Oberst ins neue Quartier nach Eberfing[3] bei Weilheim[4] gefahren macht 6 Gulden‹ “.[5]
1634 verteidigte er Frankfurt a. d. Oder[6] gegen schwedische Truppen. Die „Wochentlichen Postzeittungen“ Nr. 25 vom 20.6.1634 berichteten: „Auß der Marck Brandenburg vom 29. Maii. Die Belegerung vor Franckfurt an der Oder ist nunmehr etliche Tag schon ins werck gerichtet gewesen / die Schwedische haben einen Trompetter hinein geschickt / die Statt zu vbergeben begehrend / der ist aber alsbald herauß wider ins Leger gelassen worden / mit abschlägiger Antwort: Darauff die Belegerte mit Stücken continuè vnnd hefftig / herauß geschossen / also daß der Churfürst von Brandenburg auch in grosser gefahr seines Lebens gestanden / in dem er im Grund beym Galgenberg / mit etlichen Ingenieuren außgeritten / vnd die Statt Recognosciren wollen / daselbst ihme ein Kugel von 10. Pfunden fast vber den Kopff her geflogen. Die Schwedische haben zu anfang der Belegerung sehr eingebüsset / sonderlich die gemeine Soldaten / Marcketendter / Droß / Jungen vnd Weiber / dann dieselbe im herauß marschiren sich zu weitt auff den Berg begeben / darauff auß der Statt mit Stücken starck gespielt / vnd deren viel todt blieben. [...] Franckfurt ist nun in 8. Tag lang hart belägert / beschossen / vnd bestürmet worden / vnd ist man mit dem Graben biß an das Thor kommen / vnd obwol die Schwedische eine Batterey dafür gemacht / so Correspondiren doch die Belegerte / vnnd haben eine hergegen auffgeworffen. Der darin liegende Keyßerliche Commendant Obr. Mann Teuffel genant / soll Resoluirt seyn / dafern er kein gut Accord haben könne / sich auffs eusserste zu wehren / sie schiessen vnauffhörlich herauß / haben den Commissarium von der Artillerie erschossen / so seindt auch etliche Constabel beschädigt / vnd viel Soldaten verwundet / vnter anderm auch etliche hohe Officirer dafür erschlagen worden. Allem aussehen nach / dörffte die Belegerung noch ziemblich Volck kosten vnd sich hart anlassen.
Aus der Marck vom 1. Junii.
Die Keyßerische Besatzung in Franckfurt an der Oder verschanzt sich ie länger je mehr / vñ thut vberauß grosse Gegenwehr / die Schwedische seindt ihnen mit ihren Approchen zu nahe kommen / daß sie einander mit Picken erreichen können. Vorgestern haben die Schwedische mit acht halben Carthaunen auff den Thurn am Gübischen Thor gespielet / vnd ein groß stück von demselben herunter geworffen / auch den andern Thurn am Lebusser Thor / von welchem sie auch starck Fewer gegeben / gestern gefället / vnd hernach wider auff die Statt geschossen. Wie nun die Keyßerische Guarnison solchen Ernst gesehen / haben sie einen Trommelschläger / vnd hernach einen Leutenant zum Schwedischen General Bannier [Banér; BW] geschickt / vmb einen leydentlichen Accord anzuhalten / weil aber den Belegerten solche scharff vorkommen / als seindt die Feindtthätlichkeiten beyderseits wider angangen / vnd haben die Belegerte hefftig herauß / vñ hingegen die Schwedische vnauffhörlich hinein geschossen. Doch ist des andern Tags den 2. dieses Monats der Accord wider richtig beschlossen worden. Vnd obwol den Belegerten der freye Abzug dauon mit Sack und Pack / Ober vnd Vntergewehr / etc. verwilligt / so seindt doch hernach wider gethane Parola / alle hohe Keyßerische Officirer darin angehalten / vnd Arrestirt worden. In wehrender Belegerung haben die Schwedische viel Volcks verlohren / dann man in 600. Verwundten / geschweige der jenigen / so dafür todt blieben / rechnen kann“.
Khevenhiller schreibt in seinen Annalen: „1634 hat der Churfürst von Brandenburg den General Banner, sich den 11ten Martii mit seiner Armada fertig zu halten, ersucht, dasselbige ist nun also geschehen, und ist der Churfürst auf den 16. selbst zu Berlin aufgebrochen, und sich in der Person nach Müncheberg[7] auf das angestelle Randevous begeben, dahin auch berührte General Banner mit den Seinigen erschienen, die seynd gerade die oder hinauf auf Franckfurth gangen. Darauf die Belägerung erfolget, die darinnen aber starcken Widerstand gethan. Die Belägerten haben sich gegen das Breche=Schießen in der Stadt treflich verbauet: Nichts destoweniger kamen die Schwedischen mit aprochiren der Stadt sehr nahe, also daß Belägerer und Belägerten einander mit piecken erreichen konten. Die Belägerten begehrten 4. Tag Stillstand, welcher ihnen auch verstattet, und inmittelst Accords=Puncte vorgeschlagen worden: Die Stadt Franckfurth an der Oder soll ohne einige arge List und Gefährde, von Unterlegung Pulvers und Lunde, oder sonsten in andere Wege, wie sie sich anietzo befindet, alsbald quittiert, und zu Dienst und behuf höchstgemelder Sr. Churfürstl. Durchl. und wohlgemeldten Herrn Feld=Marschalls eingeräumt worden. Die Stadt soll nicht geplündert, noch jemand der Einwohner an Leib und Gut in geringsten beschädiget werden. Was an Zeug in der Kirchen niedergesetzt, ingleichen alle in der Stadt befindlichen Bibliouthequen sollen ganz unversehrt gelassen werden“.[8]
Gottfried schreibt in seiner „Historischen Chronik“: „Die aufgesetzte Puncten kamen ihnen wieder zu scharff vor, daher man von beyden Theilen von neuem zu schießen anfieng; endlich aber erboten sich die Belagerten zum Accord, welcher am 28. May[9] zum Stande kam, vermöge dessen die Besatzung, 1000 Mann starck, mit Sack und Pack, Ober= und Unter=Gewehr, jedoch mit Hinterlassung von 20 Fahnen, aller Stücke und Munition, auszog, der oberste Manteuffel aber, der von einem Stein aus einem Mörser verwundet war, noch zurück blieb“.[10]
Manteuffel nahm an der Schlacht bei Wittstock[11] teil. In schwieriger Lage besiegte Báner am 4.10.1636 bei Wittstock überraschend die siegessicheren Sachsen und Brandenburger. „Einen solchen unerwarteten Gegenstoß arrangierte er jetzt im nördlichen Brandenburg. Elf Tage lang spielte sich dort ein merkwürdiges Schauspiel ab. Wie zwei Boxer umkreisten die zwei Heere einander; die schwedische Armee wie ein verbissener und selbstbewußter Fliegengewichtler, der immer wieder den Schlagabtausch sucht, während der großgewachsene Widersacher – verwirrt und nicht wenig verängstigt durch seinen aggressiven Gegner – immer wieder ausweicht. Aber am Samstag, dem 24. September, stellte Banérs Heer seinen Gegner in dem hügeligen, bewaldeten Terrain unmittelbar südlich der kleinen Stadt Wittstock. Die Kaiserlichen und die Sachsen hatten beschlossen, ihre Gegner auf einigen sandigen Höhen, dem Scharfenberg, zu empfangen; der Sicherheit halber hatten sie einen Teil der Front mit sechs in aller Hast gegrabenen Schanzen und einer Mauer zusammengeketteter Troßwagen gedeckt. Ihre Befehlshaber warteten lange darauf, daß sich die schwedischen Truppen auf den offenen, sumpfigen Feldern vor ihrer Front offenbarten, um sich wie bei Nördlingen in geordneten Formationen von der zahlreichen Artillerie niedermähen zu lassen. Aber statt dessen kam die Meldung, daß die schwedischen Truppen völlig unvermutet und gegen herkömmlichen Brauch durch einen Wald aufmarschiert waren, an den sich der linke Flügel der vereinigten Armeen anschloß, und daß sie schon gut geordnet bereitstanden, um die kaiserlichen und sächsischen Truppen zu überflügeln ! Letztere waren daher gezwungen, ihre schönen Schanzen und ihre feine Wagenburg zu verlassen und gegen die angreifenden Schweden umzuschwenken. Dann begann die Schlacht.[12]
Sie dauerte Stunde um Stunde. Wie gewöhnlich war es kein richtig geordneter Kampf, sondern eher nur ein rhapsodischer Wirrwarr von Schwadronen und Brigaden, die ein ums andere Mal im Rauch aufeinanderprallten. Beide Seiten verfügten über große Kavallerieverbände, und diese waren bald in eins der blutigsten und ausgedehntesten Reitergefechte des ganzen Krieges verbissen – Schwadronen prallten für einige kurze, verwirrte Augenblicke aufeinander, während die wogenden Reiter (die Gesichter schwarz von Pulverstaub und weiß vor Schrecken) wild mit den Degen in die Luft hieben und ihre schweren Pistolen aufeinander abfeuerten: dann kämpften sie sich frei, wie Ringer, ordneten ihr Glied und ritten aufs neue an. Oft entschieden die Pferde über die Dauer der Schlacht. Sie hielten in der Regel nicht länger als vier, fünf Stunden Kampf durch, dann mußte der Verband aus dem Feuer genommen werden. Über dem Ganzen waren das Dröhnen der Schüsse, das Klappern der Harnische, das Splittern von Piken, das Wirbeln von Trommeln und die Silbertöne von Trompeten und Pfeifen zu hören, gemischt mit den Schreien der Verwundeten und Rufen der Kämpfenden. [...] Banér selbst schrieb später in einem Brief, einen so »grausamen« Kampf habe er bis dahin noch nie gesehen.
Es fehlte nicht viel, und es wäre für die Schweden schlecht ausgegangen. Nicht genug damit, daß sie zahlenmäßig unterlegen waren: Banér hatte auch noch kurz vor der Schlacht seinen gesamten linken Flügel unter King auf einen langen und unerhört gewagten Flankenmarsch durch morastiges und waldiges Gelände geschickt; er sollte nach einiger Zeit im Rücken der Vereinigten auftauchen. Nur selten hatte ein General die Nerven, im Kampf ein so riskantes Manöver zu versuchen, aber Banér wagte es. Das Problem war nur, daß der linke Flügel ausblieb. Währenddessen wurden Banérs Verbände langsam von dem überlegenen Feind zermürbt. Die aus Nationalschweden bestehende Schwedische Brigade wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen und »fast ganz ruiniert«; von den 892 Männern des Verbands wurden fast zwei Drittel getötet oder verwundet. Die schwedischen Streitkräfte standen kurz vor dem Zusammenbruch, als ferner Kampflärm verkündete, daß King und die Männer des linken Flügels schließlich wieder zum Schlachtfeld gefunden hatten. Der Druck ließ sogleich nach, die Kaiserlichen wichen zurück, doch der einbrechende Abend setzte weiteren Kämpfen ein Ende.
Die beiden Heere biwakierten auf dem Schlachtfeld und entzündeten nur wenige hundert Meter voneinander entfernt ihre Lagerfeuer. Die Nacht wurde ruhig – nur vereinzelte Schüsse waren aus dem Dickicht zu hören; das waren die ständigen Begleiter der Schlachten, die Marodeure, die umherstreiften und die Toten und Verwundeten ausplünderten. Die anderen warteten auf den Tag und den Tod. In der Frühe des kalten Sonntagmorgens nahmen die schwer mitgenommenen schwedischen Verbände Aufstellung und rückten – sicher mit einem inneren Beben – aufs neue gegen die Höhen vor, die sie am vorhergehenden Tag vergebens zu erstürmen versucht hatten. Zu ihrer Verwunderung begegnete ihnen Schweigen. Die Sachsen und die Kaiserlichen hatten während der Nacht das Schlachtfeld verlassen. Sie fanden nur Reihen von verlassenen Kanonen (alles in allem 33 Geschütze; eins davon ein Dreipfünder, den Gustav Adolf 1631 seinen damaligen Verbündeten geschenkt hatte, der aber nun gegen die Schweden verwendet worden war; 24 der anderen waren schön gegossene Stücke mit Abbildungen von Wilden auf den Rohren), 180 Munitionswagen (ein Teil davon in tausend Stücke gesprengt, andere unbeschädigt und vollbeladen mit hochwillkommenem Pulver) sowie natürlich unglaubliche Mengen von Toten und Verwundeten. Ein Augenzeuge beschreibt das Grauen des Schlachtfeldes wie folgt: Die Erde, deren Gewohnheit ist, die Toten zu bedecken, war damals am selbigen Ort selbst mit Toten überstreut, welche auf unterschiedliche Manier gezeichnet waren, Köpf lagen dorten welche ihre natürlichen Herren verloren hatten, und hingegen Leiber, die ihrer Köpf mangleten; etliche hatten grausam- und jämmerlicher Weis das Ingeweid herauß, und andern war der Kopf zerschmettert und das Hirn zerspritzt; da sah man, wie die entseelten Leiber ihres eigenen Geblüts beraubet und hingegen die lebendigen mit fremdem Blut beflossen waren, da lagen abgeschossene Arm, an welchen sich die Finger noch regten, gleichsam als ob sie wieder mit in das Gedräng wollten, hingegen rissen Kerles aus, die noch keinen Tropfen Blut vergossen hatten, dort lagen abgelöste Schenkel, welche ob sie wohl der Bürde ihres Körpers entladen, dennoch viel schwerer worden waren, als sie zuvor gewesen; da sah man zerstümmelte Soldaten um Beförderung ihres Tods, hingegen andere um Quartier und Verschonung ihres Lebens bitten. Summa summarum: da war nichts anders als ein elender jämmerlicher Anblick !
Die nachsetzende schwedische Reiterei brauchte nur der Spur von verwundeten Soldaten, fortgeworfenen Kleidern, liegengelassenen Waffen und zu Bruch gefahrenen Troßwagen zu folgen, die nach Südwesten führte. Innerhalb weniger Stunden wurden große Teile des fliehenden Heeres zersprengt und auf den schmalen Wegen, die von Wittstock wegführten, niedergeritten; als man später die Beute zusammenzählte, waren unter anderem 151 Fahnen und Feldzeichen – die Ablieferung eines eroberten Feldzeichens wurde mit zwischen 10 und 30 Reichstalern belohnt, die Kanzlei des Kurfürsten, seine vergoldete Karosse sowie sein gesamtes Tafelsilber darunter”.[13] Der schwarzburg-sondershausische Hofrat Happe[14] erwähnt Manteuffel in seiner „Thüringischen Chronik“: „Den 8. Oktober [18.10.1636; BW] haben wir die leidige Post bekommen, dass uns 12 Regimenter Hatzfeldisch keyserlich Reuter einquartiret werden solten. Den 10. Oktober sind diese Regimenter ankommen, als der Obriste Conzago, Oberiste Coloredo, Obriste Lombardo mit 30 Compagnien im Amt Clingen[15] und Stadt Greußen,[16] das Herverische [Herrera; BW] des Obristen Nitrams, Obristen Manteufels, Obristen Zweyers und Obristen Wendrums Regimenter von 28 Compagnien in das Amt und Stadt Sondershausen [ 201100, 125700], das Harossische [Otto Friedrich v. Harrach; BW], Wolckensteinsche, Altwallensteinische und Bönnigheusische im Ambt Keula[17] und Ebeleben,[18] ist ein unaussprechlicher Schade |Jammer| allenthalben“.[19]
Der Hofer[20] Chronist Rüthner hält fest: „Den 14. decembris [24.12.; BW] kam general Lamboj und sein bruder Georg Lamboj, obrister, hieher gegen abends, alhier zu pernoctiren. Folgendes tages aber den 15. decembris kamen noch 3 obrister, als generalmajor Menteuffel, obrist Wolfersdörfer [Georg Friedrich v. Wolframsdorf; BW] und obrister Hofmann [Jaroslav Hoffmann; BW], sambt den regimentsstäben auch hernach und hierein in die stadt. Ihre bey sich habende leuthe aber wurden halb in die Altenstadt und halb in die Fischergasse, das übrige volck sambt der bagagie auf die dörfer gegen Nayla[21] zu einquartieret, lagen stille bis den 17. decembris. Da geschahe erst der aufbruch, und commandirte obrist Wolfersdörfer seinen obristenlieutenant, so mit seiner compagnie zu Nayla logiret, wieder zurück auf die churfürstliche armee. Diese führten abermahls der stadt und dem lande ein trefliches fach aus“.[22]
„Am 12. Januar 1637 schickte er [Adam v. Pfuel; BW] den Oberst [Carl Gustav; BW] Wrangel mit dem Banerschen Leibregiment von Wasungen[23] in Richtung Meiningen[24] vor, von wo der Feind in Stärke von 2 Regimentern im Anmarsch war, 1 Kroaten- und 1 Dragonerregiment. Der Vortrab der Schweden kam bei Walldorf[25] in Gefechtsberührung mit dem Gegner. Die beiden kaiserlichen Regimenter hielten diesen Vortrab für eine stärkere Erkundungsabteilung und glaubten[,] die Gelegenheit günstig [,] als diese sich zurückzogen und stießen nach.
Der Haupttrupp der Schweden hatte aber inzwischen am Südausgang von Wasungen hinter Gebüsch gedeckte Stellung bezogen. Als die Kaiserlichen, deren Verbände sich während der Verfolgung aufgelockert hatten, herankamen, brachen die Schweden dem völlig überraschten Feind in die Flanke. Es kam zu einem kurzen Gefecht; was nicht niedergehauen und verwundet wurde, suchte sein Heil in der Flucht. Die beiden Obersten Manteuffel und [Rudolf Georg v.; BW] Wolframsdorf wurden gefangen genommen.[26] Die Regimenter Wrangel und Derfling [Derflinger; BW] setzten den Kaiserlichen nach. Vor den Toren Meiningens kam es, da hier die Kaiserlichen Verstärkung erhielten, zu einem weiteren scharfen Gefecht, bei dem 3 Kompanien Kroaten völlig zusammengehauen worden seien”.[27]
Der Schmalkaldener Chronist Pforr hält dazu fest: „Den 9. Jan: sind die hievor bemelte 5 Schwedische regimenter wegen deren in Francken zusammengezogenen Keyserlichen völcker in hießige ambtsdörffer gewichen und, die obristen legten sich in die statt, ihre pocaschen[28] aber schickten sie ubern walt. Hierauff giengen sie die Schwedischen den 12. dito in der furi uff die Keyß: loß und treffen bey Meinungen uffeinander, alwo die Keyßerlichen auß dem feldt geschlagen, ihnen 3 stück geschütz abgenommen. Der Obriste Mandeuffel und Ramßdorff und andere officirer, beneben 700 gemeine soldaten, wurden gefangen. Bey dießer occasion hat sich der Obriste Wrangell, welcher den angefriff gethan, am tapfersten gehaltten“.[29]
Anfang März 1637 war Witzleben zusammen mit Bielke gegen die in Gefangenschaft geratenen kaiserlichen Obristen Manteuffel und Wolframsdorff ausgetauscht worden.[30]
[1] Breitenfeld [Kr. Leipzig]; HHSD VIII, S. 38f.
[2] Wolfratshausen [LK Bad Tölz-Wolfratshausen]; HHSD VII, S. 828f.
[3] Eberfing [LK Weilheim-Schongau].
[4] Weilheim [LK Weilheim-Schongau]; HHSD VII, S. 797.
[5] BUCHNER; BUCHNER, Bayern, S. 51.
[6] Frankfurt a. d. Oder [Stadtkr.]; HHSD X, S. 177ff.
[7] Müncheberg [Kr. Lebus/Strausberg]; HHSSchl, S. 284f.
[8] GRIESA, Frankfurt, S. 48f.
[9] 23.5.1634.
[10] GRIESA, Frankfurt, S. 49.
[11] Wittstock [Kr. Ostprignitz/Wittstock]; HHSD X, S. 394ff.
[12] Bogislav Philipp v. Chemnitz beschrieb die Schlacht; JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 373ff.
[13] ENGLUND, Verwüstung, S. 157ff.
[14] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 111f.
[15] Clingen [Kyffhäuserkreis].
[16] Greußen [Kyffhäuserkreis].
[17] Keula [Kyffhäuserkreis].
[18] Ebeleben [Kyffhäuserkreis].
[19] HAPPE II 45 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.
[20] Hof; HHSD VII, S. 302f.
[21] Naila [LK Hof]; HHSD VII, S. 492.
[22] KLUGE, Hofer Chronik, S. 112. „ein trefliches fach“, in ironischer Bedeutung: ein schöner Fang
[23] Wasungen [Kr. Meiningen]; HHSD IX, S. 468f.
[24] Meiningen [Kr. Meiningen]; HHSD IX, S. 269ff.
[25] Walldorf [Kr. Meiningen]; HHHSD IX, S. 457f.
[26] HAHN, Chronik 3. Theil, S. 479.
[27] PLEISS; HAMM, Dreißigjähriger Krieg, S. 124.
[28] Bagage.
[29] WAGNER, Pforr, S. 142f.
[30] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 44.