Eisenburg [Eisenberger, Eisenberg] N Graf von

Eisenburg [Eisenberger, Eisenberg] N Graf von; Obrist [ – ]. Er stand als Obrist in schwedischen Diensten.

Über die Ereignisse in der freien Reichstadt Mühlhausen[1] heißt es: „Den 20. November [30.11.1632; B. W.] sind von dem [Kaspar von; BW] Ebersteinischen und Eisenburgischen Regimente 30 blessirte Soldaten, item ein Rittmeister Schatz mit etlichen Reitern hier einlogirt worden“.[2] Augenscheinlich handelte es sich um in der Schlacht bei Lützen[3] verwundete Soldaten.

Der kursächsische Chronist Lehmann erwähnt ihn 1643 in seinem Kapitel: „Des Schwedischen Obrist Eisenbergers streif durch das gebirg ins Böhmen: Weil die Capaunischen auß Böhmen also herauß streiften und umb Chemnitz alles Unsicher machten, wolten die Schwedischen Sie dafür züchtigen und Sie auß ihren Böhmischen nestern jagen. Zue dem ende kamen 1000 Pferde und 300 Trajoner Schwedischer unversehens ins gebirg, logirten den 1. November umb Annenberg,[4] sein Vortrop erschoße des Nachts den 19. October in Cretzschmer zue Rückerswalde[5] 3 Churfürstliche reuter mit nahmen Wilhelm Rabe, Michel Telle und Martin Schefer. Eine parthie ginge durchs Wiesenthal[6] und verjagte die keyßerlichen umbher, der helle haufe aber in 19 Trouppen fiel auf den Tag Martini in Böhmen auf Cometau,[7] drinnen gerade jahr-Marckt war, Plünderte 6 stunden nach Mittag, darmit bußeten auch die Annenberger über 1 000 thl. ein, die zum Marckt gezogen, und nachdem die Stat geplundert, gebrandtschazt worden, muste Sie sich zur Contribution verschreiben. Die Völcker trieben viel Viehe zuesammen, gingen den Reitzenhainer Pas herauß, quartirten den 2. November in marienberg[8] mit allen 19 troppen, kostet 323 thl. 22 gr. 3 pf., proviantirten darnach mit Chemnitz,[9] und wie dieses jahr sichs mit furcht, angst und schrecken angefangen, also hat Sichs auch darmit im gebirg geendet“.[10]

[1] Mühlhausen [Kr. Mühlhausen]; HHSD IX, S. 286ff.

[2] JORDAN, Mühlhausen, S. 66.

[3] Lützen [Kr. Merseburg/Weißenfels]; HHSD XI, S. 286f.

[4] Annaberg; HHSD VIII, S. 5ff.

[5] Rückerswalde [LK Marienberg].

[6] Oberwiesenthal [Kr. Annaberg]; HHSD VIII, S. 261.

[7] Komotau [Chomoutov]; HHSBöhm, S. 282ff.

[8] Marienberg; HHSD VIII, S. 215f.

[9] Chemnitz; HHSD VIII, S. 43ff.

[10] LEHMANN, Kriegschronik, S. 149. Lehmann datiert nach dem alten Stil.

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