Crichton [Krichton, Krüchten, Kröcher, Krecher, Krescher, Kriegen], Robert von

Crichton [Krichton, Krüchten, Kröcher, Krecher, Krescher, Kriegen], Robert von; Obrist [ - ]

„Robert Crichton was a Scottish officer in the Danish-Norwegian army from 1627-1629. He first served as a lieutenant in Nithsdale’s [SSNE 531] regiment in 1627, but had been promoted captain by 1629. From December 1631 till August 1635 he was quartered with his companies in Frankfurt/M. There are indications that he went on to become a colonel and lieutenant-general in Imperial service, though scrutiny of the source concerned is required to confirm it is the same man”.[1]

Crichton [Kröcher] stand 1634/1635 als Major im Regiment Johann Vitzthum von Eckstädt zunächst in schwedischen Diensten und lag im belagerten Regensburg.[2]

„Am Morgen des 24.6. zwischen 1 und 2 Uhr fiel die Besatzung unter Major Kröcher und Kapitän Paswal mit allen in der Stadt befindlichen Reitern (ca. 150) und 200 Mann zu Fuß bei der Schanze in Stadtamhof[3] in das kaiserliche Lager, ‘da der Feind in ein solches schrecken, confusion vnd flucht gerieth, das, wenn etliche von den Hastverischen und Brinkischen die commendirte vom gelben vnd schwartzen Regiment recht secundiret hetten vnd [...] nicht gewichen weren (weil sie ihre eigene reiterei für den Feind ansahen), man dismahl dem Feinde alle seine approchen abnehmen [...] und die Stücke vernageln können’. Der am gleichen Morgen zwischen 3 und 4 Uhr durchgeführte Ausfall durch das Jakobstor auf die stadtseitigen ‘Fernemontischen’ Laufgräben blieb gleichfalls erfolglos. Lediglich dem Oberstleutnant des Fernemontischen Regiments, dem Marchese Matthei [Mathäi; BW], wurde das rechte Auge ausgeschossen. (Chemnitz II, S. 467; Khevenhiller, S. 1185. Hier irrt Khevenhiller, denn der Oberstleutnant des Generalfeldwachtmeisters Johann Franz von Barwitz Frh. von Fernemont hieß Jean de La Moulie)”.[4]

Er lag dann unter dem Kommando von Johann Vitzthum von Eckstädt in Sachsenhausen.[5]

„Für das letzte Besatzungsjahr findet sich für die schwedischen Soldaten sogar ein Rechnungsbuch, das einmal mehr die Vermutung bestätigt, daß es für die Frankfurter[6] nicht bei den von Gustav Adolf verlangten 100 000 Reichstalern geblieben ist. Seit der Niederlage von Nördlingen,[7] genauer ab dem 26. September 1634, wurde Vitzthums Corps nicht mehr von den Schweden, sondern von der Reichsstadt besoldet und ernährt.

In diesem Rechnungsbuch wurden nicht nur die Einnahmen und Ausgaben hinsichtlich der Besoldung für die Regimenter Vitzthums, sondern auch die eines gewissen Obristen Arfüdo Forbusch aufgeführt. Dieser war am 26. September 1634 offiziell in die Reichsstadt gekommen. Es handelte sich hierbei um Arvid Forbus. Er war zu dieser Zeit Oberst eines geworbenen Infanterie-Regiments und stand ab 1635 unter Herzog Bernhards Oberbefehl. Die Frankfurter Ratsherren hatten sich über diese doppelte Belastung bei Oxenstierna beschwert, der diese Unannehmlichkeit zwar bedauerte, letztlich jedoch auf den Verbleib dieses Regiments bei Vitzthum beharrte. Erst am 29. Januar 1635 wurde das Forbussche Regiment aus Frankfurt abgeführt.

Im Dezember 1634 und am 6. Januar 1635 hatte der schwedische Garnisonskommandant insgesamt 86 005 Reichstaler erhalten und diese als Einnahmen verbucht. Die dokumentierten Regimentsausgaben beliefen sich für den Zeitraum auf exakt diese von der Rechnei ausgezahlten Summe. Aufgeführt werden hauptsächlich Beträge beider Regimenter, die für die sogenannte ‚15tägige Lohnung’ der Soldaten gedacht waren. Einmal findet sich eine Summe, die jeweils für die Stabsbesoldung bzw. für die Auszahlung eines gesamten Monatssoldes verwendet wurde. Der Buchhalter hatte die Beträge und Summen stets in Gulden und ‚ad 1 ½ fl’. umgerechnet in Reichstalern notiert.

Ein weiteres Dokument beziffert die Soldzahlungen und Kosten der Garnison etwas detaillierter. Für das Regiment des Kommandanten wurden zur Unterhaltung monatlich 4 700 ¾ Reichstaler veranschlagt, den ‚Stück Capitain, Fendrichen, Fewr Werckher und Constabeln monatich zum wenigsten geben 372 ¼ Reichstaler’. Für ein weiteres 1 000 Mann[8] star-kes Regiment waren 4.000 Reichstaler pro Monat vorgesehen. Bei dem dort aufgeführten ‚Pfortischen Regiment’ dürfte es, zieht man die Angaben aus dem zuvor genannten Rechnungsbuch heran, sich wohl um die Soldaten von Arvid Forbus handeln. Für nicht näher genannte ‚gemeine Ausgaben’ sah die Aufstellung weitere 235 Reichstaler vor. Alles in allem belief sich die in diesem Dokument errechnete Gesamtsumme auf 9 300 Reichstaler. Diesen Betrag sollten [sollte; BW] die Stadt Frankfurt monatlich für die Regimenter von Vitzthum und Forbus aufbringen. Die Person, die diese Rechnung aufgestellt hatte, war sich offensichtlich der Tatsache sehr wohl bewußt, daß es nicht bei diesen Ausgaben bleiben würde. Sie ergänzte: ‚NB. Was alles [auf]gerechnet soll werden alß allerhandt Außgaben und Munition, wirdt eß auch uff dausent Reichsdallern Monatlich laufen’.

Anhand dieser Quelle ist im übrigen zu ersehen, daß sich Vitzthums Garnisonstruppe zumindest am 1. Oktober 1634 aus insgesamt neun Kompanien und dem Stab zusammensetzte. Geführt wurden diese Einheiten jeweils von Major Krescher, den Kapitänen Michael Wolff, Schlieben, Wormser, Osten, Furch, Buttler und Nohr. In der Auflistung findet sich auch das alte ‚Blaue Regiment’, das einst zu Gustav Adolfs Royalarmee gehörte. So waren wohl doch nicht alle Garnisonssoldaten ehemals in Frankfurter Diensten gewesen und es befanden sich doch noch einige wenige ‚alte Schweden’ unter ihnen. Forbus’ Truppe hingegen umfaßte zehn Kompanien, im Gegensatz zu Vitzthums Garnisonsverzeichnis wird hier der Stab aber nicht als einzelner Posten aufgeführt.

Im Zuge der Übertrittsverhandlungen hatte man sich mit Gustav Adolf geeinigt, die Soldaten auf ‚holländische Weise’ unterzubringen. Über die genaue Verteilung der schwedischen Söldner bei den einzelnen Gastleuten ist allerdings nichts genaueres überliefert. Eine Aufstellung verzeichnet aber die Zusammensetzung der Kompanien des Vitzthumschen Regimentes im letzten Besatzungsjahr. Die Bezeichnung ‚Quartierliste’, unter der diese Aufstellung im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte geführt wird, erscheint allerdings etwas zu hoch gegriffen. Es wird in diesem Schrift lediglich unterschieden, ob die jeweilige Kompanie ‚hibbdebach oder dribbdebach’ untergebracht wurde. Von den insgesamt acht Kompanien der schwedischen Garnison waren je vier in der Reichsstadt selbst und vier im gegenüberliegenden Sachsenhausen,[9] wo auch der Kommandant im Cleeischen Hof residierte, einquartiert. Die Kompanien von Vitzthum, Schlieben, Iruschwitz und Forch lagen im Frankfurter Stadtgebiet. Sie wurden im August 1635 kurz vor Beginn des Gefechtes um die Alte Brücke nach Sachsenhausen beordert. Die Soldaten Major Krechers und die der Kapitäne Osten, Buttler und Nohr hingegen waren unmittelbar in Sachsenhausen stationiert“.[10]

Der sondershausische Hofrat Volkmar Happe[11] notiert zum 21.12.1641 [a. St.] „Den 21. ist aber eine starcke Party Reuter vor hiesiger Stadt übergangen. Den 22. ist das ertzherzögliche Hauptquartier zu Gebesee[12] gewesen, ist darinnen Feuer auskommen und viel Heuser abgebrant. Den 23. November der Hatzfeldische Obriste Kriegen alhier Mittag gehalten“.[13]

Im April 1642 war er nach seinem Bericht an den kaiserlichen Feldmarschall Melchior von Hatzfeldt in Mayen[14] einquartiert.[15] Vom Widerstand der Bevölkerung in Andernach[16] gegen seine Einquartierung berichtete er ihm noch im Juni dieses Jahres. Im September lag er bereits in Haßfurt[17] und teilte Hatzfeldt mit, dass flüchtige Soldaten Lamboys (nach der Schlacht bei Kempen) in Schwaben und Franken aufgetaucht seien.[18]

Crichton, mittlerweile Obristleutnant unter Hieronymus Graf Lodron, erschien am 16.12.1642 in Schweinfurt,[19] um auf Befehl Melchiors von Hatzfeldt dort das Regiment einzuquartieren. Das Regiment lag in dieser Zeit zu Kitzingen[20] und Haßfurt, der Rat verweigerte die Aufnahme. Doch einen Tag später kamen die in Sennfeld lagernden[21] Truppenteile, dann die von Haßfurt herein.Im November 1643 hatten sich Bürgermeister und Rat von Schweinfurt über Crichtons Forderungen beschwert und eine Abordnung an Hatzfeldt geschickt.[22]

Im März 1644 berichtete er dem seit dem 24.10.1643 eingesetzten Stadtkommandanten Hieronymus Graf Lodron, dessen Regiment bereits seit März 1643 in der Reichsstadt lag, über seinen Streit mit Bürgermeister und Rat der Stadt wegen des Unterhalts seines Regiments.[23] Die Verpflegungsschwierigkeiten in der Schweinfurter Garnison und damit seines Regiments beschäftigten ihn auch im April 1644. Zugleich beschwerte er sich bei Melchior von Hatzfeldt über Wietz, der die Kommandanten-Stelle verwaltete, der auch tatsächlich abgelöst und dessen Stelle im Mai ihm übertragen wurde.[24]

In Brettach[25] war er im September 1644.[26]

Am 2.6.1645 zog Crichton mit 300 Mann und den Hauptleuten Stempele und Enschering sowie dem Leutnant Hennemeier vom Regiment Thomas Henderson aus Schweinfurt zur kurbayerischen Armee ab.[27]

Im Mai 1646 war er in Hammelburg[28] stationiert.[29] Im April 1647 zog er von Schweinfurt nach Schernau.[30] Er soll mit einer von Künsberg verheiratet gewesen sein.

[1] MURDOCH (Hg.), SSNE ID: 203.

[2] Regensburg; HHSD VII, S. 605ff.

[3] Stadtamhoff [Stadt Regensburg]; HHSD VII, S. 708f.

[4] ENGERISSER, Von Kronach, S. 276 (die derzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung); ENGERISSER, Ansicht, S. 68.

[5] Sachsenhausen, unter Frankfurt, HSSD IV, S. 126ff.

[6] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.

[7] Nördlingen [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 525ff.

[8] Kaum anzunehmen, dass das Regiment 1.000 Mann gehabt hat; an der Differenz zwischen der Soll- und Ist-Stärke verdiente doch der Regimentskommandeur.

[9] Sachsenhausen, unter Frankfurt, HSSD IV, S. 126ff.

[10] RIECK, Frankfurt, S. 185ff.

[11] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 111f.

[12] Gebesee [Kr. Erfurt]; HHSD IX, S. 128f.

[13] HAPPE II, fol. 439 r; http://www.mdsz.thulb.uni-jena.de.

[14] Mayen; HHSD V, S. 229f.

[15] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 276; Mayen; HHSD V, S. 229f.

[16] Andernach [Kr. Mayen]; HHSD V, S. 12f.

[17] Haßfurt [LK Haßberge]; HHSD VII, S. 273f.

[18] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 276.

[19] Schweinfurt; HHSD VII, S. 686ff.

[20] Kitzingen; HHSD VII, S. 357ff.

[21] Sennfeld [LK Schweinfurt].

[22] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 242; vgl. auch HAHN, Chronik 3. Theil, S. 569ff.

[23] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 276.

[24] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 276; Nr. 366.

[25] Brettach, unter Maienfels [Gem. Wüstenrot, LK Heilbronn]; HHSD VI, S. 498.

[26] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 607.

[27] HAHN, Chronik 3. Theil, S. 602.

[28] Hammelburg [LK Bad Kissingen]; HHSD VII, S. 268ff.

[29] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 276; Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Bestand 4-11-230, Nr. 3030; 859.

[30] BECK, Chronik 1. Bd. 2. Abt., Sp. 70; Schernau, heute Stadtteil von Dettelbach [LK Kitzingen]. ?

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December 30, 2011 in Miniaturen
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