Larsson [Larsen, „Marson“] Erik

Larsson [Larsen, „Marson“] Erik; Obrist [ – 1636] Larsson stand als Obristleutnant bzw. Obrist in schwedischen Diensten.

Über die Kriegsereignisse in und um Mühlhausen[1] heißt es: „Den 4. Januar [14.1.1634; BW] schickte Herzog Georg von Lüneburg einen Regimentsquartiermeister, Herrn Stacke, anher, für das Stobische [Erik Soop; BW] Regiment in der Stadt Quartier zu machen, dessen sich E. E. Rath weigerte, schickten deswegen ihre Abgesand-ten zum Herrn Reichskanzler Oxenstirn, der damals in Erfurt[2] residierte, solches abzuwenden. Unterdessen ließ gedachter Quartiermeister durch seine Diener wider des Rathes Willen an alle Häuser schreiben und sonderlich an der Bürgermeister und der vornehmsten Rathsherren Häuser, welches doch die Bürger wieder auslöschten. Den 12. Januar [22.1.1634; B. W.] aber schickte der Herr Resident [Erskein; BW] von Erfurt eine Compagnie schwedisch Fußvolk, 130 Mann stark, anher, Salvam guardiam zu halten, welche in die Vorstädte gelegt wurden, mußten aber den 17. dieses wieder fort marchiren. Den 14. Januar [24.1.; BW] kam das Stobische (Sopische) Regiment Reiter (Westgothen[3]) unter dem Obristlieutenant Larsen (Marson) und legte sich ins Quartier auf den Dörfern. Den 16. Januar [26.1.; BW] kam der schwedische Kanzler, Herr von Oxenstierna, anhero und machte die Verordnung, daß der Major von dem gedachten Regiment mit 4 Compagnien in die Grafschaft Schwarzburg verlegt, die andern aber nebst ihrem Obersten Larsen in die Stadt rückten. Sie hielten zwar gute Manneszucht, dergleichen noch bei keiner Einquartierung geschehen, aber der Rath mußte ihnen über die Verpflegung alle 10 Tage 750 Thaler an Gelde geben, derowegen ein jeder Bürger, der keine Einquartierung hatte, alle 10 Tage eine 6fache Kontribution geben mußte. Diese schwedischen Officire, welche auf Salvagarde hier lagen, baten E. E. Rath, ihnen eine Kirche zu ihrem Gottesdienste einzugeben. Darauf ward ihnen die Barfüßer Kirche, weil sie nicht gebraucht wurde, eingeräumt. Den 19. Januar [29.1.; BW] ward der Gottesdienst in selbiger angefangen und hernach alle Freitage und Sonntage in schwedischer Sprache gehalten, wozu die hiesigen Musikanten vocaliter und instrumentaliter einmal musiciret, welches der Obristlieutenant gerühmet, daß ihm in Deutschland noch niemals eine solche Ehre wäre angethan worden, verehrte derwegen 10 Thlr. Trinkgeld“.[4] […] „Den 10. April [20.4.; BW] brachen die 4 Compagnien von dem Stobischen, sonst auch westgothischen genannten Regimente auf nach Hildesheim,[5] ließen aber einen kranken Rittmeister nebst etlichen Officieren und etlichen 20 Pferden zurück. Dieser Rittmeister Torstenson ist nach seiner Herstellung den 20. April auch abgereist. Diese Einquartierung hatte 12 Wochen gewähret und der Stadt über 20000 Thaler gekostet. Zu derselben Zeit setzte auch der gedachte Oberst Sorbus mit der bei sich habenden Infanterie alle Mühlhäusischen Dörfer in Contribution“.[6]

[1] Mühlhausen [Kr. Mühlhausen]; HHSD IX, S. 286ff.

[2] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.

[3] Västergötland

[4] JORDAN, Mühlhausen, S. 76f.

[5] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[6] JORDAN, Mühlhausen, S. 78.

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