Forbes [Forbes of Lund, Finnesse Forbes, Fin-Forbes, Fin-Forbes, Forbus, Forbesch, Vorbusch] auf Jackarby [Fårbus uff Jackerby], Matias [Matthias, Matthew]

Forbes [Forbes of Lund, Finnesse Forbes, Fin-Forbes, Fin-Forbes, Forbus, Forbesch, Vorbusch] auf Jackarby [Fårbus uff Jackerby], Matias [Matthias, Matthew]; Obrist [ -20.3.1641] Forbes[1] stand als finnischer Obrist in schwedischen Diensten. Finnländer war er erst in zweiter Generation. Sein Geschlecht war aus Schottland über Mecklenburg dorthin gekommen. Er und sein Bruder Arvid werden auch zur Unterscheidung „the Finnes Forbes“ genannt.

Er führte jene Kerntruppe aus südwestfinnischen Bauern, der seit Leipzig 1631[2] – 1631 waren sie auch in Schweinfurt aufgetaucht[3] – und Lützen 1632 ein von der schwedischen Propaganda erzeugter legendärer Ruf vorausging. „Im Dezember 1631 bekam die Stadt Pößneck[4] erstmals Einquartierungen. Das Regiment des schwedischen Obersten Forbus lag in der Stadt. »Zwar waren es keine feindlichen Truppen, aber Freunde und Feinde brandschatzten die Einwohner in fast gleich roher Weise«, heißt es in den Pösnecker Ratsakten. Die Stadt wandte sich an den Landesherrn, und dieser erwirkte den Abzug der schwedischen Truppen. Dafür hatte die Stadt zu dem bisher erlittenen Schaden noch 116 Taler und 16 Groschen an den Oberst zu entrichten“.[5]

So soll der kaiserlich-ligistische Reiter-Obrist Lothar von Bönninghausen am 5.12.1633 mit seinem ganzen Korps bei Wetter[6] von nur 60 Reiterbauern aus Sääkismaki und Langelmä zurückgeschlagen worden sein. Die Finnen waren durchaus keine Katholikenhasser.[7] Sie galten als ausgesprochen billig im Unterhalt[8] und zogen im Tross keine Frauen und Kinder hinter sich her. Angeblich waren es 551 Reiter.[9] Geführt wurden sie von Forbes.

So behauptet William Forbes, der allerdings erst im Juli 1634[10] nach Minden[11] und dann nach Osnabrück[12] kam, dass sein Bruder über 21 Monate in Minden in Gefangenschaft saß, bis er im Oktober gegen den in der Schlacht bei Hessisch Oldendorf[13] am 7.7.1633 in Gefangenschaft geratenen Westerholt ausgetauscht wurde. „Über dieses hatt mein ältister Bruder Alexander Lord Forbes, welcher, wie oberwehnet, nicht allein familiae Forbesiorum princeps, sondern auch der erste Lord im gantzen Königreich Schottlandt ist, 2600 Man in 2 Regimentern anno 1631 auf seine eigene Unkostungen undt mit großem Schaden aus Schottlandt gebracht; ist für seine Persohn sehr unglücklich gewesen undt 2mahl gefangen worden, da er zu letzt 21 Monath in Minden sitzen müßte, sehr scharff gehalten ist undt gegen Rantzion nicht los kommen können, bis die Schlacht zu Oldendorff verlohren, als die Kayserliche Hameln entsetzen wollen. Da er für des General Graff Gronsfelts Schwager, Obristen Westerholtz (welcher auch unter den Kayserlichen 2 Regimenter gehabt) los kommen“.[14]

Nach Wassenbergs[15] „Florus“ von 1647 war er schon am 7.4.1633 in Gefangenschaft geraten: …“ als Johannes Altringer [Aldringen; BW] vber den Fluß Lech gezogen / die Feinde ein wenig geschlagen / vnd auff die Seite getrieben / auch die Stadt Memmingen[16] sich ihm zu ergeben gezwungen. Kemp[t]en[17] hat er mit Gewalt erobert / worinn zu deß Grimms besserer Stillung / beydes die Gewapneten / so wol auch die Vngewapneten vmbgebracht worden : Dann allldar verübete man die Straffe an denen / so die Rebellion an ihrem frommen Bischoffe verübet hatten.

Darnach hat er den Forbus ereilet / vnnd in einem Anfall 1200 erschlagen / eilff grosse Stück vberkommen / vnnd den Forbus selbst / auch den Marckgraffen Sancti Andrae,[18] sampt andern zweyen Obristen / nach Lindaw[19] gefangen geführt“.[20]

Der schwedische Generalkriegskommissar Trana hatte Forbes nach Ende der Gefangenschaft zu Oxenstierna ins Oberland entlassen, verwundert darüber, dass er nicht zu seinem an der Unterelbe stehenden Regiment zurück wollte. Der Grund dafür dürfte in der Donation mit dem Benediktiner-Kloster Malgarten[21] zu suchen sein.

Im Juli 1634 waren dreißig Berittene in Malgarten erschienen, um Forbes in seinen neuen Besitz einzusetzen. Am 27. Juli erhielt Forbes alle Schlüssel, Register und Urkunden, ließ sich die Eigenbehörigen vorstellen und nahm sie in die Pflicht. Dem Kommissar Clemens Glauberg verehrte er sechs Hammel und zwei Ochsen, die besten Pferde behielt er selbst. Die große Plünderung des Klosters begann am 11. August. Auf sieben hoch beladenen Wagen wurde das bewegliche Inventar abtransportiert, die sechs besten Milchkühe hinterher nach Osnabrück getrieben. Die Wegnahme ging am Hofe der Domina Barbara von Schleppegrell in Osnabrück weiter. Die Betten der Konventualinnen wurden besichtigt, die brauchbaren kamen nach Vörden ins Magazin. Auch das aus über zwanzig Teilen bestehende Bett, das die Konventualinnen für den neuen Landesherren Gustav Gustavsson angefertigt hatten, verschwand. Das gesamte Mastvieh wie auch das Getreide wurden in Osnabrück verkauft. Doch müssen einige Konventualinnen nach Malgarten zurückgekehrt sein, denn Berg drohte am 3. Februar 1635 mit Entkleidung, Schändung, Entführung, Verbrennung usw., wenn man nicht eine Obligation über 4.200 Rt., zahlbar in drei Raten, akzeptiere. Dafür wollte Berg Zug um Zug die Briefe und Siegel des Klosters und zuletzt das Original des Schenkungsbriefes zurückzugeben. Den noch übrigen Hausrat und die zweijährigen Pferde nahm er mit. Am 14. Februar unterschrieben er und Forbus ein entsprechendes Papier mit demn Bedingungen. Die Konventualinnen konnten oder wollten das Geld nicht aufbringen. Die Donatare setzten zwar einen Verwalter ein und schickten der Domina Beauftragte ins Haus, drohten und baten den Stadtkommandanten um Hilfe, konnten aber ihre Restforderung nicht realisieren. Die Auseinandersetzungen um Malgarten sollten sich bis zum Ende des Krieges hinziehen.

Forbes wurde im August 1634 Nachfolger von Wolf von Stralendorf als Stadtkommandant in Osnabrück.

Der protestantische Osnabrücker Chronist Rudolf Bellinckhausen [1567-1645] berichtet: „Am gemelten tage [28.8.1634; BW] sein 4 fenlen widerumb inn unse stad von neuen ankommen, 3 gelb und eine weyße. Der obrist war Mattheis Forbusch“.[22]

Forbes ließ im September 1634 gerade ein Regiment „teutscher Knechte“ anwerben. Das Startkapital dafür hatte er durch die Ausplünderung des ihm und Johan Berg geschenkten Benediktinerinnen-Klosters Malgarten erworben. Von Osnabrück verlangte er Service für seinen Stab. Werbe- und Musterplätze waren Quakenbrück[23] und Fürstenau.[24] Zur Unterhaltung der Werbeoffiziere und der bereits angeworbenen Knechte mussten die umliegenden Orte kräftig beitragen. Im Quakenbrücker Gebiet und in Malgarten trieb es Forbes so arg, dass die Stände den Obristen schließlich bei Herzog Georg verklagten. Drei Vorladungen, „bei Vermeidung Leib- und Lebensstrafe … zu erscheinen und seine actiones zu justificieren“, ignorierte Forbes einfach. Trana war bei der Belagerung Mindens gefallen und sein Nachfolger Andeflycht konnte sich anscheinend nicht gegen Forbes durchsetzen.

Am 17.10.1634 hatten die Domschüler auf dem Osnabrücker Kapitelhaus eine Komödie aufgeführt. Forbes fühlte sich offenbar durch den Inhalt und die Ausstattung der Kostüme derartig beleidigt, dass er das Stück stören, den Schauspielern die Kostüme vom Körper reißen und den Dom zusperren ließ. Möglicherweise gab es einen Zusammenhang zwischen Forbes’ finnischer Abstammung (im Volksmund auch Lappen genannt) und den Kostümen der Schauspieler.[25] Erstaunlicherweise werden die Folgen dieser Komödie bei dem Osnabrücker Chronisten Bellinckhausen nicht erwähnt.

Bellinckhausen hält fest: „Denn 18. [11.; BW], diengstags zu 2 uhren, ist der herr commenda[n]t Forbess mit 5 standarten, 4 weiß und ein gelb, aus unser stad nach der Furstenau gezogen. Der zall war 325 soldaten ohn die officirer, auch weyber und jungen, sein auch etliche coralen mitgezogen“.[26]

Aus Stade,[27] 10.6.1635, datieren Oxenstiernas Anweisungen für Speerreuter[28] und Andeflycht, Assistent des am 25.10.1634 bei der Belagerung Mindens[29] gefallenen schwedischen Generalkriegskommissars Trana, für die Neuorganisation der schwedischen Armee:

„Memorial gegeben dem herrn general major Clauss Dietrichs von Sperreuttern und dem cammerier Carl Gregersson [Andeflycht; BW] inn denen, so ihnen bey der königlichen Schwedischen armée inn den Nieder-Sächsisch und West-phalischen crayssen zu verrichten anvertrauet.

1.

Soll sich der Cammerier ehist müglich verfügen an ort und end, da er den general major herrn Clauss Dietrich von Sperreuter und die andere officirer finden wird, sie sampt und insonders von wegen dess herrn reichscanzlers Excellz begrüssen unnd daneben vermelden, welcher gestallt Seine Excellz eben auss denen ursachen sich hierunterwerts auss den vier Ober creysen durch eine so müheseelige, weite reysse begeben, weiln S:e Excellz verstanden, dass die sachen je länger je mehr allhier verrücket würden, wohlverdiente und Ihrer Königl. Matt: und der cron Schweden wol affectionirte cavalleri würden zum theil ihrer charge entsezet, theils auch ärger dann andere accomodiret, und sonsten ausser dem man wenig vonn ihnen wissen wollte, dahero zu befahren, dass das interesse der cron Schweden hindan gesezt und vergessen und die getreue officierer und soldaten vielleicht bey den friedenstractaten entweder aussgeschlossen oder zum wenigsten zum besten nicht gedacht werden möchten, darauss leichtlich erfolgen könnte undanck gegen die crone unnd böser lohn vor der soldatesca mühe und arbeit.

Wie Seine Excell:ce nun allhero inn diesen crayss arriviret befinden sie diesses nit allein waar, sondern noch viele andere consilia unter der hand, so der cron und militiæ zu höchstem vorfang[30] gereichen würden, da der Höchste nicht inns mittel trete und solches unheyl mildiglich abwenden würde.

2.

Nachdem nun dess herrn reichscanzlers Excellz diesses alles also befunden und sich der treuen dienste, so mehrertheils officierer und soldaten, so sich befunden inn dieser armée, nun viele jahre hero Ihrer glorwürdigsten Königl. Maytt. Und nach dero absterben der jetzigen Königl. Mtt. und der cron Schweden geleistet, erinnern, auch mit sonderbahrer affection vernommen die beständige treue, so officirer und soldaten noch tragen gegen Ihrer Königl. Mtt. und die cron, und das vertrauen, so sie zu Seiner Excellz. setzen, alss soll obgedachter cammerier sie inns gesampt und sonders desswegen bedancken und zur standthafftigket und guter resolution gebührend erinnern und vermahnen.

3.

Insonders soll er den herrn general major Sperreuter dahin vermügen, dass er wolle zu sich ziehen den obristen von Krazenstein, den obristen Aston, den obristen Zabeltitz, Forbus, Merode und einen jeden bey seinem nahmen, so er affectioniret finden wird bey der cron Schweden treu und im dienste zu verbleiben, und also die armée an einen bequemen ort an dem Weserstrom zusammenziehen und ein corpus formiren, das commendo darüber führen im nahmen der Königl. Maytt und der cron Schweden und dess gemeinen wesens; alle, die er affectioniret finden wird, soll er zu selbiger armée persuadiren.

4.

Den ort betreffend stellt S:e Excell:ce dem herrn general major anheimb, welcher der bequembste sein möchte, da er aber dess commendantz zu Münden[31] oder Nienburg,[32] da selbiges accordiren würde, mächtig sein könnte, soll er das lager allda formiren, damit man von Bremen[33] und andern orten dasselbe desto bas[34] versorgen könne.

5.

Wann er nun der regimenter versichert und sie so wol zu ross als zu fuss bey einander hat, soll er stracks S.e Excellz dessen avisiren und weiter ordre erwarten.

6.

Die intention aber ist diesse, dass der herr general major soll auss der ganzen armée ausslesen eine armée volante, die inn Westphalen verbleibe unter seinem commando, damit er den Weserstrom erhalte und Westphalen suche zu mainteniren wider die feinde so wol als andere widerwertige, da sich einige erheben möchten, der rest aber der regimenter soll zur hauptarmée unter dem herrn feldtmarschalckh Banier geführt werden, beygefügte liste aber weiset auss, welche regimenter man vermeinet commode in Westphalen verbleiben können und welche aussgeführet werden müssen.

7.

Die artillerie und amunition mit der artillerage, so viel man habhafft werden kan, soll alles zu der armée gezogen werden unnd im lager verbleiben uf fernere verordnung.

8.

Da der h. general major die garnisonen in einigen vestungen auch an sich bringen könne, insonders inn Minden und Nienburg, soll er nach müglichkeit daran arbeiten, wie auch die garnison in Ossnabrügge[35] dahin halten.

9.

Der Westphalische creyss soll hinfüro der disposition dess Niedersächsischen creysses nicht mehr unterworffen sein, sondern biss zu anderer etlicher verordnung der herr general major mit dem cammerier darüber disponiren, doch dass es ufs glimpflichste müglich geschehe unnd, so weit es sich immer thun lest, die freye stände auch gehöret werden, dahero dann auch der Schwedische resident[36] darzu gezogen werden solle.

10.

Es will aber vonnöthen sein, dass die stände und auch die gewonnenen lande der gebühr und nach müglichkeit quotifieret werden, damit sie an victualien so viel zusammen bringen, dass die armée auf eine kurze zeit könne erhalten werden.

11.

So balden auch dess herrn reichscanzlers Excellenz erfahren wird, dass die regimenter bey einander und inn gutem humor begriffen, will er entweder selbsten hinkommen und die ubrige, so zu dem herrn Banier sollen, abführen, oder, da er verhindert würde, einen andern abfertigen oder verordnen, der es verrichte.

12.

Sollten nun Ihre F. Gn. der herzog von Lüneburg oder einige andere deswegen einen unwillen fassen unnd sie entweder beschicken oder mit schreiben besuchen sie an sich zue ziehen und von dieser resolution abzueführen, als wirdt der herr general major und andere officiers der gebühr wissen zu anttwortten, innsonders aber dass sie uff Seiner Excellenz alss der cron Schweden gevollmächtigten legati und dess evangelischen bundes diretoris (dessen ordre sie allezeit pariret haben und nicht anders wissen dann dass die evangelistische stände so wol hier als inn den Ober crayssen noch inn der alliance bestehen) ordre diesses gethan, unnd also der Königl. Maytt. und cron Schweden zusampt dess evangelischen wesens dienste damit gesuchet; wollten also verhoffen, dass Ihre Fürstl. Gn. sich solches nicht liessen zuwider seyn, sondern, weil Se: Excellz nunmehr inn diesse creysse ankommen, sich mit derselben zusammen thun und uber eines und anders, so der ganzen alliance zu dienste, resolvieren, uff welchem fall sie bereit weren alles zu thun, was redlichen cavallieren unnd soldaten wol anstehe und zu veranttwortten seye. Solte man aber noch weiter urgiren, hat man genug zu remonstriren, welcher gestallt sie erst im nahmen unnd von wegen der cron Schweden geworben, der generalat unter dero nahmen geführet, die Schwedischen fahnen biss dahero unausgesprochen gepflogen, die Schwedische artillerie bey sich hätten und sie derselben gute dienste gethan, dahero jezo nicht könten unverwarneter dinge also davon absezen und ihren guten nahmen bey der posteritet denigriren lassen, referirend sich im ubrigen uff dess herrn reichscanzlers Excellenz, welcher sie wüsten Ihrer F. Gn. gut contentement geben solte.

13.

Diesse treu unnd beständigkeit dess herrn reichscanzlers Excellz inn aller gebühr gegen jederman gedencken, solche an seine principalen recommendiren, nicht von der soldatesca absezen oder einigen accord mit feinden oder freunden eingehen, es seye dann der soldatesca genugsam versehen und versichert, auch ihnen ihr billiges contentement nach aller müglichkeit gegeben entweder von den herrn ständen oder, wann alles andere mangelt, vonn der cron Schweden, nicht zweiflend, es werde die soldatesca dargegen beständig der cron Schweden und inn dero nahmen Seiner Excellz alss legato und directori adsistiren.

14.

Wann nun das volck bey einander, soll kein plaz oder standt dess Westphalischen creysses exempt sein vor contribution, sondern solches so wol aus dem Windischen als allen andern orten genommen werden. Inngleichen, biss so lange die neutralität mit dem herzog [Wolfgang Wilhelm; BW] von Neuburg ihre abhülffliche maass erlangen wird oder andere ordre erfolget, sollen die Cratzensteinische und [Heinrich Christoph von der Goltz; BW] Golzische regimenter behalten ihre quartier inn der Marckh zu ihrer ufhelffung, wie dann der herr general major Sperreuter, da er einige mittel im lande finden würde obgedachte obristen zu adsistiren, damit ihre regimenter completiret werden können, sich ihme recommendirt sein lassen wolle.

15.

Das ampt Cloppenburg,[37] so dem herrn general lieutenant Baudissin gegönnet, neben dem closter Bensenberg[38] soll vor contribution und einquartirung verschonet bleiben biss uff andere ordre, wie denn inngleichem die beede graven von Oldenburg und Ostfriesslandt bey ihrer bestättigten neutralität gelassen werden müssen, bis andere verordnung erfolge.

16.

Was sich an caducgüttern befindet, soll angezeichnet unndt notiret werden, damit man wolverdiente cavalliere bedencken könne.

17.

Uber proviant soll man diesses orts so viel sorge tragen als sich immer thun lest.

18.

Was nuhn inn einem oder anderm passiret, muss schleunig advisiret werden“.[39]

Anscheinend wurde das Regiment von Forbes nie komplett. 1635 aufgestellt, schmolz es innerhalb eines Jahres durch Seuchen, Hunger und wahrscheinlich aus Desertion auf etwa 100 zusammen. Forbes begab sich nach Finnland und suchte dort nach Freiwilligen. Die meisten tauglichen Männer waren jedoch bereits für die regulären Einheiten ausgehoben worden, ein nicht geringer Anteil hatte sich durch die Flucht dem Militärdienst entzogen. Forbes bot ein Handgeld von 4 Talern, um überhaupt Freiwillige zu bekommen. Damit verdarb er die finnischen Preise und veranlasste den Gouverneur Per Brahe zu einer Beschwerde beim Finanzdepartment. Die Beute Forbes’ wurde in dieser Zeit von seinem Bruder Arvid verwaltet.

Ein Jahr später wurden in Finnland die Adelshöfe nach hinterzogenen Kriegern durchsucht. Die dabei Aufgefundenen wurden zu einer „frälseknektarfana“ unter Forbes zusammengefasst. Im Sommer stand sein annähernd komplettes Regiment in Riga.

Das „Theatrum Europaeum“[40] hält für den März 1639 fest:Die Schwedische in der Mittelmarck gelegene Völcker brauchten sich nicht wenig tapffer. Dann nachdem der Obrist [Konrad Alexander Magnus v.; BW] Burgsdorff mit seiner Reuterey den Schwedischen Obristen Dewitzen [Debitz; BW] (welcher mit seinem Regiment / Obristen Trotzen / Obr. Lieutenant Forby /Obristen Lieutenant Helwy / Obr. Lieutenant Joachim Radecken / samt andern untergebnen Trouppen etliche Tag in der Neustadt[41] gelegen) in 2. oder 3. mal vor der Stadt bravirt / seine Schildwacht biß ans Thor gelegt / doch nichts mehr tentirt, sondern nur versuchen wollen / was die Schwedische thun würden: hat Dewitz solche Bravade länger nicht vertragen können / sich mit den andern Officirern hierauff beredet und geschlossen / den Obristen Burgsdorff (welcher eben nach Berlin / 3. Meil wegs von Bernau[42] / zum Grafen von Schwartzenburg sich verfüget / mit denselben wie die Schweden in der Neustatt anzugreifen / sich befragt / 150. Mußquetirer / 4 Stück / darunter 2. halbe Carthaunen / und 2. Mittel-Stück erfordert / bekommen / und biß auff 1. Meil von Bernau / am 20. 30. May gebracht) zu überfallen / und sein Regiment zu ruiniren / welches dann glücklich abgangen. Massen / als deß Obristen Dewitzen seine / und obgedachter Officirer Völcker am 20. 30. diß um 2. Uhr deß Morgens vor Bernau / der Obriste Burgsdorff aber etwan ein halb viertel Stunde vor wolgedachtem Obristen Dewitzen in Bernau mit gar wenigen Reutern ankommen / dann er die obbemeldte 1500. [!] Mußquetirer 1. Meil von Bernau etwas ruhen lassen / haben die Schweden gleich bey ihrer Ankunfft das Berlinische Thor berennt / eine Petarden daran geschraubt / welche guten Effect gethan / darauff der Obriste Dewitz mit etlichem Volck durchs Thor in die Stadt getrungen / zuvor aber vor das andere Thor in eine Scheuer / und auff den Damm / 200. seiner unberittenen Reuter mit gezogenen Feuerörhren [Feuerrohren; BW] / so sie aus der Rüstkammer zu Stetin[43] bekommen / gelegt / welche die heraußkommende Burgsdorffische / nebenst 4. Trompetern / so da Marsch geblasen und durchgehen wollen / dergestalt empfangen / daß in die 40. und mehr Personen von den Pferden gefallen und todt blieben / worunter Rittmeister Weiher / welcher neben dem Rittmeister Osten die eine Parthey geführet / gewesen: Der Major aber Marx Ludicke / hat sich durchgehauen / welchen deß Obristen Dewitzen Major Sack biß auff eine halbe Meil verfolget / aber Osten ein frisches Pferd gehabt / deß Major Sacks Pferd hingegen der Marche halber müde war / ist er / und etlich wenig mehr mit ihme in der Flucht entkommen / der Obriste Burgsdorff aber / sein Obrister Lieutenant / Johann von Mahl / und andere Ober- und Unter-Officirer in 37. beneben 295. gemeinen Soldaten seynd gefangen nach Stetin gebracht worden / woselbsten sich die meisten unterhalten lassen“.[44]

[1] MURDOCH, SSNE ID: 2248.

[2] PLEISS, Musketiere, S. 44, Anm. 131.

[3] StA Schweinfurt Ha 100, 97; Ha 103, 1118, 1124; Schweinfurt; HHSD VII, S. 686ff.

[4] Pößneck; HHSD IX, S. 342f.

[5] BLÖTHNER, Apocalyptica, S. 67.

[6] Wetter [Ennepe-Ruhr-Kreis]; HHSD III, S. 778f.

[7] BAUR, Kapuziner, S. 12, 16, 23.

[8] LILJEDAHL, Svensk förvaltning, S. 463, 517; PLEISS, Finnen.

[9] Krigsarkivet Stockholm rullor 1633, vol. 98, PLEISS, Finnen, 49; im Dez. 482; a. a. O., 52.

[10] Nach PLEISS, Finnen, S. 59, erst im September in Osnabrück.

[11] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

[12] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.

[13] Hessisch Oldendorf [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 226f. 28.6./8.7.1633: Schwedisch-hessische Truppen unter Dodo von Knyhausen, hessische unter Melander (Holzappel) und Georg von Braunschweig-Lüneburg schlagen die kaiserlich-ligistische Armee unter Gronsfeld, Mérode-Waroux und Bönninghausen, die an die 4000 Tote Verlust haben. In einer zeitgenössischen Flugschrift war auf die ungewöhnlich hohen Verluste in dieser Schlacht  verwiesen worden; COPIA KÖNIGL. MAY. IN DENNEMARCK / ERGANGENES SCHREIBEN: „Vnnd ist der eigentliche Bericht von den Gräfflichen Schaumbergischen Dienern einbracht / daß derselben auffs höchste etwa in die vierhundert Mann / die man alle hätte zählen können / in Münden [Minden; BW] ankommen wehren / vnnd ist eine solche Schlacht geschehen / daß weder in der Leipzischen Anno 1631. noch Lützischen Schlacht / Anno 1632. so viel Todten auf der Wahlstatt gefunden vnnd gesehen worden / wie jetzo“. Abgesehen von der reichen Beute hatte der Sieg bei Hessisch-Oldendorf  jedoch eine nicht zu unterschätzende Wirkung im protestantischen Lager, glaubte man doch, dass „deß feindes force vollents gebrochen sein solle“; Staatsarchiv Bamberg C 48/195-196, fol. 112 (Ausfertigung): Johann Casimir von Sachsen-Coburg an Markgraf Christian von Brandenburg-Kulmbach, Coburg, 1633 VII 04 (a. St.). In der COPIA KÖNIGL. MAY. IN DENNEMARCK / ERGANGENES SCHREIBEN hieß es: „Bei den Konföderierten sind fast alle Reuter Reich worden / vnnd ist Silber Geld vnnd Pferde gnug zur Beute gemacht worden / denn der Feind allen seinen Trost bey sich gehabt: Deßwegen vnsere Hohe- vnnd Nieder Officirer vnnd alles Volck dermassen Resolut zum fechten gewesen / daß nit zu glauben / noch gnugsam außzusprechen / vnd ist abermahls der Papisten Ruhm / in der Compositione pacis prächtig angeführt: Daß die Evangelische keine offene FeldSlacht wider die Papisten niemals erhalten / durch Gottes Krafft zu nicht vnd zur offnen Weltkündigen Lügen geworden“. In einem Bericht aus Bericht aus Osterode, 1633 VII 01 (a. St., Kopie); Postskriptum, heißt es sogar: „Ferner kompt bericht, daß in etlichen unseren kirchen und schulen der herrlichen vittory halber welche höher als die iüngste vor Lützen erhaltene schlacht zu æstimiren, gebetet und gesungen“ [worden].Staatsarchiv Bamberg C 48/195-196, fol. 146 v.

[14] PLEISS, Kriegstagebuch, S. 151. Allerdings war Westerholt nicht Gronsfelds Schwager.

[15] Vgl. LAHRKAMP, Everhard Wassenberg.

[16] Memmingen; HHSD VII, S. 439ff.

[17] Kempten (Allgäu); HHSD VII, S. 352ff.

[18] Saint André.

[19] Lindau [Kr. Duderstadt], HHSD II, S. 297f.

[20] WASSENBERG, Florus, S. 297.

[21] Malgarten; vgl. SEIBRICH, Gegenreformation.

[22] BELLINCKHAUSEN; TEGEDER; KREIENBRINK, S. 325.

[23] Quakenbrück [Kr. Bersenbrück]; HHSD II, S. 385f.

[24] Fürstenau [Kr. Bersenbrück]; HHSD II, S. 156f.

[25] PLEISS, Stadtkommandant, S. 237ff.

[26] BELLINCKHAUSEN; TEGEDER; KREIENBRINK, S. 328.

[27] Stade; HHSD II, S. 432ff.

[28] Vgl. LEISTIKOW, Sperreuter.

[29] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

[30] vorgreifende Maßnahme, Maßregel

[31] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

[32] Nienburg/Weser; HHSD II, S. 346f.

[33] Bremen; HHSD II, S. 69ff.

[34] besser.

[35] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.

[36] Alexander Erskein.

[37] Cloppenburg [Kr. Cloppenburg]; HHSD II, S. 100f.

[38] Bersenbrück, Zisterzienserinnen-Kloster; HHSD II, S. 44.

[39] Rikskansleren Axel Oxenstiernas skrifter och brefvexling. 1. Abt., Bd. 13, S. 281.

[40] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.

[41] Neustadt [Kr. Ruppin/Kyritz]; HHSD X, S. 295f.

[42] Bernau [Kr. Niederbarnim/Bernau]; HHSD X, S. 125f.

[43] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.

[44] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 103f.

Dieser Beitrag wurde unter Miniaturen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.