Beltin [„Berlin“], Johann Wilhelm von

Beltin [„Berlin“], Johann Wilhelm von; Obrist [ - 17.8.1676]

Im Juli 1634 lag Beltin [Beldin] als Obristwachtmeister in dem von schwedischen Truppen belagerten Hildesheim.[1]

Er stand zumindest ab 1637 als Obristleutnant im Regiment Gil de Haes, später als Obrist in kurbayerischen Diensten.

„Neue Sorgen brachte [1637] auch die Belagerung der Festung Ehrenbreitstein,[2] die immer noch von Franzosen besetzt war. Da der Generalfeldmarschall [Gallas; BW] den Verdacht hegte, der Diezer[3] Hofmeister von Hohenfeld stehe in geheimen Verbindungen mit der Besatzung der Festung, ließ er diesen bei einer Reise ins bayrische Hauptquartier, wo er sich um eine Rittmeisterstelle bewarb, in Nassau[4] festnehmen. Auch gegen die Gräfin [Sophie Hedwig] hegte er Verdacht. So verschlimmerte sich die Lage der Grafschaft mehr und mehr, als die Truppen des Reiterführers Jan van Werth 1637 begannen, die Feste Ehrenbreitstein völlig einzuschließen, und dieser dabei den Befehl gab, die Stadt Diez zu besetzen. Oberst Neuneck, der hierzu am 2. Februar 1637 Auftrag erhalten hatte, entsandte vom Regiment Wolf 50 Dragoner zu Pferd und 25 zu Fuß und 100 Mann Fußvolk vom Regiment Edelstett [Edlinstetten; BW] unter dem Befehl des Oberstleutnants Berlin [!], um die Stadt zu besetzen und nötigenfalls zu erstürmen. – Hierzu kam es allerdings nicht, da man der Truppe gutwillig die Stadttore öffnete. – Obgleich Berlin von Neuneck Weisung erhalten, die Einwohner zu schonen, ließ er sofort alle Häuser, einschließlich des Schlosses, nach Getreide durchsuchen. Dieses Vorgehen erbrachte jedoch kaum 500 Malter Frucht, weshalb Berlin Befehl zur Ausplünderung der vor der Stadt gelegenen Mühlen gab und, um die Schloßherrin zu ärgern, die zum Schloß führende Wasserleitung unterbrechen ließ. Gleichzeitig stellte er der Gräfin einen Wachtposten vor die Haustür. Obwohl Berlin auf diese Weise der Stadt fast alle Hilfsmittel genommen hatte, verlangte er für sich und seine Soldaten Quartier mit voller Verpflegung bei gleichzeitiger Soldzahlung. Um Naurath [den Diezer Amtmann] seinen Anforderungen gefügiger zu machen, legte er diesem das gesamte Kontingent des Edelstettischen Regiments ins Quartier, ungeachtet der Anordnung Neunecks, die Soldaten gleichmäßig über die Stadt zu verteilen”.[5]

Beltin operierte später vorwiegend in der Oberen Pfalz. Am 3. Oktober [1644] unternahm Obristleutnant Fritsch, seit dem 27. Juni Kommandant von Amberg,[6] einen Erkundungsritt nach Neustadt a. d. Waldnaab,[7] Tirschenreuth[8] und Waldsassen,[9] um zusammen mit Beltin die nötigen Maßnahmen gegen den drohenden Einfall der Schweden zu treffen. Der Pflegsverwalter von Weilheim[10] berichtete Maximilian I. am 26.3.1645, dass mehrere „welsche“ Soldaten Beltins, der im März 1645 14 Tage in Weiden[11] lag,[12] einen deutschen Fähnrich, dem sie die Beförderung und höhere Besoldung missgönnten, misshandelt hätten, so dass er sich nur mit Hilfe einiger Bürger in sein Quartier habe retten können.[13]

Beltin nahm am 3.8.1645 als Obristleutnant des Regiments Gil de Haes an der Schlacht bei Alerheim[14] teil. Nach der Schlacht waren französische Truppen nach Nördlingen[15] gezogen. „Enghin forderte die Stadt zur Übergabe auf, was er auch schon am Tag vor der Schlacht bei Alerheim getan hatte, indem er um einen Austausch von Geiseln zwecks Übergabeverhandlungen gebeten hatte. Die Stadt war in Angedenken der verheerenden Verteidigung von 1631 gegen Tilly bereit dazu. Jedoch der bayerische Befehlshaber Oberstleutnant Beltin, den man erst vor kurzem auf Anforderung der Stadt mit 300 Mann als Verteidigungsmannschaft in die Stadt gelegt hatte, machte Schwierigkeiten. Er wollte die Stadt verteidigen. Als aber die Franzosen, die sich in der Nähe der Stadt bei Bopfingen[16] ein Lager errichtet hatten, einige Schüsse mit ihren Geschützen abgegeben hatten, war beim Rat der Stadt kein Halten mehr. Hinter dem Rücken des Oberstleutnants Beltin verhandelte die Stadt mit Enghien. Man einigte sich schnell und stellte den Oberstleutnant vor vollendete Tatsachen. Trotz dessen Proteste wurde die Neutralität der Stadt vereinbart. Die Offiziere Beltins durften frei abziehen, seine Soldaten wurden ‚untergestossen’. Der bei Beginn der Verhandlungen angebotene freie Abzug der bayerischen Besatzung wurde wegen deren Gegenwehr zurückgenommen.

Für die Franzosen war diese Vereinbarung viel wert. Sie konnten sich hier neu verproviantieren und ihre Verwundeten versorgen lassen. Auch für die Stadt Nördlingen war die Neutralität gut, da sie keine französische Besatzung aufnehmen musste und die Franzosen die Waren, die sie kauften, auch bezahlten.

Die Bayern und die Kaiserlichen waren allerdings außer sich. Besonders Johann von Werth sowie der Oberstleutnant Beltin beschimpften, bedrohten, ja verleumdeten die Stadt.

Vom Militärischen her gesehen kann man das verstehen. Denn eine so geschwächte französische Armee hätte bei einem harten Widerstand große Probleme bekommen. Beladen mit einem großen Tross, vielen Verwundeten, geraubten Gegenständen, ohne Proviant, hätte sie bei einem relativ kleinen Stoß der kaiserlich-bayerischen leicht vernichtet werden können. Zumindest hatte sich Johsnn von Werth das so vorgestellt.

Da aber wenig später auch die Stadt Dinkelsbühl[17] nach 7-tätigem Kampf kapitulieren musste, ohne dass ihr ein kaiserlich-bayerischer ‚Succurs’ zu Hilfe gekommen war, so ist sicher, dass auch die Stadt Nördlingen vergeblich auf Hilfe gewartet hätte. Ein so ganz ruhiges Gewissen hatten die Nördlinger allerdings nicht. Sie beauftragten gleich mehrere juristische Fakultäten mit der Erstellung von Gutachten. Diese sind sehr ausführlich und der Zeit gemäß sehr umschweifig ausgeführt. Sie kamen alle zu einem positiven Urteil über die Neutralität der Stadt Nördlingen.

Aber die Stadt ging auch gegen den Herausgeber der Wiener Zeitung „Extra-Ordinari Mittwochs Postzeitung’, Mathias Cosmanovius vor, der sich in ‚ehrenrühriger weiß unterstanden’ folgendes in seine Zeitung zu setzen: ‚Alß die Leuchtwerthige Gesellen, die Nördlinger, der Franzosen anzug vernommen, haben Sie alßobalden den Commandanten arretiert, die Soldaten inn Ihr quartier verwacht, und denen Franzosen die Thor eröffnet, da sind die Soldaten undgestoßen, und der Commandant gefangen worden, … der Obriste Leutenant mit seinen Soldaten, die Posten, wo Er vermeint am gefährlichsten zusein, besetzt, und der Burgerschaft daß Ober Thor zu verwahren anvertraut haben solle, alß aber sich die Soldaten von den Bürgern nüchts arges versehen sondern uff ihren Posten, weil der Feind näher zu der Statt gerückt, sich gewöhrt, haben die Burger dß Ober Thor uffgemacht, und 500 hessische Mußquetiere eingelassen’. Die Stadt fordert in diesem Schreiben eine[n] nicht namentlich genannte Stelle auf, gegen den Drucker juristisch vorzugehen und ihn hart zu bestrafen. Sie legte ihrem Schreiben noch eine Gegendarstellung bei“.[18]

1646 übernahm Beltin das Regiment de Haes als Obrist, da de Haes in die Dienste der Republik Venedig getreten war. Sein Regiment tat sich anscheinend besonders durch Prügeleien mit anderen Regimentern und Plünderungen hervor.

In die Werth’sche Revolte scheint sein Regiment nicht verwickelt gewesen zu sein. Nach Darstellung des bayerischen Kriegskommissars Königsfeld gegenüber Maximilian hatte Werth Puecher (dessen Regiment auf Moosburg,[19] Freising[20] und Berchtesgaden[21] verteilt war), Winterscheid und Beltin nicht getraut, so jedenfalls nach Darstellung des Beteiligten Holtz. “Bei den in der Oberpfalz liegenden Rgt. scheint der Schritt Werths einige Verwirrung angerichtet zu haben, da ein Bericht des Magistrats Lauterhofen[22] von der ‘Werthschen Confusion’ spricht. Am 9. Juli lagerten die 3 Rgt. Kolb, Württemberg[23] und Coselkhe[24] sowie die 2 Rgt. zu Fuß Elter und Beltin um Amberg; sie marschierten am 10. gegen Neumarkt ab und am 13. zurück, dann von Amberg wieder in ihre alten Quartiere, aus denen sie vor dem 9. nach Amberg gekommen waren. Zweifellos steht dieses planlose Hin- und Hermarschieren im Zusammenhang mit der Aufforderung Werths zum Übertritt in die kaiserlichen Dienste”.[25] Beltin scheint seine Frau im Feldlager bei sich gehabt zu haben; außer ihrer Tochter und einer Magd hatte sie noch 16 Pferde bei sich.[26] Beltin erhielt wegen der Räubereien seiner Regimentsangehörigen eine scharfe Rüge aus München.[27] Nach Aussage des Verwalters von Waldsassen war Beltin jedoch ein „lieber, hochverständiger Kavalier, der Tag und Nacht auf die defension bedacht“ sei.[28]

Der Chronist und Bürgermeister Georg Leopold[29] aus dem von Eger[30] abhängigen Marktredwitz[31] erinnert sich an den September/Oktober 1647, als Beltin Kommmandant in Waldsassen war: „Eodem [29.9.; BW] haben wir dem H[errn] Oberst Beltin nach Waldsassen 1 Faß Weißbier gesandt. Den 30. Sept. sind die Soldaten von Waldershof[32] früh vor Tags[anbruch] auf den Galgenberg und in die Sandgrube(n) herabgekommen, [um] daselbst(en) auf die Fuhren zu lauern, die wir von hier nach Eger schickten und sie (hin)wegzunehmen. Weil sie aber keine ertappt [haben], sind sie anhero vor das Tor [ge]kommen und haben sich sehr unnütz gemacht. Den 5. Oktober ist früh mit dem [anbrechenden] Tag eine churbayerische Partei – an die 300 Pferd[e] stark – von Reutlas[33] hervor auf Dörflas[34] hineingesprengt, hat sich gegen den Pfaffenbühl zu gewendet und ist dort durchs Wasser auf die Rößlermühl zu, wo sie gehalten, 2 Reiter hereingeschickt und begehrt hat, Fleisch, Bier, Brot und 30 Säck[e] Hafer(n) hinauszuschaffen. Da sie sich als Schwedische ausgegeben [haben], haben wir auch etwas bewilligt. Sie sind dann nach Leutendorf[35] gerückt, wohin wir 20 Laib[e] Brot, etwas von Semmeln, 3 Eimer Bier und 10 Maß Hafer(n) führen ließen. Von dort sind sie nach Kemnath“.[36] [...]

Den 8. Oktober ist der Oberst Beltin, der Kommandant zu Waldsassen, hier durch und nach Waldershof. Diesmal ist Waldsassen nit allein außen herum(b) mit vielen 100 Palisaden, sondern auch innerhalb der Mauer(n), in allen Gärten und Gassen besetzt und mit vielen Gräben und Abschnitten befestigt worden. Den 11. Oktober begehrte ein edler, fester Magistrat der Stadt Eger, bei Vermeidung der Exekution, die verfallene Kontribution. Den 12. Oktober schrieb uns der churbayerische Oberst Wilhelm Beltin, der Kommandant zu Waldsassen, daß wir uns bishero unterstanden [hätten], dem Feind nach Eger (von) allerhand Viktualien zuzuführen. Weil er aber solches länger(s) nit gestatten könne, so verwarne er uns treulich, solches einzustellen; widrigenfalls aber, wenn dergleichen Fuhren wieder von uns abgingen und [sie] ertappt würden, sollten nit allein Einspann und Wagen (hin)weggenommen, sondern auch den(en) dabei befindlichen Personen [die] Nasen und Ohren abgeschnitten werden“.[37] Die Strafandrohung entsprach dem von dem kaiserlichen Kommandierenden Holzappel erlassenen Befehl, um die Versorgung Egers zu unterbinden. Den 19.10. waren kaiserliche Truppen unter dem Kommando Wallenrodts nach Marktredwitz gekommen: „Den 19. Okt. sind wiederum(b) an [die] 100 kaiserl. Reiter dahin und ihnen nachgefolgt. Die haben abermals oberhalb Weißenstadt[38] etliche Fuder Wein [zusammen] mit Wagen und Pferd[en], von denen die meisten nach Thiersheim gehörten, weggenommen. Dem Hans Hartung [haben] sie allein 20 Eimer und 5 Pferd[e geraubt]. Eodem abends, als es schon lang finster war, sind diese Völker zurück und hier vor das Tor [ge]kommen. Sie haben herein und über [die] Nacht zu verbleiben begehrt. Obwohl wir gemeint [hatten], es im guten abwenden zu können, hat es doch nichts helfen wollen, da sie willens waren, die Tore mit Gewalt zu (er)öffnen. Wir haben geöffnet und für den Oberst Götz(en),[39] der das Volk führte, für seinen Obristwachtmeister, dem von Wallenrodt, für 8 Rittmeister, 8 Kornette(n), 8 Leutnante, etliche Dragonerhauptleut[e] und an [die] 400 gemeine Reiter [die] Billetten und [das] Quartier gemacht. Graf Götz ist aber mit wenig Pferden durch und [in] selber Nacht noch auf Waldsassen. Die übrigen aber sind samt den Weinfuhren hier verblieben.

Sobald nun der Oberstwachtmeister herein[ge]kommen [war], hat er uns [al]sobald zu sich kommen und durch H[errn] Rittmeister Bruml andeuten lassen, daß er [am] vorgehenden Tag stilliegen müsse. Unterdessen sollten wir ihm etliche Boten und 20 Paar Ochsen zur Fortbringung des Weines verschaffen. Wir haben aber dementgegen gebeten, uns mit dieser starken Vorspann zu verschonen, da wir [erst] neulich vom Feind spoliiert worden [wären] und um all unsere Vorspann [ge]kommen wären. Da wir dazu noch [ge]treue Untertanen der kaiserlichen Majestät wären, müßten wir hoffen, daß er sein Vorhaben ändern würde.

Hierauf sagte er, wir wären freilich kaiserl. Untertanen, aber wir wären [auch] danach ! Wir stünden schon im schwarzen Register und bei den kaiserlichen und churbayerischen Völkern in einem solchen Konzept, daß man uns für Verräter, Schelmen und Rebellen achte, die mit dem Feind in guter Korrespondenz lebten und dergleichen an allen kaiserlichen Erblanden nit zu finden [wären]. Deshalb hätte er auch Befehl, mit uns wie mit Rebellen zu hausen.

Wir haben uns hierauf entschuldigt und vorgebracht, daß kein Mensch auf Erden zu finden sein wird, der uns einer begangenen Verräterrei oder Untreu[e] gegen die kaiserliche Majestät beschuldigen könnte. Wir trügen auch [keine] Bedenken, auf solche falsche[n] Auflagen [hin] vor der kaiserlichen Majestät oder deren Generalität Rede und Antwort über unser Tun zu geben. Wir baten nochmals und (ver)hofften, er wolle solchen falschen Angaben keinen Glauben schenken, sondern uns vorher zur Verantwortung kommen lassen und uns mehr vertrauen.

Der Oberstwachtmeister sagte [aber] nochmals, es wären dergleichen Schreiben, die nit lügen würden, an hohen Orten gegen uns ein[ge]kommen. Darin stünd[e] unter anderem auch, daß wir unseren katholischen Pfarrer vertreiben und dafür einen lutherischen einsetzen wollten. Wir widersprachen alles [und legten dar], daß uns alles ein[z]ig und allein wegen der Religion fälsch und zur Ungebühr zugeschrieben würde, da wir der Augsburgischen Konfession zugetan wären.

Daraufhin hat er sich etwas besser erwiesen und erklärt, daß er [am] morgigen Tag früh aufbrechen und gut[es] Kommando halten würde, obwohl er scharfe Order hätte, uns mit Feuer und Schwert zu traktieren. Es sollte aber keinem [ein] Leid geschehen, und auch die Vorspann wollte er bis auf 1 Paar Ochsen fahren lassen. Dazu haben wir dann noch 3 Dutze[n]d oder 36 Reichstaler versprochen, dem Oberst Beltin, der nit bei der Stell[e] war, 10 Taler und dem Rittmeister Bruml 8 Taler und 1 Faß Weißbier, was er [alles] mitgenommen [hat]. Daraufhin hat er [wiederum] versprochen, unsere Unschuld an gebührenden Orten darzutun und zu [bestätigen], daß wir ehrlich[e] Leut[e] wären. Er ist dann auch am anderen Tag früh nach dem Frühstück mit guter Order abmarschiert und gegen Waldsassen [ge]gangen, hat unterwegs die Dörfer sehr beraubt und auch unsere 2 Ochsen zurückbehalten.

Einen Tag vor Ankunft dieser Völker ist unser Mitbürger, der Geber Georg Haubner in Waldsassen gewesen, [um] Leder abzuholen. Er ist vor den [dortigen] Kommandanten, H[errn] Oberst Beltin gebracht worden und von ihm mit rauhen [und] harten Worten angefahren worden. Er hat gesagt, wir Redwitzer seien rechte Gesellen, die dem Feind nach Eger Tag und Nacht allerhand Viktualien zubrächten. Falls er einen ertappen würde – selbst wenn es der Bürgermeister wäre – , so wollte er ihm, seinem Befehl nach, die Nase und die Ohren abschneiden und ihm dann Galgen und Rad an die Stirn[e] brennen. Er solle sich nur hinpacken, er ließ nach Redwitz nichts folgen; wenn er nach Hause käme, würde er schon genug Gäste [vor]finden. Daraus ist wohl leicht(lich) zu entnehmen, daß wir schon vorhero die Glocke[n] über uns gegossen [hatten].

Wir haben aber hierzu nit geschwiegen, sondern haben am 23. dieses [Monats] zum Oberst Beltin nach Waldsassen geschickt und uns mündlich und schriftlich purgieren wollen. Er aber hat unsere Abgeschickten, den Gerichtsschreiber Görg Haug(en) und Christof Kammerer übel empfangen und sie ‘lutherische Buben’ und ‘lose Brut’ gescholten. Er hat sie auch in dem einen und anderen heftig bedroht und nit anhören wollen. Dazu hat er auch ausdrücklich vor[ge]geben, daß es ihn nit wenig verdrossen habe, daß der Graf Götzische Oberstwachtmeister entgegen seiner Order und wider seinen Willen von uns so bald abgezogen sei, denn wir hätten verdient, daß wir zu Grund ruiniert, von Haus und Hof verjagt und in Brand gesteckt worden wären.

Doch hat er letz[t]lich lindere Worte gebraucht und gesagt, daß er uns hinfort in Schutz nehmen und von aller Gefahr und Quartierung befreien würde, wenn wir uns gegen die kaiserliche Majestät etwas (ge)treuer erweisen und nichts mehr nach Eger geben oder schicken würden. Er hat uns dann auch 5 Musketiere(r) zur Guardi[a] herübergesandt, die aber meist nur die Tor[e] in acht genommen haben, damit nichts nach Eger getragen oder geschickt worden ist; [denn sie hatten Befehl, solches, sobald sie es (ver)merken würden, eilfertig zu berichten.

Zu dieser Zeit ist die kaiserliche Hauptarmada unter dem Kommando des Generals und Grafen von Holzapfel [Holzappel; BW] in Hessen gelegen, die schwedische aber, unter dem Kommando des Generals und Feldmarschalls Carl Gustav Wrangel in Niedersachsen und Westfalen.

Den 24. dito schrieb ein edler, hochweiser Rat der Stadt Eger anhero, daß sie uns [im Auftrag] der gemeinen Stadt und des Kommandanten [Koppey; BW] etwas vorzuhalten hätten, weshalb wir morgen – also am Montag – durch unsere Abgeordneten erscheinen sollten. Wir haben wiederum(b) hineingeschrieben, daß wir wegen der Nichterscheinung um Verzeihung bitten [müßten], da uns der Oberst Beltin bei Nasen- und Ohrenabschneiden verboten [hätte] nach Eger zu reisen.

Den 25. dito ist die Oberstiegelmüh[e] unter[halb] Helmbrechts[40] von etlich[en] churbayerischen Reitern, die bei Nacht mit Lichtern hausgesucht [hatten], angezündet und samt allem Hausrat abgebrannt worden.

Den 26. dito haben wir abermals von einem edlen Magistrat der Stadt Eger Schreiben erhalten, darin sie uns zu vernehmen gaben, daß es ihre Intention nit sei, uns etwas vorzuhalten, was gegen die (ergangenen) Befehle der Röm. Kaiserl. Majestät gehe. Daher müßten sie uns nochmals ein für alle Male an unseren Eid und [an] unsere schweren Pflichten erinnern und uns (v)ermahnen, zu erscheinen, um anzuhören, was sie uns wegen der gemeinen Stadt vorzuhalten [hätten]. Darauf[hin] haben wir es für unsere Schuldigkeit und hohe Notdurft (v)erachtet, hineinzureisen, jedoch vorher den churbayerischen Oberst Beltin zu ersuchen, ob er es zulassen wolle. Diese Verrichtung ist dann mir und dem H[errn] Richter aufgetragen worden.

Den 28. dito sind wir zunächst nach Waldsassen gereist und haben (daselbst) bei H[errn] Oberst angebracht, daß Bürgermeister und Rat zu Redwitz nit wenig erfreut [wären], daß er seinen jüngst gefaßten Zorn und seine Ungnade, die er sicher aus falscher [Quelle gehabt], fallen lassen hätte und bedankten uns nit weniger, daß er uns mit einer lebendigen Salva Guardi[a] versehen hätte. Wir müßten auch untertänigst bitten, uns ferner seinen Schutz zu erhalten, gaben ihm aber zu vernehmen, daß wir begehrt worden seien, vor dem Magistrat unserer Obrigkeit in Eger zu erscheinen und legten ihm die [diesbezüglichen] Schreiben vor. Wir erwarteten deshalb seinen gnädigen Befehl, ob er uns dahin reisen lassen wolle. Obzwar wir wegen der überschickten lebendigen S[alva] Guardi[a] nichts anderes als eine gnädige Affektion des H[errn] Oberst gegen uns verspüren könnten, so müßten wir dabei doch zu vernehmen geben, daß wir durch sie etwas in Gefahr stünden, da die schwedischen Parteien fast täglich von Hof[41] [aus]- und eingingen und diese Soldaten leicht(lich) hinwegnehmen könnten, falls sie [einmal] bei uns einen Einfall tun [würden]. Wir aber könnten sie dann nie mehr erstatten und würden deshalb gnädig bitten, es sich gefallen zu lassen, sie wieder zurückzunehmen. Dagegen könnte sich er, der Herr Oberst, versichert halten, daß wir nit allein seine Befehle und Gebote mit höchstem Fleiß in acht nehmen, sondern vermöge unserer Pflicht alles tun wollten, was zur (Be)förderung der Kriegsdienste der Röm. Kaiserl. Majestät und der Churfürstl. Durchlaucht in Bayern nötig sei. Wir wollten uns auch jederzeit (ge)treu und gehorsamst erweisen.

Hierauf wiederholte er sehr weitläufig die Ursach[en], weshalb er den Unwillen auf uns geladen [hatte] und [betonte], daß wir es sehr mit den Schwedischen, den Feinden des ganzen Römischen Reiches gehalten und über sein Verbot [hinaus] Ge-treid[e], Malz, Bier und allerhand Viktualien heimlich und öffentlich nach Eger geschafft hätten. Er habe aber dies alles fahren lassen, uns in seinen Schutz genommen und mit einer S[alva] Guardi[a] versehen. Wir sollten nur dem Kaiser (ge)treu (ver)bleiben, dann wolle er auch unser Bestes suchen. Er wolle es auch geschehen lassen, daß wir uns nach Eger begeben, nur müßten wir auf dem Rückweg wieder nach Waldsassen kommen und ihm getreulich referieren, was uns in Eger vorgehalten worden [sei], damit er weitere Befehle geben könne. Diesmal bedachten wir den H[errn] Oberst Beltin mit 2 Faß Weißbier und 1 Kalb, den Sekretär mit 1 Faß.

Wir reisten noch an diesem Abend nach Eger. Weil wir aber zu spät hinkamen, sind wir zu(m) Gehag verblieben und erst am Morgen, bei Öffnung der Tor[e], von der Wache zu H[errn] Oberst Koppy, dem schwedischen Kommandanten (daselbst), gebracht worden. Ihm haben wir die Ursache[n] unserer Ankunft entdeckt, [sagten], daß wir von e[inem] e[hrbaren] Rat hinein beschieden worden [seien und] baten, er wolle uns (v)erlauben, daß wir uns dort anmelden und unsere Sach[e] verrichten dürften. Weil wir bei einem solchen Zustand mit der schuldigen Kontribution nit hereinkommen könnten, baten wir um Geduld. Er nahm zwar unsere Entschuldigung an, bat aber, wenn es möglich wäre, ihm einen Trunk Weißbier zu überschicken. Wir sagten, daß wir es gern tun wollten, entschuldigten uns aber, daß es nit möglich wäre, da die Stadt, wie er selbst(en) sehe, von kaiserlichen und bayerischen Völkern um(b)geben sei und es uns mit Bestrafung [durch] Feuer und Schwert verboten sei. Wir baten nochmals um(b) (Ver)schonung. Er war auch zufrieden und [beteuerte], daß er uns seinetwegen keine Ungelegenheit machen würde.

Als wir aber von ihm [weg] zu den Alten Herren kamen, ließen uns dieselben vortragen, daß sie von dem Kommandanten so viel [aufgetragen] erhalten, daß wir ihm nichts weiter(es), sondern [nur] dem Rat kontribuieren sollten. In [An]betracht(ung) der elenden und schweren Bedrängnis der armen Bürgerschaft und der ganzen Stadt wäre von dem ganzen hochweisen Magistrat der (Be)schluß gefaßt worden, uns anzudeuten, zur Hilf[e] der Stadt monatlich 180 Reichstaler beizutragen. Obwohl wir auf dieses starke Begehren hin unsere Unmöglichkeit vorgeschützt haben, so haben wir dennoch, weil wir ja [von] je[her] und zu allen Zeiten das Unsrige willig dieser gemeinen Stadt zugeschossen zu haben, nach langer [Ver]handlung monatlich 150 Gulden versprochen. Im übrigen wollte uns der edle Magistrat vom Kommandanten auch von aller Schanzarbeit befreien.

Nach dieser [Ver]handlung haben wir auch vom H[errn] Oberst Abschied genommen und haben uns wieder zu Oberst Beltin nach Waldsassen begeben, dem wir unsere Verrichtung (ver)meldeten und den wir zugleich um Paß baten, wieder nach Hause reisen zu [dürfen]. Er wollte aber, daß wir selbige Nacht seine Gäste und bei ihm (ver)bleiben sollten. Wir baten ihn aber, er wolle es sich gnädig gefallen lassen, uns abzufertigen, in das er schließlich auch [ein]willigte. Er sagte auch, daß er,

unserem Begehren nach, seine Soldaten von uns abgefordert habe und versprach uns – mit Reichung seiner Hand – , allen Unwillen zu vergessen, unser Freund zu (ver)bleiben und uns vor aller Quartierung zu schützen“.[42] [...] „Den 31. Okt. früh schrieb uns H[err] Oberst Beltin, daß er [am] morgenden Tag den Generalwachtmeister des Herzogs, Ulrich von Württemberg erwarte, weshalb er uns bat, ihm etwas an jungem Fleisch und Flügelwerk und 1 Kar Hafer(n) zu überschicken. Dabei hat er uns aber auch berichtet, daß er verständigt worden, daß wir dem kaiserlichen Kommandanten in die Königsberger[43] Schanz[e] kontribuieren sollten. Weil es aber sehr weit entlegen sei, wolle er sich (dahin) bemühen, daß es abgewandt würde“.[44] [...] „Den 7. November haben wir dem Oberst Beltin nach Waldsassen 4 Eimer Weißbier, 1 Kar Hafer(n), 4 Haselhühner und etliche Vögel, dem Hauptmann Zenati 1 Eimer [Weißbier] und dem Regiment Schulthes[45] auch 1 Eimer geschickt und dabei unsere Notdurft anbringen lassen. Wir haben zugleich auch einen Boten mit Schreiben an einen edlen, festen, hochweisen Rat der Stadt Eger ablaufen und den Oberst Beltin bitten lassen, daß er diesen Boten nach Eger passieren lassen wolle. In dem Schreiben haben wir einem edlen Magistrat der Stadt Eger das ernstliche Verbot des Oberst zu vernehmen [ge]geben und klagten dabei [auch über] unseren armen elenden Zustand und die schwere Quartierung, wodurch uns alle Mittel genommen und abgeschnitten wären, die verakkordierten 100 Reichstaler zu schicken. Weil uns außerdem vom Oberst im Namen der röm.-kaiserl. Majestät unter Verlust von Leib und Leben verboten worden sei, den Vergleich [aufrechtzuerhalten], mußten wir auch den renuncieren und aufkündigen. Bald darauf hat der kaiserl. Fähnrich Erhard Weib, der bei der Eroberung der Stadt mit ausgezogen war, eine Anweisung von e[inem] edlen Rat bei uns eingebracht, die wir auch angenommen und bezahlt haben“.[46] [...] „In der Nacht des 13. ist auch Post anher(o) [ge]kommen, daß zu Mitterteich[47] an die 1000 Mann kaiserlicher Völker liegen sollten. Wir haben daher(o) alsobald(en) sowohl H[errn] Oberst Lacron [van der Croon; BW] nach Wunsiedel,[48] als auch H[errn] Oberst Beltin nach Waldsassen geschrieben und gebeten, daß sie sich unseretwegen bemühen sollten, damit wir von diesen Völkern verschon bleiben würden. H[err] Oberst Lacron [van der Croon; BW] hatte auch alsobald(en) den Völkern (zu)geschrieben, uns, die wir in seiner Kontribution wären, mit Quartierung zu verschonen und hat uns zugleich auch einen Leutnant zur S[alva] Guard[ia] herabgesandt. Am andern Tag aber sind um(b) 10 Uhr die Quartiermeister herüber[ge]kommen und haben für alle Völker Quartier begehrt“.[49] [...] Den 20. November ist sehr spät abends ein Reiter von Wunsiedel herausgesprengt [ge]kommen und hat begehrt, daß man ihm eilfertigst einen reitenden Boten bis nach Waldsassen verschaffen solle. Wenn wir dies nit als[o]bald befördern würden, stünde sein Leben in Gefahr und wir hätten nichts als Unglück zu erwarten. Wir haben bald Mittel gemacht und [ihm] ein gutes Pferd und einen Boten verschafft. Wir haben das so verstanden, daß die schwedischen Völker, die sich um Hof sehen ließen, danach getrachtet haben, nach Eger zu kommen; zu dem End[e], zu verwehren, [daß] der Oberst Lacron [van der Croon; BW] und der Graf Götz mit allem berittenen Volk und auch mit der Reiterei aus Waldsassen gegen Eger gehen [können].

Wie sich nun die kaiserlichen und churbayerischen Völker in Münchenreuth[50] konjungiert hatten und in der Nacht bis an Eger [herange]gangen waren, hatten sie (soviel) Kundschaft eingebracht, daß die schwedischen Völker – an die 1200 [Mann] stark – bereit[s] schon in die Stadt [ge]kommen waren. [Daraufhin] sind die kaiserlichen Völker wieder in ihre Quartier[e] nach Wunsiedel [ge]gangen. [Als] aber auch die bayerische Reiterei wieder in ihr Nest wollte und an Waldsassen [herange]kommen [war], haben sie befunden, daß schon etliche schwedische Reiterei vor Waldsassen gestanden hatte. Da sie nit hineinkommen konnten, sind ihrer 400 bei Wölsau[51] über das Wasser herauf und auf Manzenberg,[52] Pfaffenreuth[53] und Waldershof und dann gegen Wiesau[54] hinüber.

Unterdessen haben die Schwed[ischen] mit den Waldsassenern etwas scharmütziert. Weil es aber zu wohl verwehrt war und auch viel Fußvolk drin lag, haben sie [weiter] nichts richten können, als daß sie die Städel, einen nahe bei Waldsassen gelegenen Hof und das Dorf Kondrau[55] angezündet und das Vieh (hin)weggetrieben haben. Dann sind sie wieder auf Eger“.[56] [...]

„An diesem Tag [11.12.; BW] sind auch H[err] Georg Adam Söldner und H[err] Hans Albrecht Rampf von Eger hie[r]hero [ge]kommen, die auch bei H[errn] Oberst Beltin zu Waldsassen und bei Oberst Lacron [van der Croon; BW] zu Wunsiedel gewesen sind. Sie haben im Namen eines edlen, festen, hochweisen Magistrats der Stadt Eger bei uns angebracht, in welch elendem und verderblichen Zustand sich die Stadt Eger anjetzo befände, indem sie im vergangenen Monat November dem schwedischen Kommandanten [Koppey, BW] 3000 Reichstaler geben (und bezahlen) mußten, wodurch die arme Stadt und die ganze Bürgerschaft so erschöpft sei, daß gar kein Geld mehr vorhanden sei. Weil sie nun auch noch auf das instehende Monat Dezember abermals 2000 Taler geben sollten und müßten, bei ihnen aber keine Mittel mehr vorhanden seien, müßten sie besorgen, daß die ganze Bürgerschaft mit Weib und Kind und leeren Händen davongehen müßte, wenn man nit Mittel finden und ergreifen könnte. Sie baten deshalb im Namen eines edlen, festen, hochweisen Rates und der ganzen Bürgerschaft der Stadt Eger, wir sollten uns hier und wieder bei ehrlichen Leuten bemühen, damit ihnen in solcher Not 1000 Taler vorgeliehen würden, für die sie solche annehmliche Versicherungen aufrichten würden, daß damit jedermann wohl zufrieden sein könne.

Wir haben uns gegen sie so erklärt: Obzwar wir vermöge unserer Pflichten ohne dies verbunden wären und der lieben Stadt Eger als unserem Haupt in dieser, ihrer höchsten Not mit Rat, Tat und untertänigsten Diensten beizuspringen [bereit wären], so wüßten wir eben hierzu weder die Mittel noch einen Weg oder gar einen Vorschlag. Wir hätten selbst unter Juden und Christen so viele Schulden gemacht, daß wir weder die Hauptsumme, noch den Zins bezahlen könnten, wodurch wir all unser [Ver]trauen und [unseren] Glauben verloren hätten. Wir wollten (es) jedoch nicht unterlassen, uns in der Nachbarschaft zu erkundigen und zu werben“.[57]

„Den 10. [2.1648, BW]  schrieb uns der H[err] Oberst, daß wir am morgenden Tag zu allerfrühst unsere Wochengelder einschicken sollten. Außerdem sollten wir noch 4 gute Pferde zur Vorspann und 4 Boten in Bereitschaft halten, da morgen früh die ganze Bagage des Regiments bei uns durch- und gegen Pilsen[58] gehen würde. Ingleichen sollten wir auch stündlich 3 Boten zu Waldsassen bei H[errn] Oberst Beltin aufwarten lassen“.[59]

Beim Abmarsch der kurbayerischen Armee nach Böhmen zum Kampf gegen die schwedische Armee waren allerdings recht unzuverlässige Korps zur Sicherung der Oberen Pfalz, deren zwangsweise katholisierten Bewohnern man nach Beltins Meinung ohnehin kaum trauen konnte,[60] zurückgelassen worden. In Nabburg[61] kam es in der Nacht vom 5. zum 6.3.1648 zu Schlägereien zwischen Reitern des Regiments Württemberg und Musketieren des Regiments Beltin. Es gab viele Verwundete, die Reiter wollten den Hauptmann Lagrange überfallen und bedrohten dessen Frau.[62] Am 1.4.1648 hatten Soldaten des Regiments Beltin Schloss Lintach[63] geplündert; viele Ortschaften in der Oberen Pfalz waren von den Streifkorps in Schutt und Asche gelegt worden.[64]

Dass Maximilian wenig Dankbarkeit für die Gewährung seines Exilaufenthaltes in Salzburg 1648 aufbrachte, zeigte sich u. a. darin, dass er durch Druckmüller und Beltin nachdrücklich Kontributionen und Truppeneinlagerungen betrieb.[65] Erst 1649 kam durch Vermittlung Ferdinands III. ein Vergleich zustande. Danach brachte Salzburg noch einmal 300.000 fl. für die Satisfaktion der kurbayerischen Armee auf.[66]

Beltin hatte von dem bayerischen Kriegskommissar Christoph Albrecht von Sazenhofen das Gut Hof[67] bei Cham[68] für 6.000 fl. erworben und lebte dort 1649 mit seiner Familie, 1650 trat er  in spanische Dienste.[69] Er wurde von Kurbayern reaktiviert und 1672 mit einem kurbayerischen Regiment dem Herzog von Savoyen gegen die Republik Genua zu Hilfe gesandt.[70]

[1] SCHLOTTER, Acta, S. 193; Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[2] Ehrenbreitstein; HHSD V, S. 86f.

[3] Diez, HHSD V, S. 75f.

[4] Nassau; HHSD V, S. 248f.

[5] HECK, Naurath, S. 117f.

[6] Amberg; HHSD VII, S. 20ff.

[7] Neustadt a. d. Waldnaab [LK Neustadt a. d. Waldnaab]

[8] Tirschenreuth; HHSD VII, S. 747f.

[9] Waldsassen; HHSD VII, S. 785ff.

[10] Weilheim; HHSD VII, S. 797.

[11] Weiden; HHSD VII, S. 794ff.

[12] BRENNER-SCHÄFFER, Geschichte, S. 121.

[13] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2839 (tom. 605), fol. 289 (Ausfertigung).

[14] 3.8.1645: Die Schlacht von Alerheim, oft auch Zweite Schlacht bei Nördlingen genannt, war eine Schlacht des Dreißigjährigen Krieges, die am 3. August 1645 in und um Alerheim zwischen der französisch-weimarisch-hessischen Armee und bayerisch-kaiserlichen Truppen stattfand und mit einem französischen-alliierten Sieg endete.

[15] Nördlingen [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 525ff.

[16] Bopfingen [Ostalbkr.]; HHSD VI, S. 105f.

[17] Dinkelsbühl [LK Ansbach]; HHSD VII, S. 142ff.

[18] KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 126ff.

[19] Moosburg; HHSD VII, S. 461f.

[20] Freising; HHSD VII, S. 209ff.

[21] Berchtesgaden; HHSD VII, S. 83f.

[22] Lauterhofen; HHSD VII, S. 397f.

[23] Ulrich Hg v. Württemberg in Neuenburg (1617-1671); siehe unter „Miniaturen“.

[24] Regiment Wilhelm Coselky v. Herschowitz.

[25] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 248.

[26] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 249.

[27] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 250.

[28] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 249.

[29] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 151f.

[30] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.

[31] Marktredwitz; HHSD VII, S. 429f.

[32] Waldershof [LK Tirschenreuth].

[33] Reutlas; heute Ortsteil von Marktredwitz [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge].

[34] Dörflas, heute Stadtteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz.

[35] Leutendorf, heute Ortsteil von Marktredwitz.

[36] BRAUN, Marktredwitz, 309; Kemnath; HHSD VII, S. 351f.

[37] BRAUN, Marktredwitz, S. 310.

[38] Weißenstadt; HHSD VII, S. 803f.

[39] Sigismund Friedrich Graf v. Götz.

[40] Helmbrechts; HHSD VII, S. 282.

[41] Hof; HHSD VII, S. 302f.

[42] BRAUN, Marktredwitz, S. 309ff.

[43] Königsberg a. d. Eger [Kynšperk nad Ohří, Bez. Falkenau], HHSBöhm, S. 277f.

[44] BRAUN, Marktredwitz, S. 315.

[45] Ein offensichtlicher Lesefehler, gemeint ist wohl Regimentsschultheiss.

[46] BRAUN, Marktredwitz, S. 317.

[47] Mitterteich [LK Tirschenreuth]

[48] Wunsiedel [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 836f.

[49] BRAUN, Marktredwitz, S. 318.

[50] Münchenreuth, heute Ortsteil von Waldsassen [LK Tirschenreuth].

[51] Wölsau, heute Stadtteil von Marktredwitz.

[52] Manzenberg, heute Ortsteil von Marktredwitz

[53] Pfaffenreuth, heute Ortsteil von Marktredwitz.

[54] Wiesau [LK Tirschenreuth]

[55] Kondrau, Ortsteil von Waldsassen.

[56] BRAUN, Marktredwitz, S. 320.

[57] BRAUN, Marktredwitz, S. 324f.

[58] Pilsen [Plzeň]; HHSBöhm, S. 444ff.

[59] BRAUN, Marktredwitz, S. 328.

[60] Das galt nicht nur v. den noch gut calvinistischen Auerbachern; HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 252.

[61] Nabburg, HHSD VII, 491f.

[62] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 288.

[63] Lintach, heute Ortsteil von Freudenberg [LK Amberg-Sulzbach].

[64] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 290f.

[65] GRAUER, Paris Lodron, S. 162f.

[66] HEINISCH, Salzburg, S. 207ff.

[67] Hof am Regen, Burg [Stadt Roding, LK Cham]; HHSD VII, S. 303.

[68] Cham; HHSD VII, S. 124ff.

[69] STOMMEL, Johann Adolf Freiherr, S. 298 (hier Belting).

[70] Vgl. auch VD17 12:125891X: „Ligende Tapferkeit / Das ist Leich- und Lob-Predig / Weyland des Wohlgebornen Herrn / Herrn Wilhelm Beltin Der Churfl. Durchl. in Bäyrn [et]c. würcklichen Kriegs-Rath/ General-Wachtmeistern / bestelten Oberisten über ein Regiment zu Fueß / Commendanten zu Amberg / wie auch der überigen Soldatesca des Fürstenthumbs Obern-Pfaltz / Vorgetragen Bey Volckreicher hochansehlicher Leich-Begängnus auff der Trauer-Cantzl deß Käyserlichen befreyten Reichs-Stüfft und Closter S. Emmerami in Regenspurg / den 25. Augusti Anno 1676. Durch P. Ignatium Trauner, SS. Theolog. C. deß besagten Käyserlichen befreyten Reichs-Stüfft und Closters S. Emmerami Professen, Priorn und Predigern“.

 

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November 3, 2011 in Miniaturen
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