Hessen-Kassel, Philipp Landgraf v.

Hessen-Kassel, Philipp Landgraf v.; Offizier [1604 – 17.8.1626 Lutter] Philipp Landgraf von Hessen-Kassel,[1] ein Sohn des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, stand 1626 in dänischen Diensten.

Der Schweriner[2] Dompropst und Ratzeburger[3] Domherr, Otto von Estorf [1566 – 29.7.1637], berichtet in seinem „Diarium belli Bohemici et aliarum memorabilium“ zu 1626: „17. Aug ist zwischen dem König zue Dänemark[4] und Graf Tilli[5] eine Schlacht gehalten im Lande zu Braunsweig bei Lutter am Bahrenberge,[6] darin Tilli das Feld behalten, weil des Königs Reuter nicht fechten wollen, sondern davon geritten. Sind viel vornehme Officiere geblieben. Auf der Wahlstadt sind todt gefunden: Wersebe,[7] Nortproth,[8] Landgraf Philipp zu Hessen, Graf zu Solms,[9] der Rheingraf[10] so Catlenburg[11] abgebrannt, General-Commissarius Sivert Powisch,[12] nebst vielen anderen hohen Officieren vnd Befehlshabern. Gefangen sind: der Obriste Lochhauschen,[13] ein Graf von Stolberg,[14] Obriste Twachting,[15] Berent Gos,[16] Courville[17] Französischer Obrister, Gunternach,[18] Königl. Hofmarschal N., General-Commiss. Rantzow[19] hart verwundet vnd viele Andere“.[20]

[1] Vgl. VD17 23:263431T: SEYLER, Crato, Oratio Qua Fortissimo & bellicosissimo iuveni Philippo, Hassiae Landgravio, … Mauritii Hassiae Landgravii … filio e secundo connubio natu maximo … Quum is 17. Aug. in Luterensi praelio fortiter in hostem pugnant occubuisset, Casselis in Collegii philadelphico Mauritiano 15 Septemb. … 1626 Amoris & devotionis ergo supremus honos habitus fuit / a Cratone Seylero P.P.P. Kassel 1626.

[2] Schwerin; HHSD XII, S. 114ff.

[3] Ratzeburg [Kr. Herzogtum Lauenburg]; HHSD I, S. 216f.

[4] Vgl. HEIBERG, Christian 4.

[5] Vgl. KAISER, Politik; JUNKELMANN, Der Du gelehrt hast; JUNKELMANN, Tilly.

[6] Lutter am Barenberge [Kr. Gandersheim]; HHSD II, S. 315f. 27.8.1626: Sieg der kaiserlichen Truppen unter Tilly über das dänische Heer unter König Christian IV. und seine protestantischen Verbündeten, die bis auf die Herzöge von Mecklenburg von ihm abfielen. Die Dänen verloren etwa 6.000 Mann, 2.500 gerieten in Gefangenschaft. Zu Beginn der Schlacht waren beide Armeen etwa 19.000 Mann stark. Die genauen Verluste sind nicht mehr feststellbar. Die Dänen dürften etwa 4.000 Tote und Verwundete, 3.000 Gefangene, etwa 100 Fahnen und Standarten, dazu die gesamte Artillerie und einen Großteil ihrer Bagage verloren haben. LAHRKAMPS Angaben, Bönninghausen, S. 246 (8.000 Tote), liegen eindeutig zu hoch. Das zeitgenössischen Flugblatt »Kurtze[r] vnd einfältige[r] […] Bericht« spricht von 6.000 Toten und 2.000 Gefangenen. Tillys Verluste lagen wohl deutlich unter 1.000 Mann. MELZNER, Schlacht bei Lutter am Barenberge; VOGES, Schlacht bei Lutter am Barenberge; VOGES, Neue Beiträge, Chronik; KLAY, 27./17. August.

[7] Wersebe, Wolf Heinrich v.; Offizier [ – 27.8.1626 Lutter]

[8] Nerprot, Johann v.; Generalleutnant [ – 27.8.1626 Lutter]

[9] Solms-Hohensolms, Graf Hermann Adolph v.; Obrist [ – 27.8.1626].

[10] Salm in Kirburg, Mörchingen u. Tronecken, Otto Ludwig, Wild- und Rheingraf v.; General [13.10.1597 – 16.10.1634].

[11] Katlenburg [Kr. Northeim]; HHSD II, S. 263f.

[12] Pogwisch, Sievert v.; Generalkommisar [1587 – 27.8.1626 Lutter].

[13] Kalkum, Wilhelm v., genannt Lohausen [Lohehausen]; Generalmajor [Aschermittwoch 1584 auf Lohausen – 30.1.1640 Rostock].

[14] Stolberg, Bodo Ulrich Graf v.; Offizier [29.5.1596 – 28.10.1626].

[15] Twachting, N; Obrist [ – ].

[16] Geist [Geistes, Geest], Berend; Obrist [ – ].

[17] Courville [Corvill, Corvillt], Nic(h)olas de; Generalmajor [ – 1.6.1634 in Regensburg gefallen].

[18] Gunternach, N; Offizier ? [ – ].

[19] Rantzau, Marquard; Generalkommissar, Generalmajor [ – ].

[20] DUVE, Diarium belli Bohemici et aliarum memorabilium S. 49f.

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