Ducasse [Duesse], David

Ducasse [Duesse], David; Rittmeister [ – ] Ducasse stammte aus Finnland, war Rittmeister im Regiment Sattler und quartierte sich nach Wolf Adam von Steinau im Sommer 1633 in Gerolzhofen (Hochstift Würzburg) ein „und nahm auf 16 Tage Quartier mit dem Vermelden, nicht eher abzuziehen, bis die Rekrutierungsgelder vollkommen bezahlt worden. Ob itzt gleich die Stadt auf Befehl des Reichskanzlers an die königliche Hofkammer monathlich 587 fl. 6 Batzen dem gemeinen evangelischen Wesen zum besten liefern mußte, und auch am ersten Termin mit der Zahlung einhielt, so drang doch demungeachtet der Rittmeister auf die Zahlung der rückständigen Rekrutiergelder, und nahm deswegen verschiedene Rathsherrn auf dem Rathhause in Arrest. In solcher dukasischen Bedrückung erschien nun Rittmeister Biehn aus Nordheim und untersagte dem Stadtrathe aus Befehl des Obersten Sattler, dem Rittmeister Ducasse nicht einen Pfennig zu geben, wobey er erklärte, daß der Oberst Sattler den Ducasse nicht mehr unter seinem Regimente haben wollte, und ihn deswgen an den Markgrafen Hans Georg remittirt hätte, um ihn bey sich unterzubringen, und hinzusetzte, daß der Rath ihm [Biehn] ebensoviel Geld zahlen müßte, als viel er dem Ducasse zustellen würde. Da hierauf Rittmeister Biehn nebst dem Amtsvogte von Geroldshofen nach Frankfurt zum Obersten Sattler und Reichsvizekanzler abreiste, um wegen der Rekrutirungsgelder zu unterhandeln, der Rittmeister Ducasse aber die Rathsherren noch immer gefangen hielt, wendete sich die Stadt am 4. Junius an die Landes Regierung in Würzburg, und bath, den Rittmeister Ducasse zur Loslassung der Rathsherren, und zur Abwartung des Reichskanzlers Ausschlag anzuhalten“. JÄGER, Gerolzhofen, S. 77f. Der finnische Rittmeister Duesse – wahrscheinlich war hier Ducasse gemeint – soll wegen des Abschlachtens der Kaiserlich-Ligistischen in der Schlacht bei Hessisch-Oldendorff durch seine finnischen Landsleute sogar um seinen Abschied gebeten haben. Rikskansleren Axel Oxenstiernas skrifter och brefvexling, 2. Abt., Bd. 9, S. 592.

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